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20.07.2016 Lateinamerika Ökologe: Abhängigkeit vom "Extractivismo" beenden Der uruguayische Ökologe Eduardo Gudynas [1] rät Lateinamerika dazu, nach Alternativen zur intensiven Ausbeutung von Rohstoffen zu suchen. Er äußert sich in einem Interview [2][3] mit der Nachrichtenagentur Noticias Aliadas. Gudynas, der am Centro Latino Americano de Ecología Social (CLAES) in Montevideo forscht, spricht von "Extractivismo" [4], der nicht mit Bergbau gleichzusetzen sei, sondern mehr umfasse. Es gehe hierbei um die intensive Ausbeutung von Ressourcen in großen Mengen, die erhebliche Umweltschäden verursache. Diese Rohstoffe würden größtenteils exportiert. Die Strategie des Extractivismus sei nicht nur umweltschädlich, sondern auch ökonomisch nicht nachhaltig. Lateinamerika nehme in der Diskussion um Entwicklungsalternativen zu dem Modell weltweit eine Führungsrolle ein und wirke als Pionier. Es gelte, einer verhängnisvollen Abhängigkeit von den Rohstoffen zu entkommen. Der Bergbau sei nicht an sich zu verteufeln, sondern gezielt für die eigenen Zwecke der lateinamerikanischen Länder einzusetzen. Auch progressive Regierungen erliegen dem Extraktivismus Derzeit gibt es nach Ansicht von Gudynas in Lateinamerika keine einzige Regierung, die sich um Alternativen zum Extractivismus bemüht. Allerdings sei eine Diskussion in Gang gekommen, die es vor vier oder fünf Jahren noch nicht gegeben habe. Beispiele hierfür seien die Pläne für ein Erdölmoratorium in Ecuador [5] und für ein Bergbaumoratorium in Peru gewesen. In der Vergangenheit wären solche Absichten für Unfug gehalten worden, der die Wirtschaft eines Landes ruinieren werde. Letztlich aber sei zu beobachten, dass die progressiven Regierungen Lateinamerikas sich doch dem Extractivismus zuwendeten. Sie täten dies freilich auf andere Art als konservative Regierungen, da der Staat in Bolivien oder Ecuador eine stärkere Rolle spiele. Sinkende Rohstoffpreise durch Masse wettgemacht Verhängnisvoll sei, dass aufgrund des Preisrückgangs für Rohstoffe nun die Exportvolumina gesteigert würden, um die Verluste auszugleichen. Viele Länder, vor allem Peru, besteuerten die Unternehmen zu gering. Grundsätzlich müssten klare Kriterien entwickelt werden, um zu entscheiden, ob ein Abbau-Vorhaben sinnvoll sei. Die Schäden für Umwelt und Mensch würden bei der Abwägung bislang nicht berücksichtigt. Die betroffene Bevölkerung müsse umfassend informiert werden, um Risiken und Nutzen beurteilen und auf dieser Grundlage entscheiden zu können. Eine Alternative zum Extraktivismus stellt nach Ansicht von Eduardo Gudynas das Konzept des "Buen Vivir" [6] dar. Es gelte zu prüfen, was aus der Vergangenheit übernommen werden könne, und wo neue Wege einzuschlagen seien. Die Werte des "Buen Vivir", einer alternativen Entwicklung im Einklang mit der Natur, böten hier Orientierung. (bs) -------------------------------------------------------------------------- [1] http://www.gudynas.com/ [2] http://www.noticiasaliadas.org/articles.asp?art=7331 [3] http://www.lapress.org/articles.asp?art=7331 [4] http://www.boell.de/de/dossier-neo-extraktivismus-lateinamerika [5] http://www.taz.de/Debatte-Ecuadors-Umweltpolitik/!5060625/ [6] http://de.wikipedia.org/wiki/Sumak_kawsay ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° Ende der weitergeleiteten Nachricht. Alle Rechte bei den Autor*innen. Unverlangte und doppelte Zusendungen bitten wir zu entschuldigen! Abbestellen: mailto:[email protected]?subject=unsubscribe ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° Greenhouse Infopool Berlin [email protected] via Twitter, RSS-Feed, Facebook, Mailingliste: http://twitter.com/greenhouse_info http://www.facebook.com/mika.latuschek http://listen.jpberlin.de/mailman/listinfo/greenhouse-info Hosted by the political provider JPBerlin of Heinlein-Support www.jpberlin.de www.heinlein-support.de _______________________________________________ Pressemeldungen mailing list [email protected] https://lists.wikimedia.org/mailman/listinfo/pressemeldungen
