NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 46/17 | 24. APRIL 2017

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Umwelt/Energie

NABU-Studie zeigt: Kohleausstieg bis 2035 ist machbar

Tschimpke: Pläne liegen auf dem Tisch - Politik hinkt hinterher 

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Berlin – Der beschleunigte Ausstieg aus der Kohle in Deutschland ist
nicht nur notwendig für den Klimaschutz, sondern auch bis spätestens
2035 umsetzbar. Zu diesem Ergebnis kommt eine heute vom NABU
vorgestellte Meta-Studie. Unter dem Titel „Kohleausstieg – Analyse von
aktuellen Diskussionsvorschlägen und Studien“ haben Experten vom
Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie die in den vergangenen
zweieinhalb Jahren veröffentlichten Szenarien, Studien und
Positionspapiere zum Kohleausstieg wissenschaftlich analysiert und
zusammengeführt. 

 

Die Schlussfolgerung ist eindeutig: Der Kohleausstieg in Deutschland
kann in den nächsten 18 Jahren problemlos erfolgen, weil zur Umsetzung
bereits eine Reihe von Europa- und verfassungsrechtlich belastbaren
Instrumenten vorhanden sind: So können Mindestanforderungen an
bestehende Kraftwerke gestellt werden, z.B. bezogen auf deren
Energieeffizienz oder Einsatzflexibilität – dann sind Kohlekraftwerke
eher letzte Wahl. Möglich ist auch die Festlegung von Restlaufzeiten
oder begrenzten Strombudgets für einzelne Kraftwerke oder Kontingente.
Eine weitere Option bieten Änderungen an den Energie- und Stromsteuern,
um einem nationalen Mindestpreis auf CO2-Emissionen zu verlangen. 

 

„Die Pläne und Strategien liegen auf dem Tisch, aber die Politik hinkt
hinterher. Angesichts dessen, dass die deutschen Braun- und
Steinkohlekraftwerke 40 Prozent des deutschen Stroms produzieren, aber
für doppelt so viel der Treibhausgas-Emissionen in diesem Bereich
verantwortlich sind, ist der beschleunigte Ausstieg aus der Kohle
alternativlos“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Bis spätestens 2035
müsse die Kohleverstromung in Deutschland beendet sein.  Es sei höchste
Zeit, einen Kohlekonsens zwischen Regierung und wichtigen Akteuren wie
Ländern, Kommunen, Gewerkschaften und betroffenen Unternehmen
auszuhandeln. Zwar habe die Bundesregierung im Klimaschutzplan 2050 die
Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Regionalentwicklung“
angekündigt. „Bislang fehlt der Kommission allerdings ein klarer
Auftrag, den geregelten Ausstieg aus der Kohle auf den Weg zu bringen“,
so Tschimpke weiter. 

 

Daher fordert der NABU ein Dialogverfahren zum Kohlekonsens, das an die
geplante Kommission angedockt werden kann sowie einen gesetzlich
geregelten Abschaltplan mit Stillegungsdaten für alle 106 aktiven
Kohleblöcke in Deutschland. Der Vorteil wäre, dass soziale, regionale
und wirtschaftliche Verteilungsfragen in einen ausgewogenen Abschaltplan
einfließen könnten. 

 

Bereits jetzt gibt es ein Überangebot an Stromerzeugung, was dazu
führt, dass Kraftwerksbetreiber überschüssigen Kohlestrom lieber zu
niedrigen Preisen ins Ausland verkaufen, als die Kohlestromerzeugung zu
drosseln. Zudem wird der Anteil der erneuerbaren Energien weiter steigen
und Strom künftig noch sparsamer und effizienter genutzt werden müssen,
wenn Deutschland seine nationalen Klimaziele erreichen und den Pfad zur
Einhaltung der Klimaschutzvereinbarungen von Paris offen halten will.
„Die neue Bundesregierung muss den Kohleausstieg bis 2035 ganz oben
auf die energiepolitische Agenda setzen“, so NABU-Energieexpertin Tina
Mieritz. Dass die bestehende Bundesregierung in der EU für lasche
Stickoxid-Grenzwerte für Kohlekraftwerke eintrete, sei daher das völlig
falsche Signal. 


Download der Studie„Kohleausstieg – Analyse von aktuellen
Diskussionsvorschlägen und Studien“ unter www.NABU.de/kohleausstieg 
 
Eine Infografik zum kostenlosen Download zu CO2-Emissionen deutscher
Kohlekraftwerke unter:
www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/energie/170421-nabu-infografik-co2-emissionen_deutscher_kohlekraftwerke.pdf
 
Videos zu den Folgen von Braunkohleabbau:
www.youtube.com/watch?v=FPFYIPKKxdk&t=10sund
www.youtube.com/watch?v=C-PnSVGZLvY&t=21s  
 
Für Rückfragen:
Tina Mieritz, NABU-Energieexpertin, Tel. +49 (0)30.28 49 84-1611, Mobil
+49 (0)173-3522872, E-Mail: Tina [email protected]
 
 
 
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