Montag, 6. Juni, 19.00
Mittels Raum regieren
Vortrag und Respondenz

Städtische Bevölkerungen werden durch staatliche Apparate in  
vielfältiger Weise mittels Raumproduktionen regiert. Bei Raumverboten,  
Videoüberwachung, crime mapping oder räumlich selektiver Polizeiarbeit  
wird von sozialen Verhältnissen
abstrahiert, indem Räume als gefährlich oder gar kriminell behandelt  
werden. Diese Abstraktion mittels Verräumlichung erlaubt es,  
gesellschaftliche Widersprüche ohne Bezug auf Gesellschaft zu  
regieren. Legitimiert wird sie durch Ideologien wie der Broken  
Windows-These, selbst legitimiert sie extralegale Kontrollpraxen,  
indem sie diese in die Rechtsform überführt.

Bernd Belina, Institut für Humangeographie, Goethe Universität,  
Frankfurt a. M.
Respondenz: Christoph Laimer, dérive ? Zeitschrift für Stadtforschung

In Kooperation mit dem IWK - Culture of Control?



Dienstag, 7. Juni, 19.00
Film und Psychiatrie
Vortrag

Das Thema Psychiatrie übte im 20. Jahrhundert eine beträchtliche  
Faszination auf Filmschaffende aus. In Filmen wie "Das Kabinett des  
Dr. Caligari" von Robert Wiene, "Spellbound" von Alfred Hitchcock,  
"Schock-Korridor" von Samuel Fuller oder "Einer flog über das  
Kuckucksnest" von Milos Forman, dominierte
die kritische Auseinandersetzung mit der Psychiatrie als  
Zwangsinstitution. Seit den 1980er Jahren kehrte sich der  
Beobachterstatus um: PhilosophInnen und vor allem  
PsychoanalytikerInnen entdeckten den Film als Analysematerial zur
Exemplifizierung ihrer Theoriekonzepte.

Thomas Stompe, Psychiater, Universitätsklinik für Psychiatrie



Mittwoch, 8. Juni, 19.00
Ceija Stojka
Zeitzeuginnengespräch

Ceija Stojka wurde als Kind im Nationalsozialismus verfolgt, weil sie  
Romni ist. Ein Großteil ihrer Familie wurde ermordet, sie selber in  
das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, danach in das  
Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück und von dort nach Bergen-Belsen  
deportiert. In den 1980er Jahren
begann sie sich literarisch mit ihrer Verfolgungsgeschichte, aber auch  
mit der Situation der Roma im Österreich der Nachkriegszeit  
auseinanderzusetzen.

Ceija Stojka, Schriftstellerin, Malerin, Musikerin
Moderation: Andreas Peham, Dokumentationsarchiv des österreichischen  
Widerstandes

In Kooperation mit GEDENKDIENST



Donnerstag, 9. Juni, 19.00
Zum Wandel von Arbeit, Beruf und Bildung
Vortrag und Respondenz

Im 20. Jahrhundert werden Arbeit und Beruf als Bildungsdomäne wieder  
"entdeckt". Neukantianismus, Lebensphilosophie und Pragmatismus  
greifen eine bereits seit längerem virulente Schul- und Sozialkritik  
gegenüber klassischen und bildungsbürgerlichen Zuschneidungen von  
Erziehung und Unterricht auf und erweitern einen Lernbegriff, der eine  
auf enge Fachlichkeit und Zweckorientierung gerichtete Integration in  
den Arbeitsprozess vorsieht. Diese auch am Erwerb orientierte  
Perspektive hat allerdings bereits ihre Vorläufer in der "Industrie"  
und 2Gewerbsamkeit". Im Leitbild des auf Beschäftigung und Kompetenz  
ausgerichteten selbstorganisierten Lernunternehmertums konvergieren  
sinnbezogene Bildungsansprüche und zweckorientiertes Selbstmanagement.

Philipp Gonon, Universität Zürich
Respondenz: Peter Schlögl, Österreichisches Instituts für  
Berufsbildungsforschung in Wien, ÖIBF

In Kooperation mit dem IWK - Jour fixe Bildungstheorie




TAGUNG: Fernsehen als Agentur des Sozialen

Donnerstag, 9. Juni, 16. 00 - 18.15
Freitag, 10. Juni, 10.00  und Samstag, 11. Juni, 10.00

Fernsehen ist eine gesellschaftliche Agentur, die in ihrem Kern damit  
beschäftigt ist, Bürgerschaftlichkeit herzustellen, zu  
problematisieren und zu verhandeln. Die Frage nach dem Fernsehen ist  
daher nicht nur eine nach "Inhalten" und "Programmen"; vielmehr liegen  
die Gebrauchsweisen seines Dispositivs darin, Teilhabe an Prozessen  
der Vergesellschaftung zu ermöglichen und somit gleichsam eine Form  
der Verbürgerlichung darzustellen - und zwar unter sehr spezifischen,  
politischen Vorzeichen, die es zu untersuchen gilt.


Donnerstag, 9. Juni, 16.00
16.00 Begrüßung: Klassenproduktion - Zur Einführung
Andrea Seier/Thomas Waitz (Universität Wien)

17.00 Zuschauern zuschauen.  As-Sociationen des Fernsehens
Markus Stauff, Universiteit van Amsterdam



Freitag, 10. Juni, 10.00
10.00 Die Dystopie Fernsehen.
Vrääth Öhner, Universität Wien

11.00 Fakt, Fetisch, Faitiche: Fernsehen.
Christina Bartz, Universität Paderborn

12.00 Ästhetische Konzepte des Gewöhnlichen und das Nebenschichten-Fernsehen.
Herbert Schwaab, Universität Regensburg

15.00 Sozialexperimente im Fernsehen.
Ramón Reichert, Universität Wien

16.00 Die Couch der Gesellschaft.
Matthias Thiele, TU Dortmund

17.00 "Raus aus den Schulden". Applikationsvorgaben für das  
,unternehmerische Selbst'.
Rolf Nohr, HBK Braunschweig



Samstag, 11. Juni, 10.00
10.00 Ich sehe was, was Du (noch) nicht siehst - Zur Verhandlung des  
Medial-Sozialen.
Uwe Wippich, Ruhr-Universität Bochum

11.00 "Whatever ? frak!"Repräsentationen von ,white trash' in  
US-amerikanischen Serien.
Ralf Adelmann, Universität Paderborn

12.00 Echte Lesben?!Klassenspezifische Adressierung in reality/quality  
Queer TV.
Andrea B. Braidt, Universität Wien


Eine Tagung des TFM Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft,
Universität Wien



Depot
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A-1070 Wien
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und der Kulturabteilung der Stadt Wien gefördert.








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