Diese Meldung aus dem heise online-Newsticker wurde Ihnen von
"[EMAIL PROTECTED]" gesandt. Wir weisen darauf hin, dass die Absenderangabe
nicht verifiziert ist. Sollten Sie Zweifel an der Authentizit�t des
Absenders haben, ignorieren Sie diese E-Mail bitte. 
------------------------------------------------------------------------

19.11.2004 16:07

Datensch�tzer: �berwachung ist eine "Gefahr f�r die Sicherheit"

Auf der heute in K�ln zu Ende gegangenen Datenschutzkonferenz DAFTA hat
der schleswig-holsteinische Landesdatensch�tzer[1] Thilo Weichert
kritisiert, dass es nach den Terroranschl�gen vom 11. September 2001 in
der deutschen Politik wieder salonf�hig geworden sei, Datenschutz als
T�terschutz zu bezeichnen. Ultima ratio der Sicherheitspolitiker seien
Repression und �berwachung. "Wie aber k�nnen wir unsere Werte vorleben,
wenn wir diese Werte Muslimen verweigern?", fragte er in seiner von den
Teilnehmern begeistert aufgenommenen Rede. 

Die einzige Antwort des Staates auf den Terror sei die
Weiterentwicklung von Hightech-Waffen und der "massive Ausbau" der
Geheimdienste gewesen, obgleich auch die klassische Polizeiarbeit
erfolgreich gewesen sei. Die Erkenntnis m�sse sein: "Eine kalkulierbare
Sicherheit ist nicht m�glich". Gleichwohl w�rden pr�ventive
�berwachungsma�nahmen eingef�hrt, zur Identifizierung von Personen
biometrische Merkmale in P�ssen eingebettet und die
Vorratsdatenspeicherung von Kommunikationsdaten vorangetrieben. 

Weichert warnte davor, dass �berwachung den �berwachern zwar ein "gutes
Gef�hl der St�rke" vermittle, doch selbst eine "Gefahr f�r die
Sicherheit" darstelle, wenn sie bei den �berwachten "Angst, Abwehr und
Aggression" hervorrufe. "Die Fremden werden uns mit jeder
�berwachungsma�nahme weiter fremd." Er legte seine Ansicht dar, dass
die Dem�tigung ein wichtiger Faktor f�r die Disposition zum Terroristen
sei. N�tig seien jedoch Dialog statt Ghettoisierung, Ausgleich statt
Konfrontation.

Der neue Bundesdatenschutzbeauftragte[2] Peter Schaar kritisierte in
seinem Vortrag unter anderem die Tendenz, dass Sicherheit viel
umfassender definiert werde, um gegen jedes regelwidrige Verhalten
vorgehen und damit das Verhalten des unschuldigen Durchschnittsb�rgers
kontrollieren zu k�nnen. Als Beispiel f�hrte er die in der �ffentlichen
Diskussion bislang kaum wahrgenommenen[3] Abrufm�glichkeiten der
Kontodaten durch Finanzbeh�rden auf, die das "Gesetz zur F�rderung der
Steuerehrlichkeit" (PDF[4]) erm�glicht. Das Gesetz war durch den
Bundestag einstimmig verabschiedet worden, nachdem das
Terrorismusbek�mpfungsgesetz zwei Jahre zuvor die Banken zur
Bereithaltung einer Datenbank mit Kontodaten f�r die
Sicherheitsbeh�rden verpflichtet hatte, um Geldstr�me von Verd�chtigen
leichter aufsp�ren zu k�nnen.

Tagungsveranstalter Bernd Hentschel von der Gesellschaft f�r
Datenschutz und Datensicherung (GDD[5]) merkte an, dass der B�rger
heute in jedem privaten und finanziellen Bereich "total ausgeleuchtet"
sei. Die immer neuen Erfassungsw�nsche des Staates br�chten bei der
Jagd auf Steuers�nder nicht nur das Bankgeheimnis in Gefahr.
(Christiane Schulzki-Haddouti) /
 (anw[6]/c't)

URL dieses Artikels:
  http://www.heise.de/newsticker/meldung/53454

Links in diesem Artikel:
  [1] http://www.datenschutzzentrum.de
  [2] http://www.bfd.bund.de
  [3] http://www.heise.de/newsticker/meldung/53404
  [4] http://217.160.60.235/BGBL/bgbl1f/bgbl103s2928.pdf
  [5] http://www.gdd.de
  [6] mailto:[EMAIL PROTECTED]

------------------------------------------------------------------------
Copyright 2004 Heise Zeitschriften Verlag

------------------------------------------------------------------------
FreeXP Support-Mailingliste
[EMAIL PROTECTED]
http://www.freexp.de/cgi-bin/mailman/listinfo/support-list

Antwort per Email an