NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 50/17 | 3. MAI 2017
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Umwelt/Agrar
NABU: 258.708 Stimmen und über 600 Logos für faire und nachhaltige
Landwirtschaft 
Starke Beteiligung an EU-weiter Mobilisierung der Umweltverbände für
eine Reform der Agrarpolitik 
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Berlin/Brüssel – 258.708 Bürgerinnen und Bürger haben sich über eine
Online-Aktion des NABU und anderer Umweltverbände aus ganz Europa an der
Befragung der EU-Kommission zur Zukunft der EU-Agrarpolitik beteiligt
und damit eine grundlegende Reform verlangt. Sie haben ein klares
Statement für eine verantwortungsbewusste, faire, nachhaltige und
gesunde Landwirtschaft an die EU-Kommission in Brüssel gesandt. Für die
beteiligten deutschen Umweltverbände BUND, DNR, NABU und WWF ist die
außergewöhnlich hohe Bürgerbeteiligung ein Erfolg. Innerhalb von nur
vier Wochen sei es gelungen, EU-weit 258.708 Menschen in den
öffentlichen Befragungsprozess der EU-Kommission einzubinden und
diese für die Belange von Bäuerinnen und Bauern, Umwelt und
Verbraucherinnen und Verbrauchern zu interessieren und zu mobilisieren. 
Zudem gelang es, ein breites Bündnis aus insgesamt über 600 Unternehmen
und Verbänden hinter ihrer Vision für eine bessere Agrarpolitik zu
vereinen. Am 11. Mai werden die Logos dieser Unternehmen und Verbände
und das Ergebnis der Online-Aktion an EU-Agrarkommissar Phil Hogan
überreicht.
 
„Die EU-Agrarpolitik geht uns alle an. Es geht um Nahrung, Umwelt,
Kulturlandschaft, Bauernhöfe und nicht zuletzt um
Verteilungsgerechtigkeit sowie Zukunftssicherung. Es kann nicht sein,
dass dieser Bereich nur innerhalb des Agrarsektors ausdiskutiert wird“,
so die einhellige Forderung der Verbände.
 
NABU-Präsident Olaf Tschimpke: „EU-Haushaltskommissar Günter Oettinger
und sein Kollege Phil Hogan müssen jetzt auf die Stimmen aus der
Gesellschaft hören und nicht nur auf die Besitzstandwahrer der
Agrarindustrie. Mit einer mutigen Reform können sie nicht nur unsere
ländlichen Räume retten, sondern auch das Vertrauen von Millionen
Menschen in die EU stärken. Von einer giftfreieren und damit
lebenswerteren Umwelt profitieren alle: Bienen und andere Insekten,
Rebhuhn, Feldhamster und viele weitere Arten der Agrarlandschaft. Und
nicht zuletzt profitieren auch alle Verbraucherinnen und Verbraucher,
denen etwas an guten und fair produzierten Lebensmitteln liegt.“
 
Die 258.708 Teilnehmer der Online-Aktion fordern von EU-Agrarkommissar
Phil Hogan einen drastischen Kurswechsel bei den milliardenschweren
Agrarsubventionen, die immerhin 38 Prozent des EU-Haushalts ausmachen.
Kritisiert wird, dass der Großteil der Fördergelder in pauschale,
flächenbezogene Agrarsubventionen fließt und damit intensivere
Produktionsmethoden besser gestellt werden –  zum Schaden von
naturverträglich wirtschaftenden Landwirtinnen und Landwirten und der
Umwelt. Eine neue Agrarpolitik ab 2020 müsse fair zu Bäuerinnen und
Bauern sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern sein. Sie sei ökologisch
nachhaltig und global verantwortungsvoll auszurichten, daher brauche es
eine gezielte Förderung von Leistungen, zum Beispiel im Naturschutz.
Auch eine verbesserte Tierhaltung müsse unterstützt und aktiv
vorangetrieben werden. Außerdem soll der Pestizid- und
Düngemitteleinsatz verringert werden. 
 
Im Februar startete die EU-Kommission eine öffentliche Befragung zur
Agrarpolitik, die am 02. Mai offiziell beendet wurde. 
 
Unter dem Motto „Aktion #LivingLand – Gib Dein JA für eine bessere
Landwirtschaft“ hatte der NABU mit aufrüttelnden Motiven  vor dem
dramatischen  „Ausverkauf“ der Landschaft, der Artenvielfalt und unserer
Ernährungsgrundlagen gewarnt. Der Einsatz von Pestiziden in der
industriellen Landwirtschaft ist mitverantwortlich für das alarmierende
Insektensterben. Rückstände von Pestiziden landen zudem über
Lebensmittel auf unseren Tellern. Ein Apfel wird im konventionellen
Obstanbau beispielsweise durchschnittlich 32 Mal pro Jahr mit Pestiziden
bespritzt. Der Mangel an Nahrung und Lebensraum  in der Agrarlandschaft
ist für viele Arten bedrohlich. Besonders dramatisch ist diese Situation
für das Rebhuhn. Seine Bestände sind in den letzten 25 Jahren um 94
Prozent zurück gegangen. Heute ist der ehemals typische Agrarvogel
nahezu ausgerottet. 
 
Hintergrundinformation zur NABU-Kampagne „Aktion #LivingLand – Gib Dein
JA für eine bessere Landwirtschaft“: www.NABU.de/abstimmen (
http://www.nabu.de/abstimmen )    
 
Mehr Informationen zur Position des NABU und seine Vorschläge für eine
neue EU-Agrarpolitik: www.NABU.de/agrarreform2021 (
http://www.nabu.de/agrarreform2021 ) 
 
Kostenfreie Pressefotos:
www.nabu.de/presse/pressebilder/index.html#Landwirtschaft  
 
Für Rückfragen:
Angelika Lischka, NABU-Agrarexpertin, Tel. +49(0)30.284.984.1627,
E-Mail: [email protected] 
 
 
 
 
 
 
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