CHRISTINE KÖNIG GALERIE

PRESSEINFORMATION - mit der Bitte um Ankündigung in Ihrem Medium:

ADIEU! A tribute to Nancy Spero and Leon Golub

Eröffnung: Donnerstag, 14. Jänner 2010, 19 - 21 Uhr, gemeinsam mit den Galerien 
Georg Kargl,
Engholm, Gabriele Senn und Momentum.
Ausstellungsdauer: 15. Jänner - 6. März 2010

Die Christine König Galerie zeigt in Erinnerung an Nancy Spero und Leon Golub 
Arbeiten  der beiden Künstler, die seit 1991 immer wieder mit Ausstellungen in 
der Galerie präsent waren. Beide haben in ihren gesellschaftskritischen 
Arbeiten seit den frühen 50er Jahren Krieg und Gewalt thematisiert. Christine 
König ermöglichte vier permanente Wandarbeiten Nancy Speros in Österreich 
(Ronacher Wien, Heeresspital Innsbruck, Jüdisches Museum Wien und in einem 
Privathaus in Wien). Eine große Nancy Spero Retrospektive ist im Centre 
Pompidou für 2010 geplant.


NANCY SPERO (1926, Cleveland - 2009, New York)

http://www.christinekoeniggalerie.at/news/09/Circle4.jpg

NANCY SPERO
Maenad Circle , 2003
Handdruck auf Papier
ø 35 cm
Courtesy Christine König Galerie, Wien/Vienna

AUSGEWÄHLTE EINZELAUSSTELLUNGEN 2009 Woman as Protagonist, und Herbert Boeckl-Preis 2009, 
Museum der Moderne Salzburg; Dissidances, Centro Andaluz de Arte Contemporaneo, Sevilla; 
2008 Dissidances, Museu d`Art Contemporani de Barcelona; 2003 LEON GOLUB NANCY SPERO, 
Christine König Galerie, Wien; 1997 NANCY SPERO: notes in time on women, Galerie Christine 
König & Franziska Lettner, Wien; 1996 Cycle in Time, New York Kunsthalle; Leon Golub 
and Nancy Spero, Retrospektive, Hiroshima City Museum of Contemporary Art, Japan; 1994-96 
War and Memory, Nancy Spero und Leon Golub Retrospektive und To The Revolution, 
Wandinstallation, The American Center, Paris und MIT List Visual Arts Center, Cambridge, 
Massachusetts; 1994 The First Language & The Black and The Red, Retrospektive, mit 
Wandinstallation, Malmö Konsthal, Schweden; 1993 Torture of Women, The First Language & 
The Hours of the Night, National Gallery of Canada, Ottawa; 1992 Codex Artaud, Museum of 
Modern Art, New York; Bilder 1981-1991, Christine König Galerie, Wien; 1990 The First 
Language, The Museum of Contemporary Art, Los Angeles, mit Wandinstallation To Soar; Nancy 
Spero, Works Since 1950, Retrospektive, Everson Museum of Art, Syracuse, New York 
(ebenfalls gezeigt im Museum of Contemporary Art, Chicago; MIT List Visual Arts Center, 
Cambridge, Massachusetts; The Power Plant, Toronto; The New Museum of Contemporary Art, New 
York); Nancy Spero, Retrospektive curated by Jon Bird, Institute of Contemporary Art, 
London; 1976 Torture of Women, A.I.R. Gallery, New York; 1973 Codex Artaud, A.I.R. Gallery, 
New York; AUSGEWÄHLTE GRUPPENAUSSTELLUNGEN 2007 Think with the Senses - Feel with the Mind. 
Art in the Present Tense, Biennale Venedig; 2001 Markers, Biennale Venedig; 2000 Kwangju 
Biennale 2000, Korea; 1997 Documenta X, Kassel; 1995 After Hiroshima - Message from 
Contemporary Art, Hiroshima City Museum of Contemorary Art, Japan; 1994 Cloaca Maxima, 
Museum der Stadtentwässerung, Zürich, curated by Hans-Ulrich Obrist; 1987 The Castle, 
Documenta 8, Kassel; 1986 Sydney Biennale, Australien.


“Die wichtigste Eigenschaft eines Künstlers ist Courage.” (Jean Rouch) Über ein 
halbes Jahrhundert trieb Nancy Speros Courage ihre enorme Vorstellungskraft an, 
die von Malerei über Collage und Druck bis hin zur Installation reichte. Sie 
schuf eine peinture féminine, die den Kampf der Frau in der patriarchalen 
Gesellschaft sowie die durch das Militär verursachten Schrecken ansprach. Nancy 
Speros Kunst ist vieldeutig, sie verwendet eine komplexe symbolische Sprache 
und Göttinnen aus griechischen, ägyptischen, indischen und heidnischen 
Mythologien als ihre Protagonistinnen.

Nancy Speros Arbeit war auch vom Dialog mit ihrem Ehemann Leon Golub geprägt, 
den sie Ende der 40er Jahre auf der School of the Art Institute of Chicago 
kennenlernte. Von 1959-1964 lebten sie in Paris, wo Nancy Speros Black 
Paintings entstanden - dunkle, figurative, expressive Malerei als Ausdruck 
ihres ersten Widerstands gegen die Konventionen der männlich dominierten 
Kunstwelt.

Ihre Rückkehr in die USA fällt mit dem Höhepunkt des Vietnamkriegs und der 
Bürgerrechtsbewegung zusammen. 1968 wurde Nancy Spero Mitglied der Art Workers 
Coalition, 1969 trat sie Women Artists in Revolution bei und wurde 1971 
Gründungsmitglied der Artists in Residence Gallery (A.I.R.), der ersten 
kooperativen Kunstgalerie von und für Frauen. In den War Series (1966-70) schuf 
die Künstlerin ein Bild des Konflikts als Rausch, sein grotesker Realismus noch 
verstörender durch eine “seltsame Kombination des Feierlichen und 
Erschreckenden”.

Der Codex Artaud (1971/72) gilt als eines der ersten postmodernen Werke, es 
sind Collagen, die Text und Bild gegenüberstellen. Der lineare Verlauf der 
Elemente erinnert an Hieroglyphen, die von Schriften Antonin Artauds entommenen 
Textteile verdeutlichen Nancy Speros “Wut und Enttäuschung gegenüber der 
Kunstwelt und der Welt im Allgemeinen”. Die Form der Schriftrolle bestimmt die 
weitere Entwicklung ihres Werkes: Hours of the Night, 1974 (Whitney Museum of 
American Art), Notes in Time on Women, 1979 (Museum of Modern Art, New York) 
und Torture of Women, 1976 (National Gallery of Canada, Ottawa).

„Ich glaube, meine Kunst kann als Protest bezeichnet werden. Ich sehe Dinge auf 
eine bestimmte Weise und als Künstlerin habe ich das Privileg, zu protestieren 
und öffentlich zu sagen, was ich denke. Meine stärksten Arbeiten entstanden 
wahrscheinlich deswegen, weil sie aus Empörung gemacht wurden. Da ich mich 
selbst als Feministin betrachte, will ich nicht, dass meine Arbeit eine 
Reaktion darauf ist, was männliche Kunst sein könnte oder was Kunst an sich 
wäre. Ich will, dass es einfach nur Kunst ist.“ (Nancy Spero)


LEON GOLUB (1922, Chicago - 2004, New York)

http://www.christinekoeniggalerie.at/news/09/L_Golub_Mao.jpg

LEON GOLUB
Mao Tse Tung (In Sarcophagus - 1977), 1978
Acryl auf Leinwand
35, 5 x 56 cm
Courtesy Christine König Galerie, Wien/Vienna


AUSGEWÄHLTE EINZELAUSSTELLUNGEN 2008 Did It!, Ronald Feldman Fine Arts, New York; 
2003 Rhona Hoffman Gallery, Chicago; 2003 LEON GOLUB NANCY SPERO, Christine König 
Galerie, Wien; 2000-2001 Irish Museum of Modern Art, Dublin, Retrospektive 
(ebenfalls gezeigt in: South London Gallery; The Brooklyn Museum of Art); 2000 
S.M.A.K. (Stedelijk Museum voor Actuelle Kunst), Gent; TRANS+KAPUTT, Christine 
Konig Galerie, Wien; 1996 Leon Golub and Nancy Spero, Retrospektive, Hiroshima City 
Museum of Contemporary Art, Japan; Gigantomachies: 1965-1969, New York Kunsthalle; 
1994-96 War and Memory, Nancy Spero und Leon Golub Retrospektive und To The 
Revolution, Wandinstallation, The American Center, Paris und MIT List Visual Arts 
Center, Cambridge, Massachusetts; 1994 The First Language & The Black and The 
Red, mit Wandinstallation, Retrospektive, Malmö Konsthal, Schweden; 1992 Leon Golub 
Paintings 1987-92, Institute of Contemporary Art, Philadelphia; An Incident, Musée 
D'Art Contemporaine de Montréal, Quebec; 1988 The Saatchi Collection, London; 1985 
Currents, Institute of Contemporary Art, Boston; 1984 Golub, Retrospective 
Exhibition, New Museum of Contemporary Art, New York (ebenfalls gezeigt in: La 
Jolla Museum of Contemporary Art, Kalifornien; Museum of Contemporary Art, Chicago; 
The Montreal Museum of Fine Arts; The Corcoran Gallery of Art, Washington, DC; 
Museum of Fine Arts, Boston); 1974 Museum of Contemporary Art, Retrospektive, 
Chicago; AUSGEWÄHLTE GRUPPENAUSSTELLUNGEN 2002 Documenta XI, Kassel; 2001 Markers, 
Venice Biennale; 2000 Kwangju Biennale 2000, Korea; 1987 The Castle, Documenta 8, 
Kassel; 1964 Documenta III, Kassel.


Leon Golub wurde, ebenso wie Nancy Spero, während der 50er Jahre als Mitglied 
der Monster Roster bekannt, deren Arbeiten Monster und Mensch-Tier Hybridwesen 
darstellten. Gegenteilig zur vorherrschenden Meinung der Vertreter des 
abstrakten Expressionismus war für Leon Golub die Darstellung von Ereignissen 
und Handlungen in der Kunst von immenser Bedeutung, um die moderne Welt zu 
begreifen. Leon Golub und Nancy Spero waren führend beteiligt an 
Künstlerbewegungen wie Artists and Writers Protest Against the War in Vietnam 
(1960er-70er) und Artists Call Against American Intervention in Latin America 
(1980er).

Leon Golubs Werk handelt von Macht und dem wiederholten Missbrauch von Macht 
durch Gewalt als Ausdruck organisierter, oft vom Staat ausgehender 
Unterdrückung und Brutalität. In den Arbeiten des Künstlers findet sich eine 
Spannung sowohl zwischen den Figuren und der Leinwand, als auch zwischen der 
Rolle des Künstlers und der Gesellschaft. Golub beschrieb seine Arbeit als 
“eine Definition, die beschreibt, wie sich Macht durch den menschlichen Körper 
und dessen Handlungen ausdrückt - wie politische und wirtschafltiche Macht in 
unserer Zeit demonstiert wird.”

In der Napalm Serie, die während des Vietnam Krieges entstand, wurde der Körper 
zum Symbol des Konflikts, zum Ausgangspunkt des Leidens. Die Beziehung zwischen 
schwarzen und weißen Soldaten in den Vietnam und Mercenaries Bildern 
reflektiert die Spannung zwischen den Bevölkerungsgruppen in den USA. Die 
Mercenaries und White Squad Serien (1979) zeigen Terorrismus und Folter als 
Auswüchse des Krieges, die oftmals in Vebindung mit der amerikanischen 
Interventionspolitik gebracht wurden. Die Riot Bilder hingegen stellen die 
Gewalt im Alltag dar.

Leon Golub hat sich in den letzten Jahren von der  Darstellung 
konfrontationsgeladener Bilder mehr und mehr abgewandt, wobei seine Sprache 
auch in den neueren Arbeiten scharf und explizit blieb. Hunde, Löwen und 
Cyborgs stellen Elemente der Aggression, des Unheimlichen und des Irrationalen 
dar.

"I have pictured some of the events and some of the kinds of experiences that 
undercut our current world pictures, that is to say the effects of power and domination, 
the uses of interrogation to control dissidence or opposition, how such behaviours effect 
the consciousness and psychic responses of victimizers and victims and also to indicate 
some of the public and private behavioral gestures of men acting out real time reactive 
scenarios." (Leon Golub)

(zit. Ausgewählte Texte von Leon Golub 1948-1996, Do Paintings Bite?, hrsg. von 
HU Obrist, Cantz 1997 und Irish Museum of Modern Art, 2000)


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