Date: Thu, 13 Apr 2006 13:10:28 +0200 (CEST) From: Kulturstiftung des Bundes <[EMAIL PROTECTED]> To: [EMAIL PROTECTED] Subject: Karikaturenstreit
Kulturstiftung des Bundes Friederike Tappe-Hornbostel Kommunikation / Public Relations Franckeplatz 1 06110 Halle an der Saale Tel: 0345/2997-120 Fax: 0345/2997-333 <mailto:[EMAIL PROTECTED]>[EMAIL PROTECTED] Sehr geehrte Damen und Herren, das Haus der Kulturen der Welt und die die Kulturstiftung des Bundes laden Sie herzlich zur Internationalen Konferenz Bilderkriege Bruchstellen der Moderne vom 5. 7. Mai 2006 in Berlin ein. Seit den Kontroversen um die Propheten-Karikaturen und die gewalttätigen Reaktionen in der islamischen Welt werden die Fragen nach den Spielregeln des Zusammenlebens von Menschen mit unterschiedlichen Werte-Orientierungen immer dringlicher. Die Konferenz will Gelegenheit geben, die Komplexität einiger der aufgeworfenen Themen deutlich zu machen und die Vertreter verschiedener Positionen ins Gespräch zu bringen. Für Rückfragen wenden Sie sich bitte direkt an das Haus der Kulturen der Welt, Herrn Yven Augustin, Telefon 030/397 87-153. Mit freundlichen Grüßen Ihre Pressestelle der Kulturstiftung des Bundes Internationale Konferenz BILDERKRIEGE - BRUCHSTELLEN DER MODERNE im Haus der Kulturen der Welt Eine Veranstaltung der Kulturstiftung des Bundes und des Hauses der Kulturen der Welt Seit den Kontroversen um die Propheten-Karikaturen und die gewalttätigen Reaktionen in der islamischen Welt werden die Fragen nach den Spielregeln des Zusammenlebens von Menschen mit unterschiedlichen Werte-Orientierungen immer dringlicher. Schlagartig wurde das bereits erreichte Ausmaß der Globalisierung deutlich. Jegliche öffentliche Kommunikation ist inzwischen weltweit wahrnehmbar, eine Beschränkung auf rein nationalstaatliche Kontexte oder bestimmte Zielgruppen gibt es nicht mehr. Und parallel zur wirtschaftlich globalisierten Welt mit ihrer Orientierung an säkular-liberalen Freiheits- und Menschenrechten existieren neue Netzwerke ganz anderer Wertesysteme, die sich nicht länger an der Peripherie verorten lassen. Diese Dezentralisierung der Welt erfordert ein neues Nachdenken über die Art und Weise, wie wir zukünftig miteinander leben wollen. Die weltweite Akzeptanz der Werte, wie sie in der westlichen Welt entwickelt und über Jahrhunderte verbreitet wurden, erweist sich als brüchig. Wenn die liberalen Freiheits- und Menschenrechte Basis für das Zusammenleben in einer Welt werden sollen, müssen alle globalen Akteure von ihrer Relevanz überzeugt werden. Konflikte wie der Streit über die Mohammed-Karikaturen zeigen ein Ausmaß an Diskrepanz, das gerade die Vertreter liberaler Freiheitsrechte dazu zwingt, ihr Verhalten und ihre Strategien zur Überzeugung anderer Akteure kritisch zu überprüfen und neu zu formulieren. Es gibt sowohl in der islamischen Welt als auch in Europa Personen und Gruppen mit der Bereitschaft, einen Kampf um Werte konfrontativ aufzunehmen. Die jeweiligen Exponenten können sich trotz ihrer Gegnerschaft effektiv gegenseitig instrumentalisieren und Gegensätze verschärfen. Sie postulieren ihre eigene kulturelle Exklusivität, die es zu verteidigen gelte. Ihnen gemeinsam ist es, die andere Seite über die Taten der jeweiligen Extremisten zu definieren und sie dafür kollektiv haftbar zu machen. Daher werden Konflikte auch in Zukunft leicht aufflammen trotz der viele Stimmen, die um Ausgleich bemüht sind. Ziel dieser Konferenz ist es, Strategien zur Diskussion zu stellen, die Polarisierungen entgegen wirken. Sie will den Stimmen ein Forum bieten, die Frontstellungen zu überwinden suchen - aus der islamischen Welt wie aus Europa, von Christen, Muslimen, Juden oder liberalen Humanisten. Ein Defizit der teilweise hitzigen Debatten in den Medien war es, dass sie immer wieder in einen Schlagabtausch mit Stereotypen abglitten, anstatt zu helfen, drängende Fragen zu klären. Die Konferenz will Gelegenheit geben, die Komplexität einiger der aufgeworfenen Themen deutlich zu machen und die Vertreter verschiedener Positionen ins Gespräch zu bringen. Dabei konzentrieren wir uns auf fünf Themenkomplexe:
Welcher Logik folgen Medieninszenierungen in Zeiten der Globalisierung und welche Rolle spielt dabei die transkulturelle Ikonographie von Bildern? Wie gehen Vertreter staatlicher Institutionen und muslimischer Communities bei ihren Integrationsbemühungen in Europa und speziell in Deutschland mit Polarisierungen zwischen dem Islam und dem Westen um? Welche Bedeutung besitzt die Gleichzeitigkeit widersprüchlicher kultureller Anforderungen und Erwartungen für eine zeitgemäße Ausformulierung von zentralen Freiheits- und Menschenrechten? Welche globalen Veränderungen beeinflussen das weltweite Zusammenleben von Individuen und Gesellschaften? Und welche Strategien sind geeignet, eine fruchtbare Koexistenz zwischen Individuen und Gesellschaften mit unterschiedlichen Werte-Orientierungen für die Zukunft zu ermöglichen?
Entscheidend ist, ob sowohl weltweit als auch innerhalb einzelner Gesellschaften Verhaltensregeln entwickelt werden können, die in gegenseitiger Anerkennung eine für alle Beteiligten akzeptable Berücksichtigung unterschiedlicher kultureller Werte ermöglichen. Teilnehmer: Fathi el-Abed, Ludwig Ammann, Abdullahi An-Naïm, Seyla Benhabib, Sabine Berking Hans-Günter Gnodtke, Kai Hafez, Adel Hammouda, Amr Khaled, Anne Knudsen Nils Minkmar, Ziba Mir-Hosseini, Nicholas Mirzoeff, Ashis Nandy, Farish A. Noor Gari Pavkovic, Günter Piening, Ulrich K. Preuß, Muntaha al-Ramahi, Kevin Robins Walid Sadek, Werner Schiffauer, Peter Schneider, Karen Schönwälder, Emmanuel Sivan, Jonathan Steele, Krassimir Stojanov, Bernd Ulrich, Sabiha al-Zayed, Andreas Zumach Haus der Kulturen der Welt Yven Augustin John-Foster-Dulles-Allee 10 10557 Berlin Tel: 030/397 87-153 Fax: 030/3948679 <mailto:[EMAIL PROTECTED]>[EMAIL PROTECTED] -- rohrpost - deutschsprachige Liste zur Kultur digitaler Medien und Netze Archiv: http://www.nettime.org/rohrpost http://post.openoffice.de/pipermail/rohrpost/ Ent/Subskribieren: http://post.openoffice.de/cgi-bin/mailman/listinfo/rohrpost/
