Presseinformation

5 Jahre Hunger auf Kunst und Kultur - 5 Jahre im Zeichen der
Solidarität 

- Spendenkampagne Werden Sie Kunst & Kultur Spender/in startet

- 25.000 Tickets pro Jahr für Hunger auf Kunst und Kultur in Wien

- 122 Kulturinstitutionen und 169 soziale und karitative
Einrichtungen sind Partner der Aktion in und um Wien

- Wien ist Vorbild für Salzburg, Steiermark, Oberösterreich, Tirol
und Vorarlberg

Vor genau fünf Jahren haben das Wiener Schauspielhaus und die
Armutskonferenz die Aktion Hunger auf Kunst und Kultur initiiert,
um Menschen mit finanziellen Engpässen einen Zugang zu Kunst und
Kultur zu ermöglichen. Heute nehmen 20.000 KulturpassbesitzerInnen
das breite Angebot an Theater, Film, bildender Kunst, Tanz und Musik
gerne in Anspruch. Die Zahl der KulturpassbesitzerInnen wächst
täglich. Es gibt keinen Grund, warum Menschen das kulturelle Angebot
vorenthalten werden sollte, nur weil ihnen die finanziellen Mittel
dazu fehlen, hält Martin Schenk von der Armutskonferenz die
Bedeutung der Aktion fest. Die Finanzkrise kann die Situation noch
verschärfen. In Wien sind aktuell 137.000 Menschen von Armut
betroffen.

Armutsbetroffene besuchen um die Hälfte weniger (39%) kulturelle
Veranstaltungen oder Einrichtungen wie Personen mit ausreichendem
Einkommen (82%)., zitiert Schenk aktuelle Erhebungen der
Armutsforschung. Beim Besuch von Bibliotheken ist der Unterschied am
geringsten, bei Theater, Musical, Konzerten und Kino am höchsten.
Armutsbetroffene weisen einen dreimal geringeren Besuch von Kino,
Theater, Konzert oder Musical auf als die Restbevölkerung. 

Spendenkampagne Werden Sie Kunst & Kultur Spender/in

Um ein Zeichen der Solidarität zu setzen, startet nun eine
Spendenkampagne.

Die aktuelle Kampagne Werden Sie Kunst & Kultur Spender/in ruft vor
allem BesucherInnen der Kulturinstitutionen mit Foldern aktiv zum
Spenden auf. Wer spendet, erhält als Dankeschön einen Schokotaler.
Die Idee dahinter ist: jene, die es sich leisten können, finanzieren
Eintritte für die, die es sich nicht leisten können. Für die
Finanzierung der Tickets sind die einzelnen Kulturinstitutionen
nämlich selbst verantwortlich, sei es über Spenden oder Sponsoren.
Kostenlos zur Verfügung gestellte Inserate von Medien  und
Wirtschaftspartnern unterstützen die Kampagne medial, um mehr
Bewusstsein zu schaffen.

Eindrucksvolle Zahlen in nur fünf Jahren

War 2003 das Schauspielhaus noch das einzige Haus, so haben sich
mittlerweile 122 große, mittlere und kleine Kulturinstitutionen in
und um Wien quer durch alle Sparten der Initiative angeschlossen. 169
soziale und karitative Ausgabestellen (NGOs, AMS, Sozialzentren)
stellen Kulturpässe aus an Personen unter der Armutsgrenze, an
Sozialhilfe-, Mindestpensions- und Notstandshilfeempfänger sowie
Flüchtlinge. 25.000 Tickets werden jährlich an die 20.000 Wiener
Kulturpassbesitzer in Wien ausgegeben. Die Stadt Wien unterstützt die
Aktion seit 2007. Durch die Initiative Hunger auf Kunst und Kultur
kann man bereits heute zahlreiche Veranstaltungen bei freiem Eintritt
besuchen. Wir wollen uns auch weiter dafür einsetzen, dass Kunst und
Kultur jedem und jeder in dieser Stadt zugänglich sind. so Stadtrat
Andreas Mailath-Pokorny. 

Vieles hat sich mit den modernen Sozialstaaten geändert. Hunger und
Frieren gibt es nicht mehr als Massenphänomen. Aber auch heute leben
in Millionenstädten wie Wien 137.000 Menschen unter schwierigsten
sozialen Bedingungen. "Die Betroffenen können sich abgetragene
Kleidung nicht ersetzen, die Wohnung nicht angemessen warm halten,
keine unerwarteten Ausgaben tätigen, sie weisen einen schlechten
Gesundheitszustand auf, leben in überbelegten, feuchten, schimmligen
Wohnungen, so Schenk von der Armutskonferenz: Armut macht krank,
Armut macht einsam. Armut nimmt Zukunft."

Hunger auf Kunst und Kultur hat Vorbildwirkung

Dem Wiener Beispiel der Initiative Hunger auf Kunst und Kultur
folgten die Bundesländer Salzburg (2005), Steiermark (2006) und
Oberösterreich (2007) und heuer auch Vorarlberg und Tirol. Auch
international findet die Aktion immer mehr Nachahmer.

www.hungeraufkunstundkultur.at

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