NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 47/17 | 26. APRIL 2017
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Umwelt /Tag des Wolfes (30.4.)
NABU: Herdenschutz schützt auch Wölfe
Miller: Anstrengungen für einen flächendeckenden Herdenschutz in
Wolfsgebieten müssen intensiviert werden
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Berlin – Zum diesjährigen „Tag des Wolfes“ (30.4.)  appelliert der NABU
an Bund und Länder sowie Nutztierhalter, Herdenschutzmaßnahmen intensiv
voranzutreiben. Auch 15 Jahre nach Rückkehr der Wölfe nach Deutschland
sind selbst in Bundesländern, in denen Wölfe bereits seit vielen Jahren
leben, noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um  Schafe und andere
Nutztiere vor möglichen Übergriffen zu schützen. Ungeschützte Nutztiere
können für Wölfe der Auslöser sein, häufiger auf Weiden nach Beute zu
suchen. 
 
„Die Pflicht zum Schutz von Nutztieren vor Schäden liegt bei den
Eigentümern. Diese Aufgabe wird von sehr vielen Nutztierhaltern
äußerst ernst genommen. Wichtigstes Ziel muss es jedoch sein, dass
Herdenschutz in Wolfsregionen auch flächendeckend umgesetzt wird“, 
sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.  In  den Teilen
Deutschlands, wo Wölfe erst seit kurzem heimisch seien, müssten
Nutztierhalter aktiv unterstützt werden, um das Zusammenleben von Mensch
und Wolf in einer besiedelten Landschaft möglichst konfliktfrei zu
regeln. 
 
Ein Erfolgsmodell dafür ist der Herdenschutzhund. Der NABU stellt diese
Arbeitshunde daher in den Mittelpunkt des diesjährigen „Tag des Wolfes“.
Herdenschutzhunde, offiziell als „Hirtenhund im Herdenschutzeinsatz“
bezeichnet,  werden weltweit seit Jahrtausenden erfolgreich eingesetzt –
nicht nur zum Schutz von Schafen, sondern auch bei Rindern, Pferden oder
Gatterwild. Die Methode ist uralt und hat sich rund um den Globus
bewährt: Über 50 verschiedene Rassen existieren. Einige davon
schützen auch in Deutschland die ihnen anvertraute Herde gegen
Übergriffe.
 
„Herdenschutzhunde wachsen schon als Welpe in ‚ihrer‘ Herde auf. Sie
binden sich sowohl an das Territorium als auch an die Herdentiere. Bei
Gefahr demonstrieren sie Stärke und Dominanz und schlagen Alarm. Wölfe
riskieren in den seltensten Fällen einen Kampf mit den mindestens
ebenbürtigen Hunden und ziehen weiter. Diese Erfahrungen werden von
Nutztierhaltern, die Herdenschutzhunde einsetzen, immer wieder
bestätigt“, sagt NABU-Wolfsexperte Markus Bathen. Die Zahl der
durch Herdenschutzhunde bewachten Herden in Deutschland nimmt stetig zu –
was wiederum den Wölfen nützt. „Weniger Konflikte führen zu mehr
Akzeptanz –  richtiger Herdenschutz nutzt also auch den Wölfen.
Übrigens: Herdenschutzhunde stellen keine Gefahr für Touristen und
Haushunde dar, sofern diese außerhalb des Zaunes bleiben oder sich auf
Almweiden ruhig und besonnen verhalten“, so Bathen weiter.
 
Damit Herdenschutz in Wolfsgebieten flächendeckend angewendet und
Herdenschutzhunde eingesetzt werden können, müssen für Nutztierhalter
Anreize geschaffen und politische Rahmenbedingungen zügig angepasst
werden. So sind zum Beispiel die Bestimmungen der
Bundes-Hundehaltungsverordnung noch nicht auf den Einsatz von
Herdenschutzhunden ausgerichtet. Auch ist die Vermeidung von
Nutztierrissen immer noch kein Bestandteil der Ausbildung von
Nutztierhaltern. Pauschale Beschränkungen der finanziellen Höhe
staatlicher Unterstützung, beispielsweise bei der so genannten De
minimis Beihilfe der EU, bewertet der NABU als absolut unzureichend und
fordert eine entsprechende Nachbesserung.

Übersicht zu NABU-Aktivitäten zum Herdenschutz:
 
-       Im dritten Jahr in Folge qualifiziert der NABU ehrenamtliche
NABU-Wolfsbotschafter speziell in Herdenschutzschulungen. Der NABU
Hessen hat ein einsatzfähiges Herdenschutzteam zur Unterstützung von
betroffenen Tierhaltern ins Leben gerufen
 
-       Der NABU Niedersachsen startete jüngst das Projekt
„Herdenschutz Niedersachsen“ zur Unterstützung von Weidetierhaltern
bei der Umsetzung von Herdenschutzmaßnahmen
(www.herdenschutz-niedersachsen.de )
 
-       Der NABU-Bundesverband und Landesverband Niedersachsen sind
Mitgründer des Arbeitskreises Pferd und Wolf (www.pferdundwolf.de ) und
arbeiten gemeinsam mit u.a. Pferdehalterverbänden an Lösungen zur
Koexistenz von Pferd und Wolf
 
-       Unter dem Motto „Herdenschutz in der Praxis“ kooperieren in
Baden-Württemberg seit Herbst 2015 Landesschafzuchtverband und NABU beim
Thema Herdenschutz
(www.NABU-BW.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/Herdenschutz (
http://www.nabu-bw.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/Herdenschutz
) )
 
 
Mehr Infos unter www.NABU.de/wolf ( http://www.nabu.de/wolf ) 
 
Kostenfreie Pressefotos und Grafiken unter
www.nabu.de/presse/pressebilder/index.html#wolf 
 
Tipp:
Zum Tag des Wolfes startet am 28.4. ein Herdenschutzhund-Quiz auf
www.NABU.de/wolf ( http://www.nabu.de/wolf ) 
 
 
Für Rückfragen:
Markus Bathen, NABU-Wolfsexperte, mobil: +49 (0) 172 645 35 37, 
E-Mail: [email protected]
 
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