curated by_vienna 2010 / art&film
LUKAS FEICHTNER GALERIE_curated by STEPHAN REUSSE
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CONTRE-JOUR
Christoph Girardet/ Matthias Müller &
Wolfgang Ramsbott/Harry Kramer
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Eröffnung: Donnerstag, 6. Mai, 2010, 18 - 22 Uhr
Galerienfrühstück: Samstag, 8. Mai, 2010, 11 - 13 Uhr
Ausstellungsdauer bis 5. Juni 2010
Lukas Feichtner Galerie, Seilerstätte 19, 1010 Wien
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Samstag 10 bis 16
Uhr
curated by_vienna ist ein ambitioniertes Wiener Projekt zur Förderung
einer systematischen Zusammenarbeit zwischen Galerien und
KuratorInnen. Nach einem erfolgreichen Start im Jahr 2009 wird
curated by_vienna nun zum zweiten Mal von 6. Mai bis 5. Juni 2010 in
Wien stattfinden. Für das Projekt 2010 haben die 20 teilnehmenden
Galerien KünstlerInnen eingeladen, zum diesjährigen Thema „art&film“
Ausstellungen in den betreffenden Galerieräumlichkeiten zu
kuratieren. www.curatedby.at.
CONTRE_JOUR
Christoph Girardet/ Matthias Müller & Wolfgang Ramsbott/Harry Kramer
Bei der Präsentation der Arbeiten von Girardet/Müller und Kramer/
Ramsbott geht es um die Gegenüberstellung von Künstlerpaaren, die in
ihrem gemeinsamen Werk eigenständige Positionen in eine Synthese
überführt haben. Seit 1999 arrangieren Girardet/Müller Found-Footage-
Motivketten aus Bildern des großen Kinos und verweben diese teilweise
mit eigenem Material. Diesen aktuellen Arbeiten gegenübergestellt ist
die historische Position von Kramer/Ramsbott aus den frühen 60er
Jahren. Ihre Filme beziehen ihre suggestive Kraft und Dynamik aus
harten Licht- und Schattenbildern und der treibenden Rhythmik des
unterlegten Jazz.
Das wohl bekannteste Bild der Filmavantgarde, Dalís und Buñuels
zerschnittenes Auge aus Un chien andalou, hat sich gut gehalten.
Wofür es allerdings sorgte, ist, dass sich kein Filmkünstler auch nur
in seine Nähe wagt. Christoph Girardet und Matthias Müller hatten
diesen Mut, als sie für ihren Found-Footage-Flickerfilm Contre-jour
Spielfilmszenen von Augenoperationen sammelten. Auch ihre jüngste
Arbeit, Maybe Siam, nimmt das Thema Sehen noch einmal auf. Gegenstand
sind nun Kinomomente, in denen sich Blinde in Räumen bewegen. Die
Szenen laufen tonlos ab, zuvor allerdings erschließen sie sich
bereits aus der Perspektive der Protagonisten, wenn die Tonspur zu
Schwarzfilm abläuft. Der POV-Shot, die Einstellung aus dem
Blickwinkel einer Filmfigur, wird hier vorangestellt – aus „Sicht“
der Blinden.
Auch der Tänzer im Ramsbott/Kramer-Film Sackgasse erschließt sich
seine Welt jenseits der sichtbaren Realität. Erst seine Bewegung
setzt die fotografischen Stadtfragmente zueinander in Beziehung.
Found Footage auch hier – nur dass diese Avantgardefilmer ihr
Spielmaterial im Kamerasucher und in der Verbindung mit Kramers
kinetischen Skulpturen fanden. Der schnelle Wechsel von Licht und
Schatten, wie ihn Girardet und Müller in Countre-jour aus dem Erbe
der Avantgarde revitalisieren, ist ihr Element – als visuelle Musik.
Soll heißen: Mit den Augen hören. Wie die Blinden – in Maybe Siam –
mit den Ohren sehen.
(Daniel Kothenschulte)
Die Medienkünstler Christoph Girardet (geb.1966) und Matthias Müller
(geb.1961) studierten beide in der Film-und Videoklasse der HBK
Braunschweig und arbeiten in den Bereichen Film, Video und
Fotografie. Girardet und Müller haben ihre Arbeit in diversen
Einzelausstellungen präsentiert, so in der Bluecoat Gallery,
Liverpool, in der Galerie Solar in Vila do Conde, im Walker Art
Center, Minneapolis, und in gemeinsamen Werkschauen auf vielen
Festivals. Darüber hinaus waren ihren Arbeiten in verschiedenen
großen Ausstellungen vertreten, in denen das komplexe und
komplizierte Verhältnis von Kunst und Kino beleuchtet wurde (so in
„Playlist“ im Palais de Tokyo, Paris; „Collateral“ im Hangar Biocca,
Mailand, 2007; „Artists vs Hollywood“, Brisbane u. Newcastle, 2008/‘09).
Stephan Reusse (Kurator): Medienkünstler, lebt und arbeitet in Köln.
Studium an der HBK Kassel/Freie Kunst bei Harry Kramer (1980/86) und
an CALARTS Los Angeles (1988/89) – lehrte an der California State
University Long Beach, Los Angeles (1999) und der Kunsthochschule für
Medien in Köln (2000/06) – Ausstellungen u. a.: 21st Century Museum
of Contemporary Art, Kanazawa/Japan (2009); „Transparency“, Prag/
Tschechische Republik (2009); Nam June Paik Art Center, Korea (2008);
Residenzgalerie Salzburg (2006); Kasseler Kunstverein (2004/2008);
Kunsthalle Rotterdam (2003); Staatsgemäldesammlung, München (1998).
Für weitere Informationen und Bildmaterial kontaktieren Sie uns bitte
unter: [email protected]
Lukas Feichtner Galerie
Seilerstätte 19
A-1010 Wien
E-Mail: [email protected]
+ 43 1 512 09 10
mobil: + 43 676 338 71 45
oder + 43 664 453 77 35 (B. Pichler)
http://www.feichtnergallery.com/
www.curatedby.at
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