PLUMPE SPEKULATION - 18. und 19.11.2011, GARAGE X, Petersplatz, 1010 Wien, ab 19.00
<http://www.univie.ac.at/iwk/Plumpe_Spekulation_web.pdf>

Detailliertes Programm als PDF <http://www.univie.ac.at/iwk/PS_Programm_klein.pdf>

Freitag, 18. November 2011, 19.00 Uhr
Ort: Garage X Theater, Petersplatz 1, 1010 Wien
Deaktivierung
19.00: Nachtlektion Nr. 1: Über das Zaudern (Film mit Joseph Vogl, von K. Harrasser und H. Hurtzig), Tischgespräche & Vorträge
20.00: 1 poor & one 0, BADco Zagreb
21.00: Tischgespräche, Vorträge und Screenings

u.a. mit Gabu Heindl, Helmut Lethen, Tomislav Medak, Nikolina Pristas, Drehli Robnik, Katja Rothe, Michael Stampfer, Benjamin Steininger, Ingo Zechner

Dererste Abend widmet sich Momenten des Utopischen in der Deaktivierung, dem Aussetzen, der Umkehr einer Bewegung. 1 poor and one 0 analysiert hierfür mit szenisch-choreographischen Mitteln die ersten Filmaufnahmen der Geschichte überhaupt: Die Bewegungsformen jener ersten Szene der Filmgeschichte, in der ArbeiterInnen die Fabrik verlassen. Joseph Vogl thematisiert das Zaudern als einen Schatten des Handelns, der mehr ist als Stillstand der Bewegung: Das Innehalten und Zögern macht Zeit- und Geschichtserfahrung erst möglich und stimuliert damit den Möglichkeitssinn.


Samstag, 19. November 2011, 19.00
Ort: Garage X Theater, Petersplatz 1, 1010 Wien
Soziale Choreographie
19.00: Tischgespräche, Vorträge und Screenings
20.00: We Shall Be Strong in Our Weakness, eine Präsentation des J R M I P mit Yael Bartana, Susanne Sachsse und Marc Siegel
21.00: Tischgespräche, Vorträge und Screenings

u.a. mit Gudrun Ankele, Barbara Kapusta, Bernd Kräftner, Judith Kröll, Dominic Oley, Sergej Pristas, Marc Ries, Constanze Ruhm, Benjamin Steininger, Axel Stockburger, Isabel Warner

Der /zweite /Abend kreist um den Begriff der Sozialen Choreographie, der Utopie von Gemeinschaft durch Anordnung von Körpern im Raum. Ausgangspunkt ist hier Yael Bartanas und dreiteiliges Filmprojekt J R M I P, das von der Katastrophe der Vertreibung der Juden und der Unmöglichkeit einer Wiedergutmachung ausgehend, eine Vision politischer Multipolarität entwickelt.

Charismatische Berater (Nicolas Siepen, Helmut Lethen) bieten an beiden Abenden Einzelgespräche an: 1968, Arabischer Frühling, Proteste in Spanien und Griechenland, die Occupy-Wall-Street-Bewegung in New York vermischen sich medial mit der vermeintlich großen Krise des Kapitalismus zu einer Erzählung mit aufforderndem Charakter. Wie soll man sich verhalten – Repolitisierung, Mobilisierung, Deaktivierung?

Wir denken uns politische und persönliche Entscheidungen im Alltag als notwendig und herleitbar. Gerade im Faktischen und Sachlichen lauert jedoch Erpressung. Denn Wirklichkeitsbehauptungen dienen nicht selten dazu, strategische aber im Kern kontingente Handlungen als unausweichlich und unhinterfragbar darzustellen. Dagegen lassen sich Techniken der Spekulation in Anschlag bringen. Die Spekulation ist eine visuelle Operation, die angebliche Sachzwänge aushebelt und Alternativen in den Blick treten lässt; eine Denkbewegung, die einen Wirklichkeitsausschnitt festhält und extrapoliert, die lieber Fragen stellt als Antworten gibt, die Konfliktherde ausleuchtet anstatt das Feuer zu löschen. Die Spekulation ist gleichzeitig eine alltägliche, wie eine schwer entwirrbare ökonomische Praxis, die Gewinn aus dem Ungewissen schlägt. Im ökonomischen Kalkül zirkulieren in hoher Geschwindigkeit Spekulationen um abstrakte Werte. Plump sind die Spekulationen des Abends im Sinne Bertolt Brechts und Walter Benjamins. Als plumpes Denken bezeichnen sie die Herstellung von (Sprach)Bildern, deren Anschaulichkeit nicht darauf abzielt, Abstraktionen zu illustrieren oder Modelle zur Weltgestaltung herzustellen, sondern umzingelt von Widersprüchen – und in pädagogischer Absicht – Position zu beziehen. Es geht also um ein Denken, das seine Freiheit nicht in der Abwendung von der Wirklichkeit gewinnt, sondern in einem Anschmiegen an ihre Unwägbarkeiten. Durch die Verpflichtung auf eine Antizipation seiner möglichen Effekte wird so ein Denken aber auch gewunden, stolpernd – plump eben.

Eine Veranstaltung von: The Art of Knowing (the limits of Knowledge), Karin Harrasser, Alexander Martos

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