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Grazer Kunstverein/Steirischer Herbst 2011

EIN DORF AUS ÖSTERREICH
ONE VILLAGE FROM AUSTRIA
Martin Krenn
Video, 33 min, Austria, color, 2011, HDV

Speaker
Søren Grammel

Music
Martin Krenn

Trailer: http://www.youtube.com/user/FilmsMartinKrenn

The first time presented at
Public Folklore (co-production steirischer herbst 2011)
Grazer Kunstverein

Opening September 24, 2011 at 5 pm
Duration of the exhibition:
September 25 until December 7, 2011
www.grazerkunstverein.org

SYNOPSIS
All visuals in the film “One village from Austria” are scans of analogue photographs. About one half of them are images by Austrian amateur photographers provided by “Orthochrome – the archive of analogue Daily Life Photography” and the other half are photos by Martin Krenn, which he shot in the “Austrian Open Air Museum Stübing“ in July 2011. The spoken text is based on excerpts of the novel “Die Wolfshaut” by the Austrian writer Hans Lebert, which was first published in Hamburg in 1960. Additionally the Off-Voice cites parts of interviews conducted by Krenn with Roland Rust (Orthochrome) and the director of the Austrian Open Air Museum Mag. Egbert Pöttler.

PUBLIC FOLKLORE AT GRAZER KUNSTVEREIN
Artists: Eva Arnqvist (S), No Corruption (founded by Roza El-Hassan, HU), Annika Eriksson (S), Andreas Fogarasi (A), Folk Archive, detail (by Jeremy Deller & Alan Kane, GB), Jens Haaning (DK), Martin Krenn (A), Eva Linder (S), Mari Laanemets & Killu Sukmit (EST), Eva Labotkin (EST), Christian Philipp Müller (CH), Ilona Németh (SK), Audrius Novickas (LT), Joanna Rajkowska (PL), R.E.P. / Kseniya Gnylytska, Nikita Kadan, Zhanna Kadyrova, Volodymyr Kuznetsov, Lada Nakonechna, Olesia Khomenko (UA), Erzen Shkololli (KOS), Sean Snyder (USA), Helene Sommer (N), Jaro Varga (SK)

In conjunction with current social contexts in Europe, the project queries the function of folklorism within nationalist politics. The point of departure for the project is that current manifestations of folklorism are not only to be understood as an instrument of nationalist politics, but also as their actual production as well. For nationalist politics results, where it is successful, in folklorizing the public sphere a staged and artificially produced homogeneous reality. Artistic productions in Public Folklore will critically explore current phenomena of folklorization in politics, media, tourism, popular culture and commercialism.

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EIN DORF AUS ÖSTERREICH
Ein Film von Martin Krenn
Sprecher Søren Grammel

33 min, Österreich, Farbe, 2011, HDV

SYNOPSIS
In dem Film „Ein Dorf aus Österreich“ wird durch das Zusammenfügen von unterschiedlichen Bild- und Textelementen ein fragmentarisches und widersprüchliches Bild Österreichs in der Nachkriegszeit gezeigt. Verknüpft werden drei Darstellungsformen: Die offizielle (Freilichtmuseum), die literarische (Anti-Heimat Roman) und die private (Alltagsfotografien).

Der Film besteht ausschließlich aus Scans analoger Fotografien und einem gesprochenem Text (Søren Grammel). Bei den Fotografien handelt es sich um Aufnahmen von Martin Krenn, die das österreichische Freilichtmuseum Stübing zeigen und während eines einwöchigen Rechercheaufenthalts im Juli 2011 entstanden sind. Ergänzt werden diese Aufnahmen durch Alltagsfotos, die für den Film von „Orthochrome - Das Archiv für analoge Alltagsfotografie “ zur Verfügung gestellt wurden.

Den roten Faden durch den Film bilden Textstellen aus dem Anti- Heimatroman „Die Wolfshaut“ von Hans Lebert (1960). Es handelt sich um einen Mystery-Kriminalroman, der in der Nachkriegszeit spielt und von einem fiktiven österreichischen Dorf namens „Schweigen“ erzählt. Mysteriöse Todesfälle verweisen im Laufe der Handlung zunehmend auf ein vertuschtes Verbrechen der NS-Zeit (das auf einem realen Vorfall beruht). Der Roman gilt als erster Anti-Heimatroman aus Österreich und begründete dieses Genre maßgeblich mit.

Ergänzt werden die Romanzitate durch Auszüge von Interviews, welche Krenn mit dem Direktor des Österreichischen Freilichtmuseum Mag. Egbert Pöttler und einem der Gründer des Archivs für analoge Alltagsfotografie Roland Rust geführt hat.

Das Österreichische Freilichtmuseum zählt zu den zehn größten Freilichtmuseen Europas und ist wie ein Dorf strukturiert. Die originalen Bauwerke stammen aus acht österreichischen Bundesländern plus Südtirol. Orthochrome - Das Archiv für analoge Alltagsfotografie" wurde von den Künstlern Claus Prokop und Roland Rust und dem Grafiker Karl Ulbl in den vergangenen 10 Jahren aufgebaut. Im Film sind vorallem Kleinbild-Dias zu sehen, die von Städter_innen beim Landurlaub in Österreich aufgenommen wurden.

Die 1960’er Jahre sind im Film sehr präsent. So wurde „Die Wolfshaut“ erstmals 1960 in Hamburg veröffentlicht und erst nach einer Neuauflage in der DDR 1962 populär. Das Freilichtmuseum wurde 1962 gegründet und die meisten Alltags-Aufnahmen aus dem Orthochrome- Archiv sind ebenfalls in diesem Jahrzehnt entstanden.

Durch die Wahl von analogem Fotomaterial, den Verzicht auf jegliches Bewegtbild und den monoton gelesenen Text erinnert der Film an Dia- Vorführungen, wie sie vor allem in den 1960er und 1970er Jahren sehr beliebt waren. Nur hier dienen die Fotos nicht dazu einen Reisebericht zu illustrieren, sondern sie bilden die Kulisse für eine Romangeschichte und Interviews. Der Film stellt Fragen zu Musealisierung und Archivierung von Geschichte, der Authentizität von Geschichtsdarstellung, Folklore und Folklorismus und der Funktion des Dokumentarischen.

PUBLIC FOLKLORE IM GRAZER KUNSTVEREIN

Mit Eva Arnqvist (S), No Corruption (founded by Roza El-Hassan, HU), Annika Eriksson (S), Andreas Fogarasi (A), Folk Archive, detail (by Jeremy Deller & Alan Kane, GB), Jens Haaning (DK), Martin Krenn (A), Eva Linder (S), Mari Laanemets & Killu Sukmit (EST), Eva Labotkin (EST), Christian Philipp Müller (CH), Ilona Németh (SK), Audrius Novickas (LT), Joanna Rajkowska (PL), R.E.P. / Kseniya Gnylytska, Nikita Kadan, Zhanna Kadyrova, Volodymyr Kuznetsov, Lada Nakonechna, Olesia Khomenko (UA), Erzen Shkololli (KOS), Sean Snyder (USA), Helene Sommer (N), Jaro Varga (SK)

In den meisten Ländern Europas beobachten wir eine zunehmende Tendenz der nationalistischen Selbstkonstruktion in Kultur und Politik. Im Rahmen dieser aktuellen Ereignisse fragt das Projekt nach der Funktion des Folklorismus für die Errichtung politischer Glaubens- und Wertesysteme.
 
Das Projekt geht von der Annahme aus, dass gegenwärtige Erscheinungsformen des Folklorismus nicht nur als ein Instrument nationalistischer Politik zu verstehen sind sondern darüber hinaus auch als deren eigentliche Produktion. Denn nationalistische Politik resultiert dort, wo sie erfolgreich ist, in der Folklorisierung des Öffentlichen... einer inszenierten und künstlich hergestellten homogenen Realität.

http://www.grazerkunstverein.org

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