> Oookay, man lernt nie aus.
> Wenn man so ankommt, soziologisch, sollte man diese Schule aber besser
> nennen.
> Dem anfangs genannten Text dürfte sie ja kaum zugrunde liegen.


Zur Autorität und Anonymität von Quellen

Das enorme Tempo der Zustandsänderungen in den Datennetzen hat längst dazu 
geführt, dass ein beliebiger Datensatz so schnell neu kontextiert wird, dass 
sein Informationswert trotz physikalischer Identität stets ein anderer ist. 
Insofern bleibt wenigstens die binäre Logik als identitätsstabilisierende Form 
erhalten.
Die „Autorität der Quelle“ kann auf diese Weise nichts mehr zur Urteilsildung 
innerhalb der Sachdimension beitragen, weil – so könnte man sagen – innerhalb 
die Sachdimension nur noch eines mit Gewissheit erkennt werden kann: 1 oder 0. 
Aber aufgrund der entfesselten Manipulationsmöglichkeiten kann die Berurteilung 
von Sachverhalten nicht mehr durch die Dokumentform vorgenommen werden. Und 
sofern Habitualisierungen, die ja auch nichts anderes sind als dokumentierte 
Sachverhalte sozialer Positionierung, ebenfalls der Manipulation unterzogen 
werden können, bleibt von einer „Autorität der Quelle“ nicht mehr viel übrig. 
Vielmehr kann man beobachten, dass auch die Autorität in die Simulation von 
Autorität überführt werden muss. Dabei geht es dann aber nicht mehr um die 
Sicherstellung von Glaubwürdigkeit, sondern um die Partzipation an Potenzialen 
zur Aufmerksamkeitssteigerung.
http://bit.ly/9jmUFa

-- 
GMX DSL SOMMER-SPECIAL: Surf & Phone Flat 16.000 für nur 19,99 Euro/mtl.!*
http://portal.gmx.net/de/go/dsl

-- 
rohrpost - deutschsprachige Liste zur Kultur digitaler Medien und Netze
Archiv: http://www.nettime.org/rohrpost 
http://post.in-mind.de/pipermail/rohrpost/
Ent/Subskribieren: http://post.in-mind.de/cgi-bin/mailman/listinfo/rohrpost/

Antwort per Email an