Demografische und sozialräumliche
Transformationen des Urbanen, ihre Logiken und ihre Geschichte
stehen im Fokus der zweiten Kulturrisse-Ausgabe 2011 mit dem
Titel „Urbane Räume: Zwischen Verhandlung und Verwandlung“.
Der Veränderung der Städte durch die migrationsbedingte
Neuzusammensetzung ihrer EinwohnerInnenschaft widmen sich
Texte von Erol Yildiz / Birgit Mattausch-Yildiz, Veronika
Duma / Tobias Zortea / Katherina Kinzel / Fanny Müller-Uri
sowie von Gabu Heindl. Bereits der Aufhängertext von Erol
Yildiz und Birgit Mattausch-Yildiz verweist auf
die Tatsache, dass Migration in der Geschichte nicht bloß
deutscher und österreichischer Städte eine historische
Normalität darstellt und auf vielfältige Art und Weise urbane
Alltagspraxen prägt. Auf einen spezifischen Ausschnitt der
Migrationsgeschichte Wiens fokussieren dann Veronika Duma,
Tobias Zortea, Katherina Kinzel und Fanny Müller-Uri:
Aus Anlass des 100. Jahrestags des „Aufstands der Vorstadt“
werfen sie einen Blick zurück auf die Entstehungsbedingungen
der „anarchischen“ Wiener Außenbezirke zwischen
migrationsbezogenen und sozialräumlichen Wandlungsprozessen.
Zurück in die Gegenwart und zur Bedeutung von Migration für
aktuelle städteplanerische Debatten und Praxen in Wien führt
der Beitrag von Gabu Heindl. Sie plädiert für eine
antirassistische Raumplanung, welche über das Spiel mit
modischen Labels wie „multi-“ oder „interkulturellem Wohnen“
hinauszugehen und den Konflikt als zentrales Charakteristikum
städtischen Lebens anzuerkennen habe.
Stärker auf die
sozialräumlichen Veränderungen des Urbanen fokussieren die
Beiträge im zweiten Teil des Heftschwerpunkts. Elke Krasny
resümiert ihr in Hong Kong realisiertes Rechercheprojekts City
Telling. Ihr Interesse galt dabei den „Verbindungen von
Gehen und Sprechen, von individueller und kollektiver Stadt“,
dem Gehen als Wissensproduktion, wo individuelle Bewegungen und
Adaptionen auf Policy- und InvestorInnenlogiken treffen. Wie
solche Logiken den sozialräumlichen Wandel kolonialer Städte
bestimmten, untersuchen Fahim Amir und Christina
Linortner. Vor dem Hintergrund eines Forschungsprojekts
zum Thema verfolgen sie dabei aus postkolonialer Perspektive die
„Migration“ von Raumkonzepten, Architekturen und Lebewesen durch
Zeit und Raum. Mit der Veränderung des sozialen Charakters
städtischer Räume im Laufe der Zeit setzt sich schließlich Andrej
Holm auseinander. Er spürt der Bedeutung kultureller
Logiken im Prozess städtischer „Aufwertung“ nach und konstatiert
nicht zuletzt auch eine gewisse Ratlosigkeit auf Seiten vieler
KünstlerInnen und AktivistInnen angesichts der eigenen
Involviertheit in städtische Aufwertungs- und
Verdrängungsprozesse.
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Kulturrisse 02/11
„Urbane Räume: Zwischen Verhandlung und Verwandlung“
Einzelpreis: 6,00
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Die Ausgabe ist auch in folgenden Buchhandlungen erhältlich:
In Wien: a.punkt, Anna Jeller, Leporello, Phil, Walther König
(MQ), Winter
In Linz: Lentos Shop
In Berlin: b_books, Pro qm