_______/ PRESSEMITTEILUNG
______/ Kulturrat Österreich

__/ Innenministerin Mikl-Leitner lässt Geflüchtete in Krisenregion 
abschieben
__/ Solidarität mit dem Refugee Protest Camp Vienna

__/ Aufruf zu Demonstrationen!

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Die Lage eskaliert: Trotz akuter Bedrohung wurde am Montagmorgen unter 
dem Protest solidarischer Menschen ein Teil der Flüchtlinge, die an den 
seit November 2012 andauernden größten selbstorganisierten Protesten von 
Geflüchteten und AsylwerberInnen in Österreich beteiligt sind, in Haft 
genommen, um abgeschoben zu werden. Weitere Flüchtlinge sind in Gefahr. 
Neuesten Meldungen zufolge ist die Polizei in das Servitenkloster 
eingedrungen und nimmt Verhaftungen vor.

Zehn der betroffenen AsylwerberInnen mussten sich bereits seit mehreren 
Tagen täglich bei der Polizei melden und haben diese absurderweise 
„gelin deres Mittel“ genannte Auflage entgegen anderslautenden 
Medienberichten erfüllt. Am Sonntag wurden acht von ihnen bei diesem Akt 
der täglichen Meldung in vier verschiedenen Polizeistationen in Wien 
festgenommen und in Haft gebracht. Weitere Flüchtlinge aus der Gruppe 
wurden inzwischen aufgefordert, ebenfalls täglich der polizeilichen 
Meldepflicht nachzukommen. Da sie dies aus berechtigter Angst vor einer 
Abschiebung gegenwärtig nicht tun, müssen sie befürchten, jederzeit in 
Schubhaft genommen zu werden. Die Bescheide mit der Auflage der 
täglichen Meldung werden von Asyl in Not als rechtswidrig bewertet und 
beeinsprucht. Die Fremdenpolizei argumentierte damit, sie müsse „den 
aktuellen Aufenthaltsort von amtsbekannt rechtswidrig aufhältigen 
Fremden“ kennen. „Der amtsbekannte Aufenthaltsort“, so Asyl in Not, „ist 
aber das Servitenkloster, sodass schon für die Verhängung der täglichen 
Meldung keine Veranlassung bestand.“ Selbst dieser als sicher 
angenommene Schutzort wird von der Staatsgewalt nicht mehr akzeptiert – 
eine akute Verschärfung im Umgang mit AsylwerberInnen.

Ministerin Mikl-Leitner berief sich am Montag darauf, dass laut 
Bundesasylamt und unabhängigem Asylgerichtshof keine Asylgründe 
vorlägen. Da die Ermessensspielräume ausgeschöpft seien, müssten die 
Behörden fremdenpolizeilich handeln. Daher werde sie auch nicht von 
ihrer Möglichkeit Gebrauch machen, die Abschiebungen zu stoppen – was 
sie in ihrer Amtszeit ohnedies noch nie getan hat. Kardinal Schönborn 
äußerte sich bestürzt über die Umstände der Aktion und vermutet 
Wahlkampfkalkül. Auch die Caritas kritisiert das Vorgehen der Behörden 
auf das Schärfste.

Die Flüchtlinge, die mit ihren seit Monaten andauernden friedlichen 
Protesten auf die rigide österreichische Rechtslage und auf Missstände 
des Asylverfahrens aufmerksam machen, sind in ihren Herkunftsländern an 
Leib und Leben bedroht.

Der Kulturrat Österreich unterstützt die Forderungen der 
selbstorganisierten Flüchtlinge vollinhaltlich. Wir sind solidarisch mit 
dem Refugee Protest Camp Vienna - mit dem unermüdlichen Kampf der 
Flüchtlinge, mit der bemerkenswerten Unterstützung durch Einzelpersonen 
und Gruppen, mit dem Engagement von NGOs sowie engagierten kirchlichen 
Einrichtungen. In Österreich, in Europa braucht es eine fundamentale 
Änderung im Umgang mit Flüchtlingen!

Der Kulturrat Österreich verurteilt die Abschiebungen scharf.

Stoppt Abschiebungen – sofort und überhaupt!
Bleiberecht jetzt!

Nachsatz: Aus dem Abschiebegefängnis an der Roßauer Lände werden täglich 
(im Durchschnitt) sieben Menschen abgeschoben - zumeist ohne dass die 
Öffentlichkeit davon Kenntnis nimmt.


_______/ Infos

__/ Aufruf zur Demonstration: HEUTE 30.7.2013, 19h, 
Polizeianhaltezentrum Roßauer Lände 9, Wien. Weitere sind geplant!

__/ Twitter Hashtag: #refugeeprotest

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http://refugeecampvienna.noblogs.org

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http://www.facebook.com/RefugeeCampVienna


_______/ Rückfragen:

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