Henriette Fiebig schrieb: > * Hätte 1. den Vorteil, daß einem Neuautor der Artikel nicht gleich > wieder „vernichtet“ würde, sondern er in einem – sagen wir mal: > Schonbereich in Ruhe daran arbeiten kann.
Das ist schonmal a) für den Neuautor kein Vorteil (weil er nicht auf der besseren Spielwiese, sondern an WP selbst arbeiten will und ihm dann doch wieder jemand zuvor kommen kann, bevor sein Werk wirklich "drin" ist) und b) für WP auch keiner, weil die Exklusionisten mit absoluter Sicherheit (!) dafür sorgen werden, dass dann nahezu *jeder* neue Artikel dort landet. Wir dürfen auf keinen Fall vergessen, dass die RKs einst für nichts anderes erdacht wurden, als für das, was wir heute "LAE 2b" (nach RKs eindeutig relevant, daher Diskussion vorzeitig beendet) nennen. Heute verstehen viele diese Kriterien als Gesetz, ja teilweise als "nur was da drin steht, DARF einen Artikel haben [und selbst das dann noch nicht sicher]". Wen kann man denn heute für WP gewinnen? Den Durchschnitts-Laien nicht, denn dieser hat von dem Thema zu wenig Ahnung, um auch nur einen Stub zu schreiben, der den Löschtrollen genügt. Davon ab, dass wohl niemand Kriterien versteht, die für ähnliche Themenbereiche völlig andere Anforderungen stellen (ein Film muss nur kommerziell existieren; ein PC-Spiel muss "wirtschaftlich erfolgreich" sein) und sich zu 99% nicht nachweisen lassen. Zudem kommt bei schlechten Artikeln kaum ein Löschantrag mit irgendeiner abfälligen Bemerkung über das "Machwerk" aus - "kein Artikel" wird sowieso zu fast allem gesagt, was kein EA ist... Und damit sind wir bei der nächsten vergraulten Gruppe: Den interessierten Laien. Diese haben durchaus fundiertes Fachwissen, aber von Quellenarbeit keinen Schimmer. Also schreiben sie einfach drauf los - sachlich idr. durchaus richtig. Was kommt? LA: "Theoriefindung" (schon das Wort versteht niemand, die englische Version ist klarer 'keine eigene Forschung'). Auch wieder nicht richtig. Quellen? Dass das halbe IRC über jede Fefe-Meldung redet, ist für die Leute dort offensichtlich - aber es lässt sich eben nicht nachweisen. Ebenso wenig die Tatsache, dass irgendeine Kneipe in einer Stadt jeder kennt. Und die Wissenschaftler? Kaum einer von denen hat Lust, einen Artikel zu schreiben, an dem nachher 'Bildungsferne Schichten' und Besserwisser herumfummeln. Der große Knick im Wachstum von Wikipedia waren nicht die gesichteten Versionen oder irgendwelche Benutzerschikanen - es waren leider leider fast alleine die Quellen und mit ihnen einhergehend Löschgründe wie "unbelegt" und "Theoriefindung". Ich denke nicht, dass wir auf dieses Merkmal heute verzichten können (eher im Gegenteil: Die de facto bestehende Quellenpflicht für neue Artikel endlich einmal öffentlich zugeben!), wohl aber müssen wir verstehen, dass dies sich nicht mit "jeder kann mitmachen" verträgt. -- Kai F. Lahmann _______________________________________________ WikiDE-l mailing list [email protected] https://lists.wikimedia.org/mailman/listinfo/wikide-l
