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Posted on: Wednesday, July 20, 2016 1:55 PM

Author: Anica Beuerbach ([email protected])

Subject: Der Aufsichtsrat der Vatikanbank fördert seit Jahren die Öl- und
Gasindustrie

 

Während Papst Franziskus einen nachhaltigen Umgang mit unserer Umwelt
predigt, unterstützt die Vatikanbank ihre Ausbeutung mit Milliarden.

 

Zwei Aufsichtsratsmitglieder der Vatikanbank sind in Geschäfte mit der
Industrie für fossile Brennstoffe verwickelt. Einer von ihnen spendet für
eine Organisation, die den Klimawandel leugnet. Der andere berät große Öl-
und Gaskonzerne. Das ergaben Recherchen von Energydesk Greenpeace basierend
auf Analysen des Medienunternehmens Bloomberg.

 

Erst letztes Jahr veröffentlichte Papst Franziskus seine Enzyklika „Laudato
Si“. Darin äußerte er sich unter anderem gegen die profitorientierte
Ausbeutung der Schöpfung Gottes. Er rief dazu auf, genügsam und fürsorglich
mit der Umwelt umzugehen.

 

Sir Michael Hintze ist neben seinem Posten im Aufsichtsrat der Vatikanbank
auch Hauptgeschäftsführer eines Hedgefonds auf den Cayman-Inseln. In dem
Fonds befinden sich Wertpapiere in Höhe von umgerechnet 1,5 Millionen Euro
der großen Fracking-Konzerne Devon Energy und Anadarko Petroleum. 2012
veröffentlichte die britische Zeitung „The Guardian“ E-Mails, die zeigten,
dass Hintze in die „Global Warming Policy“-Stiftung investiert. Diese steht
dem Klimawandel skeptisch gegenüber. Auf die Enzyklika von Papst Franziskus
reagierte die Stiftung empört.

 

Jean-Baptiste de Franssu, der Präsident des Aufsichtsrates, unterstützt laut
Energydesk unter anderem den Carmignac Gestion Fonds. Der Fonds hält
Wertpapiere von Öl- und Gasfirmen in Höhe von hunderten Millionen Euro.
Darunter Anadarko Petroleum, Shell und Exxon Mobil.

 

Die Vatikanbank Istituto per le Opere di Religione ist ursprünglich
zuständig für den Schutz und die Verwaltung des Vermögens des Heiligen
Stuhls und ist somit der Katholischen Kirche unterstellt. Damit sollten auch
die Interessen des Papstes vertreten werden, fordert 350.org. Die
Umweltschutzorganisation setzt sich dafür ein, dass die Vatikanbank die Öl-
und Gasindustrie nicht weiter finanziell unterstützt.

 

Schon in der Vergangenheit hatte die Vatikanbank für Skandale gesorgt: Unter
anderem wurde ihnen Geldwäsche und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Damals
reagierte der Vatikan mit Neustrukturierungen und einem Gesetz gegen
Geldwäsche. Zu den jüngsten Enthüllungen von Energydesk Greenpeace wollten
weder der Aufsichtsrat noch die Vatikanbank Stellung beziehen.

 

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