Montag, 10. Mai, 19.00
Schlagwort Borderline
Podiumsgespräch

Immer häufiger taucht in den Medien das Schlagwort Border-
line auf ? nicht selten im Kontext von Gewalt oder dem Sensa-
tionsaspekt der Selbstverletzung. Der Großteil der Bevölkerung
steht dem Begriff mit Ratlosigkeit gegenüber. Psychiatrische
Konzepte der Borderline-Störung scheinen Ausdruck einer
zunehmend individualisierten Gesellschaft zu sein. Struktur-
losigkeit, abnehmende Einbindung in soziale Netze, beruflich
prekäre Situationen und die daraus resultierende Identitäts-
unsicherheit ? das postmoderne Individuum wird nicht selten
selbst zum Grenzgänger. Doch sind deshalb alle Borderliner?
Was ist dran an der medial vermittelten Borderline-Gesellschaft?

Irene Apfalter, Integrative Therapeutin i.A.u.S. und ehemals Betroffene
Fritz Hausjell, Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft,
Universität Wien
Sonja Krückl, Borderline-Netzwerk e.V. / Österreich, Betroffene
Alice Sendera, Verhaltenstherapeutin, Österreichische Gesellschaft
für Dialektisch Behaviorale Therapie und Skills-Training (ÖDBT)
Gabriela Wagner, Psychosozialer Dienst der Stadt Tulln, Ärztin und
Integrative Gestalttherapeutin
Moderation: Dagmar Weidinger, freie Wissenschaftlerin und Journalistin




Dienstag, 11. Mai, 19.00
Solidarische Ökonomie ? ein Kind der Not?
Krise ohne Ende. Teil 2

Die zunehmend krisenhaften Entwicklungen des globalisierten
Kapitalismus machen die Suche nach Auswegen aus einer
allein am Profit orientierten Produktionsweise zur zentralen
Herausforderung unserer Zeit. Solidarische Ökonomie bemüht
sich um Alternativen, die soziale und ökologische Kriterien in
den Vordergrund stellen. Obwohl einzelne Projekte erfolgreich
sind, scheitern doch viele an kapitalistischen Marktlogiken,
denen sie sich oft nicht entziehen können. Welche Verände-
rungen sind notwendig, damit Solidarische Ökonomie ihr
emanzipatorisches Potential entwickeln kann?

Markus Auinger, Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik
Moderation: Petra Ziegler, Attac

Krise ohne Ende ? oder: Auswege aus der globalen Konkurrenz­
wirtschaft. Veranstaltungsreihe von Attac Österreich




Mittwoch, 12. Mai, 19.00
Geschichte und Öffentlicher Raum
Vortrag und Diskussion

In ganz Wien existieren zahlreiche Initiativen zur Umbenennung von  
Straßen und Plätzen, von der Arnezhofer Gasse über den  
Dr.-Karl-Lueger-Ring bis zur Anschlußgasse. So engagiert und scheinbar  
gut vernetzt die ProponentInnen der Umbenennung auch sein mögen ? etwa  
die Universität Wien ? so erfolglos war ihr Unterfangen bisher. Von  
den politisch Verantwortlichen sind stets dieselben Argumente zu  
hören: Zu teuer, mit zuviel Aufwand für die AnrainerInnen verbunden  
und obendrein ob des ?denkmalstürmenden Charakters? abzulehnen. War  
das immer so? Unter welchen Bedingungen erfolgten in den letzten  
hundert Jahren nach Maßgabe welcher Kriterien tatsächlich  
Umbenennungen? Und welche gesellschaftlichen und politischen Akzente  
wurden dabei jeweils eingeschrieben?

Birgit Nemec, Historikerin, Wien
In Kooperation mit Gedenkdienst




Freitag, 14. Mai, 19.00
Herzl und die Abschaffung des Staates
Vortrag

In Theodor Herzls zionistischem Utopie-Roman Altneuland ist
? gemessen an der nationalstaatlich gedachten ?modernen
Lösung der Judenfrage? im zuvor erschienenen Judenstaat ?
eine erstaunliche Feststellung zu finden: ?Wir sind kein Staat.?
Davon ausgehend lässt sich eine Spur zum heute weitgehend
vergessenen zionistischen Nationalökonomen und Soziologen
Franz Oppenheimer verfolgen, mit dessen Modell einer sozial-
liberalen Freibürgerschaft Herzl während der Arbeit am Roman
in Berührung kam. Inwiefern handelt es sich bei Herzls Utopie
nicht allein um eine national-jüdische, sondern auch um eine
universal verstandene Sozial-Utopie des dritten Weges?

Clemens Peck, Germanist, Universität Salzburg

Eine Veranstaltung zum 150. Geburtstag von Theodor Herzl






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