Hallo Martin, hallo Bernd,
>
> Am Son, 07 Feb 1999 schrieb Martin Heidenbluth:
> >>
> >ach, und noch was...
> >wieviel Platz soll ich bei 48 MB RAM f�r die Swap-Partition reservieren?
> ...
> Eine Swappartition die gr��er als 128MB ist bringt nicht mehr. Leg
> daf�r mehere an. Zwei Swappartitionen mit jeweils 128MB bringt somit
> doppelt soviel wie Deine 500MB Partition. Das ist aber reichlich.
>
> Wieso glaubst Du, da� das zuwenig ist? Wenn viel geswapt wird, ist
> das eher ein Zeichen daf�r, da� der Hauptspeicher zu klein ist.
> ...
also nochmal kurz, was soll das mit dem Swap-Speicher. Der
vielgrpriesenen virtuellen Speicherverwaltung wird gerne
angedichtet, sie k�nnte Programmen mehr Speicher vorgaukeln,
als da ist. Dem ist mitnichten so. Es gilt folgende einfache
Grundregel:
Gesamte nutzbare Speichergr��e = physisches RAM + SWAP-Space
Gut, stimmt nicht ganz, da gehen Verwaltung, Kernel und so
was weg, aber grob stimmt's trotzdem. Das Wort virtuell
bedeutet f�r die Programme, da� der Speicher da ist. Wo, im
physischen RAM oder im Swap-Space ist Sache der
Speicherverwaltung.
Wir gro� soll der Swap-Space sein? Zu Zeiten, als RAM ein
knappes Gut war, weil teuer, lautete die Kompromi�-Regel --
Kompromi� zwischen Nutzen und Verwaltungskosten -- Swap = 2 *
physisches RAM. Wir leben nun aber in Zeiten, in denen 64MB
schon bel�chelt werden, 96MB, 128MB niemanden mehr aufmerken
lassen und Workstations bei Bedarf selbstverst�ndlich 256MB
und mehr bekommen. Das waren Gr��en, die hatten einmal
Fileserver als Plattenplatz!
Linux nutzt ein paar Kniffe (Linus sei Dank), die dazu
f�hren, da� RAM sparsam verwendet wird. Einer der wichtigsten
ist Copy on Write. Das hat zur Folge, da� Maschinen mit 64MB
und mehr in "normalen" Situationen SWAP kaum noch benutzen.
Das hei�t, SWAP-Space ist nicht mehr so wichtig.
Ich denke, heute kann die Regel ruhigen Gewissens auf
Swap-Space = 1 * pyhs. RAM reduziert werden, eventuell sogar
weniger. Gr�nde:
- ein X-Terminal kann meist auf Swap ganz verzichten, denn
wenn der Speicher so eng ist, da� der X-Server swappen
ausl�st, ist das Ding eh unbrauchbar. 12-16MB sind
ausreichend, auf Swap-Space kann verzichtet werden.
- Ein File-Server sollte soviel RAM haben, da� ein
ordentlicher Teil als Cache nutzbar bleibt. Auch hier sind
64MB schon satt. Wieder die Regel, wenn der Speicher so
knapp ist, da� f�r Caching nichts bleibt und die
Server-Aktivit�t swappen ausl�st, ist die Kiste unbrauchbar.
- Wenn die Verarbeitung grafischer Daten ins Spiel kommt,
hilft nur RAM, denn RAM ist rund 100.000-mal schneller als
Plattenspeicher (100ns gegen 10ms). Da helfen alle MHz des
Prozessors nichts!
Fazit: Das Auslagern von SELTEN benutzten Speicherbereichen
in einen Swap-Space ist akzeptabel, weil es zu keiner
signifikanten Beeintr�chtigung f�hrt.
Nochmal zur Erinnerung: Als ein 386er mit 16MB kam und man
stolz darauf war, haben 32MB Swap-Space erm�glicht gewisse
Dinge zum Laufen zu bringen, die anders einfach nicht gingen
(gcc, Kernel kompilieren z.B.). Aber Hand auf's Herz, wessen
Kiste swappt heute noch beim Kernel-Kompilieren?
Umgekehrt gefragt: Wer hat 256MB selten ben�tigten
Speicherplatz, da� ihm 256MB Swap-Space bei 128MB RAM n�tzen?
Ein True-Color-Bild (24Bit je Bildpunkt) in der Aufl�sung
1280 x 1024 Bildpunkte belegt rund 4MB RAM. Wo ist da das
Problem bei 128MB RAM?
Und wie schaut's bei mir aus: An wichtigen Dingen l�uft bei
mir im Moment:
1 X-Server samt xdm, fvwm2, 1 Applixware-Words, 1 Netscape
4.05, 1 Acroread, 1 X-Fontserver, versch. Netzwerkdienste,
mgetty usw.
von 64MB verf�gbarem Speicher sind immer noch 33MB f�r
Caching bereit, von 46MB Swap sind 100K genutzt.
Also, alles halb so wild. Die Zeiten, in denen Swap-Space
existentielle Bedeutung hatte, sind praktisch vorbei,
n�tzlich bleibt's trotzdem.
Also Martin, zur�ck zu Deiner Frage nach der gr��e des
Swap-Space. nochmal 48MB sollten bei 'normalem' Einsatz
v�llig ausreichend sein. Wenn Du 128MB brauchen solltest,
hast Du zu wenig RAM.
Sorry, jetzt war's nix mit dem 'kurz' von meiner Einleitung.
Ich bitte ich um Vergebung. Vielleicht hat der eine oder
andere doch was davon.
Weiterhin viel Freu(n)de mit Linux.
Martin
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Martin Jacobs * Windsbach * [EMAIL PROTECTED] und
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