ausstellungsraum @ Monat der Fotografie Wien

Eduard Rahs: Diaphanogramme
Eröffnung > Donnerstag 4.11.2010, 20 Uhr
Mit einer Einführung von Timm Starl, Fotohistoriker  (http://timm-starl.at)


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                          aka andrea salzmann und stefan geissler 

ausstellungsraum.at im 1. und 2. Stock
Gumpendorferstraße 23, 1060 Wien
www.ausstellungsraum.at 



Eduard Rahs: Diaphanogramme
5.-27.11.2010 im Rahmen des Monats der Fotografie Wien


Bilder ohne Begriff
Eduard Rahs entwirft im Kleinen: Pigment, mit Alkohol versetzt, auf 
transparenter Folie mit spitzem Pinsel gemalt, verteilt, getropft, eine Fläche 
von 9 mal 6 cm nicht überschreitend. Das Ergebnis wird als Negativ aufgefasst 
und auf Fotopapier vergrößert. Was entsteht, sind abstrakte Schöpfungen als 
fotografischer Abzug. Der Vorgang hat noch in anderer Hinsicht fotografischen 
Charakter: Denn wie der Fotograf nicht sämtliche Details wahrnimmt, die sich 
vor dem Objektiv befinden, kann der malende Künstler nicht erkennen, was sich 
im Positiv niederschlagen wird.
Malerei mit Fotografie? Fotografie mit Malerei? Die Vorgehensweise kennt noch 
keinen Begriff. Sie gibt sich ein wenig wie das seit Mitte des 19. Jahrhunderts 
bekannte Verfahren des Cliché verre, bei dem der Künstler mit der Nadel in eine 
mit Ruß überzogene Glasplatte eine Zeichnung ritzt; anschließend wird die 
Platte fotografisch kopiert oder vergrößert, also ins Positive verkehrt. Die 
Kunst, könnte man sagen, nimmt eine fotografische Wendung.
Die unbemalten, durchsichtigen Bereiche der Folie haben sich in den Bildern von 
Eduard Rahs zu einem schwarzen Hintergrund gewandelt, auf dem phantastische 
Gebilde hervortreten, die vielfach zu schweben scheinen. Es ist ein Eindruck 
wie bei manchen Fotogrammen - doch welche Gestalt hätte das Objekt haben 
müssen, damit es solche Spuren hinterlässt? Oder sind sie aus dem Kosmos der 
Mikrofotografie erstanden? Manche Ergebnisse erfahren noch eine Überarbeitung 
mittels Fotoshop und erhalten Farbe: Die digitale Variante der Malerei greift 
ein, und wieder entsteht ein Abdruck. 
Was der Künstler hervorbringt lässt sich nicht nach dem Anschein 
identifizieren. Seine Arbeiten benötigen noch einen gemeinsamen Terminus, der 
das Zusammenspiel mehrerer Verfahren, eine besondere Verschränkung der Künste 
deutlich macht. 
Timm Starl, 2010
 
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