Hi XP'ler,

erst kuerzlich stand ich selbst erstmals vor der Situation, FreeXP unter
Windows XP einrichten zu "muessen" und durfte dabei feststellen, dass
man stellenweise doch einige Besonderheiten wissen und beachten sollte,
die sich von der Einrichtung von CrossPoint (und DOS-Programmen allge-
mein) unter Win9x unterscheiden.

Da sich zudem herausstellte, dass die Fragen, die sich mir dabei
stellten, selbst von Usern, die schon laenger XP unter WinXP betreiben,
nicht erschoepfend beantwortet werden konnten, fasse ich mal das, was
sich in den letzten Tagen und Wochen an fuer mich neuen Informationen
angesammelt hat, nachstehend zusammen.  Langfristig sollten diese
Informationen auch Eingang in eine FAQ auf www.freexp.de finden.

Ich bedanke mich bei Jochen Gehring, der aufgrund seines nahezu zeit-
gleich stattgefundenen Wechsels von Win98 zu WinXP sowie von jgXP zu
FreeXP eine wesentliche Quelle fuer diese Informationen war und auch
fuer einen neuen Workaround in FreeXP verantwortlich zeichnet (s.u.).

Die Infos gelten primaer fuer Windows XP und FreeXP, sollten aber auch
auf Windows 2000 und andere XP-Versionen (16bit) uebertragbar sein.
Hinweise/Korrekturen/Ergaenzungen sind willkommen, denn wie man sehen
wird, ist noch laengst nicht alles 100%ig ausgetueftelt.

Es wird davon ausgegangen, dass (Free)XP im Fenster betrieben wird.


1. Grundsaetzlich: XP sollte nicht auf einem Laufwerk mit aktivierter
   Systemwiederherstellung installiert werden, weil eine solche auch XP
   auf den vorherigen Stand zuruecksetzen wuerde; d.h. alle Nachrichten,
   die seit dem jeweiligen Zeitpunkt empfangen wurden, waeren verloren,
   und etwaige danach durchgefuehrte Reorganisationen wuerden rueckgaen-
   gig gemacht werden.


2. PIF-Verknuepfung: Im XP-Verzeichnis eine PIF-Verknuepfung anlegen
   (z.B. mit Rechtsklick im Windows Explorer oder Total Commander auf
   XP.EXE und Auswahl "Verknuepfung erstellen" ) und diese "XP.PIF"
   nennen.  Es ist wichtig, dass der Namensanteil der PIF-Verknuepfung
   identisch mit dem Namensanteil des Programms XP.EXE ist (wer XP.EXE
   umbenannt hat, muss dann auch der PIF-Verknuepfung den entsprechenden
   Namen verpassen).  Die PIF-Verknuepfung darf auch im Windows-
   Verzeichnis erzeugt oder dorthin kopiert werden (aber *nicht*, wie
   man vielleicht erwarten koennte, im Unterverzeichnis "PIF" des
   Windows-Verzeichnisses liegen!).


3. In den Eigenschaften der PIF-Verknuepfung (zu erreichen mit Rechts-
   klick auf die Verknuepfung selbst) die gewuenschten Einstellungen
   vornehmen.  Dabei empfehle ich fuer den Moment folgende Werte (ueber-
   wiegend dieselben wie schon unter Win9x):

   * Reiter "Programm": Irrelevant, da im Unterschied zu Win9x die
     PIF-Verknuepfung nicht direkt vom Desktop oder Startmenue aus
     ausgefuehrt werden sollte (siehe auch Punkt 4.).  Falls man das
     doch tun moechte, dort den Namen und Pfad des Programms eintragen.
   * Reiter "Schriftart": Irrelevant, Einstellungen werden von Windows
     ignoriert (auch dazu mehr in Punkt 4.).
   * Reiter "Speicher": Alles auf "Automatisch", "Geschuetzt"
     (Konventioneller Speicher) deaktivieren, "Verwendet HMA"
     (XMS-Speicher) aktivieren.
   * Reiter "Bildschirm": Einstellungen AFAICS irrelevant und werden
     weitgehend ignoriert.  "Dynamische Arbeitsspeicherreservierung"
     und "Schnelle ROM-Emulation" kann man deaktivieren, ob und was es
     bringt, ist mir noch nicht klar.
   * Reiter "Sonstiges":
     - Option "Immer aussetzen" (Hintergrund) deaktivieren; je nach
       Umgebung und Leistungsfaehigkeit des Systems kann es nach dem
       Mimimieren von XP auf die Taskleiste sonst z.B. zu CRC-Fehlern
       bei Modem-Netcalls, reduzierter Ausfuehrungsgeschwindigkeit bei
       Suchlaeufen (bis fast zum Stillstand) und einer insgesamt
       verlangsamten Reaktion des Programms auch in nicht minimiertem
       Zustand kommen.  Moeglicherweise treten diese Effekte unter WinXP
       aber sogar in weniger starkem Masse auf als unter Win9x.
     - Schieber bei Leerlaufaktivitaet in Richtung "Niedrig" stellen,
       ggf. auch ganz nach links.
     - Ausserdem entferne ich seit jeher unter "Zugriffstasten fuer
       Windows" bei allen DOS-Programmen den Haken bei "Druck", um die
       <PrtSc>-Taste zum Drucken des Bildschirminhalts nutzen zu
       koennen; leider wird diese Option aber ignoriert, wenn das
       Programm - wie in diesem Posting beschrieben und empfohlen -
       ueber eine LNK-Verknuepfung (statt direkt ueber XP.PIF oder
       XP.EXE) gestartet wird.
   * Reiter "Kompatibilitaet": Da kann man den Kompatibilitaetsmodus
     "Windows 95" aktivieren, aber notwendig ist das IMO nicht und ich
     weiss bisher auch nicht, ob und wie es sich konkret auswirkt.

   Primaer relevant sind hier jedenfalls die Speichereinstellungen.


4. Batchdatei erstellen: Eine Batchdatei mit beliebigem Namen in einem
   beliebigen Verzeichnis (kann, muss aber nicht im Pfad liegen)
   erstellen, die XP mit vollem Pfad startet (z.B. "C:\XP\XP.EXE").
   Diesen kleinen Umweg verwenden wir, um spaeter das passende Icon in
   der Titelzeile des XP-Fensters anzeigen zu koennen (siehe naechster
   Punkt).


5. LNK-Verknuepfung im Startmenue und/oder auf Desktop erstellen:
   Ueber "Start/Einstellungen/Taskleiste und Startmenue/..." oder mit
   Rechtsklick auf Desktop und "Neu/Verknuepfung" eine Verknuepfung zur
   in Schritt 3. erstellten Batchdatei erstellen - als "Speicherort"
   dabei den vollen Pfad zur Batchdatei (z.B. "C:\BAT\XP.BAT") angeben.

   Im Startmenue bzw. auf dem Desktop *keine* Verknuepfung zur XP.EXE
   anlegen - damit wuerde jeweils eine weitere PIF-Datei (statt einer
   LNK-Verknuepfung) erzeugt werden und es bestuende damit die "Gefahr",
   dass XP mit unterschiedlichen Einstellungen ausgefuehrt wird (je
   nachdem, ueber welche Verknuepfung es gestartet wurde), und man
   muesste mehrere PIF-Dateien pflegen und auf demselben Stand halten.

   Hinzu kommt, dass es nur durch das Anlegen und Ausfuehren einer
   LNK-Datei moeglich ist, nicht nur der Desktop- bzw. Startmenue-
   Verknuepfung ein passendes Icon zuzuweisen, sondern dies spaeter auch
   bei laufendem Programm in der Titelleiste des Fensters anzeigen zu
   lassen.  Bei direkt ueber eine PIF-Datei gestarteten DOS-Programmen
   sieht man im Unterschied zu Win9x naemlich nicht das der PIF-Datei
   zugewiesene Icon (das kann man ihr zwar zuweisen, aber es wird von
   Windows ignoriert), sondern das schwarz/weisse Icon "C:\" fuer einen
   DOS-Prompt.

   Anschliessend also die Eigenschaften der LNK-Verknuepfung mit Rechts-
   klick aufrufen und im Reiter "Verknuepfung" ueber den Button "Anderes
   Symbol" ein passendes Icon eintragen (im Falle von FreeXP natuerlich
   FREEXP.ICO im XP-Verzeichnis :-)).

   Ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht, haeufig benutzte Icons
   mit einem Tastatur-Shortcut zu versehen, um nicht immer erst mit der
   Maus umstaendlich das Icon suchen zu muessen.  Dazu unter dem Reiter
   "Verknuepfung" im Feld "Tastenkombination" den gewuenschten Shortcut
   druecken (z.B. <Ctrl-Alt-X>).  Ab sofort kann XP dann mit diesem
   Shortcut schnell und komfortabel und aus jedem anderen laufenden
   Programm heraus ausgefuehrt werden.

   Unter den Reitern "Optionen", "Schriftart" und ggf. "Farben" die
   gewuenschten Einstellungen vornehmen.  Speziell die Schriftartein-
   stellungen koennen nur hier (und spaeter bei laufendem Programm ueber
   die Eigenschaften der Titelleiste) vorgenommen werden, weil die
   Schriftart-Einstellungen in der PIF-Datei unverstaendlicherweise
   ignoriert werden (siehe auch Punkt 1.).


6. Wer schon einmal oder oefter einen Netcall mit XP und UKAW als
   externem Client durchgefuehrt hat, wird vielleicht festgestellt
   haben, dass sich nach dem Netcall um Zeile 11 herum ein blinkender
   Cursor im Hauptfenster (Brett- oder Useruebersicht) von XP befindet,
   der erst dann verschwindet, wenn man z.B. den internen Editor von XP
   benutzt hat.

   Dies ist eine - wohl aber nicht immer auftretende - Eigenheit von
   Windows XP, fuer die Jochen bereits einen Workaround gebaut hat, der
   in der naechsten FreeXP-Version enthalten sein wird.


7. Ebenfalls bei Netcalls mit UKAW wird man den Effekt erleben, dass
   nach dem Netcall der urspruengliche (und vom Namen der im vorher-
   gehenden Punkt erstellten LNK-Verknuepfung abhaengige) Fenstertitel
   (z.B. "FreeXP") nicht wieder restauriert wird, sondern der von UKAW
   eigentlich nur temporaer gesetzte Fenstertitel "CrossPoint/Agent ..."
   erhalten bleibt.

   Auch fuer dieses vermutlich von WinXP verursachte Verhalten gibt es
   einen Workaround, den sich aber jeder selbst bauen kann:

   Man legt sich eine Batchdatei XPTITEL.BAT mit folgendem Inhalt an:

     cmd /c title FreeXP

   Sofern man "FreeXP" als Titel haben moechte, ansonsten nimmt man, was
   einem gefaellt.

   Diese Batchdatei ruft man am Anfang der in Punkt 3. erstellten
   Batchdatei sowie am Ende der den Netcall durchfuehrenden UKAW.BAT mit
   "call XPTITEL.BAT" (ggf. vollstaendigen Pfad zu XPTITEL.BAT angeben)
   auf und hat so wie von Win9x gewohnt einen immer gleichbleibenden
   Text in der Titelzeile (ausser waehrend des Netcalls selbst, aber das
   ist man ja ebenfalls von Win9x gewohnt).


8. XP mit Doppelklick auf die Startmenue- oder Desktop-Verknuepfung
   oder ueber den entsprechenden Tastatur-Shortcut starten. :)  Die
   Speicher- und sonstigen Einstellungen der PIF-Datei im XP-Verzeich-
   nis werden - sofern sie nicht wie oben beschrieben ohnehin von
   Windows ignoriert werden - dabei automatisch geladen.


Das ist es fuer den Moment.  Abschliessend noch der Hinweis, dass FreeXP
ohnehin bereits seit laengerem einige WinNT/2K/XP-spezifische Routinen
besitzt (Clipboard-Zugriff, Versionserkennung, korrekte Erkennung des
absoluten und freien Festplattenplatzes, Workarounds fuer Windows-Bugs
im Bereich der Zurverfuegungstellung von XMS-Speicher, Erkennung von
RAM-Disks), die ueber die Schnittstelle XP_NTVDM.DLL realisiert wurden
und die den Betrieb unter diesen Betriebssystemen spuerbar erleichtern
und verbessern.

Gleichwohl koennen immer noch andere Ungereimtheiten auftreten, z.B.
habe ich bei Netcalls mit UKAW eine Aenderung der Fenstergroesse
beobachten koennen, deren Ursache mir noch nicht klar ist, geschweige
denn, dass ich einen Workaround dafuer wuesste.  In solchen Faellen nach
dem Netcall einfach den mittleren Button "Wiederherstellen" in der
oberen rechten Ecke des Fensters druecken - je nach aktuellem Zustand
des Buttons auch ein zweites Mal.

Das Thema "langsame Reaktion und Darstellung im DOS-Fenster" scheint mit
dem SP2 fuer WinXP, wie wir seit gestern wissen, behoben oder zumindest
abgemildert worden zu sein (unter Win2K ist es ja spaetestens seit SP4
definitiv behoben, wie hier bereits mehrfach und uebereinstimmend
berichtet wurde).  Ob sich das SP2 von WinXP auf allen Systemen aehnlich
oder identisch auswirkt, werden wir sehen.


Diskussionen zum Thema "XP unter Win2K/XP", sofern sie CrossPoint
allgemein betreffen, bevorzugt in de.comm.software.crosspoint.  Fuer
FreeXP-spezifische Anliegen und Probleme stehen die FreeXP-Foren wie
gehabt unter verschiedenen Zugangswegen zur Verfuegung - Naeheres siehe:

http://www.freexp.de/about.php#kontakte


        Michael
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FreeXP Support-Mailingliste
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