Montag, 10. Oktober, 19.00
Bildung und Soziale Arbeit
Gespräch und Diskussion

Diskurse der Diffamierung von Gruppen sind eine Möglichkeit  
Herrschaftsansprüche geltend zu machen und politische Eingriffe zu  
legitimieren. In der Debatte um "early school leavers" - also  
SchulabbrecherInnen - trifft es meist den männlichen, jungen  
Migranten, der in Forschung und Politik als problembeladen, ungebildet  
und gewaltbereit etikettiert und durch spezifische Maßnahmen betreut,  
verfolgt oder verwaltet wird. Inwiefern greift Soziale Arbeit in  
diesen Diskurs ein bzw. intensiviert ihn und welche Alternativen sind  
denkbar?

Josef Bakic, Erziehungswissenschafter, kriSo, FH Campus Wien
Mari Steindl, Sozialanthropologin, Interkulturelles Zentrum
Moderation: Marc Diebäcker, kriSo, FH Campus Wien

In Kooperation mit kriSo - Verein kritische Soziale Arbeit



Dienstag, 11. Oktober, 19.00
Die Zukunft der Stadt
Gespräch

Städtische Entwicklungsprozesse waren schon immer mit der sozialen  
Frage verknüpft. Diese stellt sich aktuell besonders angesichts von  
Gentrifizierung, zunehmendem Auseinanderklaffen der Wohlstandsschere  
und Kommerzialisierung des öffentlichen Raumes - auch vor dem  
Hintergrund städtischer Unruhen wie in Paris oder unlängst in London.  
In Hamburg kämpfen die unterschiedlichsten Initiativen gegen  
städtische Umstrukturierung und wehren sich gegen Großprojekte,  
engagieren sich für bezahlbaren Wohnraum und eine soziale Stadt.

Ted Gaier, Recht auf Stadt, Hamburg
Jens Dengschat, Soziologe, TU Wien



Mittwoch, 12. Oktober, 19.00
"Euthanasie" ? Geschichte und Erinnerung
Podiumsdiskussion

Die Erinnerung an die "Euthanasie"- Verbrechen im Nationalsozialismus  
und ihre Aufarbeitung in Österreich ist neuer Themenschwerpunkt im  
Rahmen der GehDenken!- Reihe. Zu Beginn werden offene Fragen zu  
verschiedenen Feldern - von Medizin bis hin zur pädagogischen  
Vermittlung - behandelt. Wo liegen noch offene Fragen in der  
historischen Forschung, welche Verbrechen müssen noch aufgearbeitet  
werden und wie gestaltet sich der Stand der Erinnerung an das  
"Euthanasie"- Programm des "Dritten Reichs" in Österreich?

Eberhard Gabriel, Otto-Wagner-Spital
Veronika Hofer, MedUni Wien
Wolfgang Neugebauer, Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes
Florian Schwanninger, Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim

In Kooperation mit GEDENKDIENST




Donnerstag, 13. Oktober, 19.00
"Pouvoir" der Zivilgesellschaft
Podiumsdiskussion

Wenn es dem Rechtspopulismus gelingt die Massen zu bewegen, wird er,  
im Wettstreit um die Gunst der WählerInnenschaft, nicht nur von  
rechten Parteien bedient. So wurde etwa im vorigen Jahr das  
Terrorismuspräventionsgesetz beschlossen, trotz Kritik das Gesetz  
könnte DemonstrantInnen und AktivistInnen kriminalisieren. Eine  
Zivilgesellschaft als politische Macht gibt es derzeit nicht. Wie kann  
die Struktur und Funktion der NGOs für diese notwendige  
zivilgesellschaftliche ?Gewalt? aussehen.

Simone Brenner, ENARA
Di-Tutu Bukasa, Völkerrechtler, Chefredakteur THE GLOBAL PLAYER
Bernhard Perchinig, Politikwissenschafter, Forschungsplattform
Human Rights in the European Context, Universität Wien

Eine Veranstaltung von ENARA ? European Network Against Racism
Austria



Freitag, 14. Oktober, 19.00
Roma in Serbien
kinokis mikrokino #184

Aus dem Kosovo vertriebene Roma versuchen in Belgrad zu überleben, in  
dem sie alte Autos zu Kleinlastern umbauen. Doch die Fahrzeuge, die  
aus dem Elend führen sollen, finden keine Gnade vor den Augen der  
Polizei. Der Film zu dieser Geschichte ist "die am häufigsten  
raubkopierte Doku des Balkans".
Pretty Dyana (Belgrad 2003). R: Boris Miti ´c, 45 min. OmdtUt

Ein Team sucht nach den aus Belgrad vertriebenen Roma der Siedlung  
unter der Gazela-Brücke und findet sie, verschleppt in entlegene  
Gegenden. Was verschwunden bleibt, sind die staatlichen Fördermittel,  
die eigentlich der Unterbringung der Gazela-Familien gewidmet wurden.
Gazela ? Temporary Shelter from 100 to 500 Years (Serbien 2009). R:  
Sasa Barbul, Vladan Jeremic, Sali Kadrijaj, Rena Raedle. 25 min

Anschließend Gespräch mit Sasa Barbul, Regisseur


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