Directors Lounge Screening
Clara Bausch
Momentum

Donnerstag, 25. Januar 2018
21:00 Uhr
Z-Bar
Bergstraße 2, 10115 Berlin-Mitte

Beobachtungen durch die Kamera, die neu zusammengesetzt werden, erzeugen neue Realitäten. Clara Bausch, in Berlin geboren und hier als Künstlerin lebend, arbeitet strikt mit analogen Bildern in ihren Filmen, Installationen und Photographie. Sie studierte Freie Kunst an der UdK Berlin und ist Mitbegründerin des Labor Berlins. Es sind die alltäglichen, einfachen Dinge, die ihre Aufmerksamkeit erregen. Und es sind die Kombinationen von Impressionen, Ereignissen und Bildern, die Realität erzeugen. Die neuen Realitäten, die Clara Bausch in ihrer künstlerischen Arbeit erzeugt, sind in keiner Weise außerhalb unserer Welt. Im Gegenteil, sie sind nur andere, vielleicht manchmal sehr persönliche Sichtweisen auf unsere Wirklichkeit. Kino, oder die Bilder von Zeitungen sind genauso Teil dieser Wirklichkeit, wie das tägliche Leben. Es sind Rhythmus, der Raum zwischen, oder unerwartete Kombinationen von Bildern, die eine Unterbrechung erzeugen, ein Intervall zwischen Bildern, was es erst möglich macht, einen neue, andere Bedeutung wahrzunehmen - im Gegensatz zur Informationsüberflutung der Rundfunk- oder der sozialen Medien.

In einer Anzahl von Filmen benutzt Clara Bausch Weißblenden zwischen den Bildern. Weiß wird im Film durch Klarfilm erzeugt. Gänzlich überbelichteter Film, zum Beispiel durch das Öffnen der Kamera, wird zum Klarfilm durch die Entwicklung. In "Blitzen #1" ist es genau, was Bausch mit ihrer Super-8 Kamera wiederholt macht, zwischen den Filmaufnahmen. Sie nimmt sich einen Tag für Aufnahmen in den Straßen von Athen, für einen 3-Minuten-Film, den sie beim Drehen in der Kamera schneidet. So werden Augenblicke von Gebäuden, von Straßenleben als Spiegelungen in Schaufenstern, Autoscheinwerfern und Spiegeln durch weiße Unterbrechungen zusammen gefügt und als assoziative Bilder wahrgenommen.

Eine andere Filmserie arbeitet mit der Überlagerung von Bildern, wie sie passieren, wenn man Zeitungsbilder von hinten beleuchtet. "And the smile is red on red" nimmt diese einfache Bildproduktionstechnik hinauf auf die Dächer von Kairo, um dort mit Menschen aus Kairo zu kommunizieren. Der Film zeigt Menschen, die sich am Abend auf dem Flachdach eines Hauses zusammenfinden, und Nachts wie sie mit Taschenlampen die Zeitungsausschnitte, die Clara Bausch aus Deutschland mitgebracht hat, illuminieren. Mit dem Filmschnitt erzeugt Clara eine rhythmische Montage von Bildern, die im Abstand zueinander stehen. Sie gibt damit dem Betrachter die Möglichkeit, die Erzählung durch das "Lesen zwischen den Zeilen" selbst zusammenzusetzen.

"Wald" zeigt die Kamera wie sie im Panorama-Schwenk sich über Gebüsch am Waldesrand bewegt. Der Sound ist sehr präsent und scheint original Umgebungssound zu sein. Mit der Zeit realisiert der Zuschauer, dass der Pan durch verschiedene Jahreszeiten und Wetterlagen wandert. Was als Meditation über die Natur an einem Wintertag begann, wird über die Filmzeit zu einer viel komplexeren Geschichte über Verbindungen von Stadt und Natur.

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http://www.clarabausch.de/

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