Hallo Liste,

nachdem sich die Eindrücke ein wenig gesetzt haben, möchte ich vom
Chemnitzer Linuxtag 2011 berichten.

Die Anreise erfolgte mit "Freedom Tours" (
http://wiki.fsfe.org/FellowshipProjects/FreedomTours ) per Bus aus dem
Rheinland schon am Freitag. Eine Busfahrt mit Freunden bietet eine
hervorragende Gelegenheit zum Gedankenaustausch. Dies geschah auch auf
der Hinfahrt. Die Rückfahrt in der Sonntagnacht wurde aber eher zum
Schlafen genutzt - so ein Event ist ganz schön anstrengend.

Wie schon auf der Fosdem hatten wir wieder einen Gemeinschaftsstand mit
unseren Freunden von CACert ( http://www.cacert.org/ )  Durch glückliche
Fügung befand sich dieser im Eingangsbereich.

Als Standpersonal fungierten Mechtilde und ich, während Michaela im
weiteren Umfeld auf die Präsenz von OpenOffice.org aufmerksam machte.

Gut aufgenommen wurden die Sticker-Postkarten. Auch unsere neuen Flyer
fanden den weg ins Publikum. Neben den üblichen Anwenderfragen, gab es
auch die "politischen" zu den Gründen des Forks. Insoweit war es uns ein
Anliegen, deutlich zu machen, dass beide Projekte in Ihrem Ziel, nämlich
der langfristigen Sicherstellung der Existenz und der Weiterentwicklung
einer professionell einsetzbaren Freien Officesuite übereinstimmen, dass
die Divergenzen also lediglich Strategie und Taktik zur Verfolgung
dieses Ziels betreffen. Im Übrigen haben wir meist angeregt, doch die
Leute am LibreOffice-Stand zu ihren Beweggründen zu befragen.

Am Samstagabend habe ich meinen Vortrag zu "Freien und Offenen
Standards" gehalten. Auch wenn im Hörsaal noch Plätze frei blieben, war
das Interesse an einem derartigen "politischen" Thema ganz erfreulich.
Die etwa halbstündige Diskussion nach dem Vortrag war intensiv. Michaela
hat mich als "Saalengel" gut unterstützt. Die Probleme, den
Einschaltknopf des Saalmikrofons zu finden, konnten als Beispiel für die
Folgen einer fehlenden Standardisierung der UI dienen.

Sonntagmorgen habe ich mir den Vortrag von Andre und Jacqueline
angehört. Andre hatte den "politischen Teil" zur Documentfoundation und
deren Entwicklung übernommen. Wohltuend war, dass er ersichtlich sehr um
eine sachliche Darstellung bemüht war. Jacqueline hat dann die Neuheiten
in OpenOffice.org und LibreOffice 3.3 vorgestellt. In der anschließenden
Diskussion überwogen deutlich die typischen praktischen Anwenderfragen
nach dem Schema "In XY mache ich etwas soundso; wie geht das in
OpenOffice/Libreoffice?".

Zahlreiche Gespräche haben wir sowohl mit dem Publikum als auch mit
Mitausstellern geführt. Mit Jörg Luther, dem Chefredakteur des LinuxUser
 ( http://www.linux-community.de/Users/Special/Redaktion/Joerg-Luther ),
konnten wir ein Hintergrundgespräch führen.

Beim Kaffee in der "VIP-Lounge" konnten wir auch ein Gespräch mit der
besatzung vom LibreOffice-Stand führen. Meine Frage, ob auf der
OpenRheinRuhr einen Gemeinschaftsstand machen, wurde bejaht. Gespräche
mit anderen austellern haben ergeben, dass dies von den Anwendern, vor
allem aus dem Bereich kleinerer und mittelständischer Unternehmen als
wichtiges positives Signal aufgefasst werden wird. Da die ORR im letzten
Jahr das erste Event mit getrennten Ständen war, würde es mich sehr
freuen, wenn es dieses Jahr mit einem Gemeinschaftsstand klappen würde,
obwohl wir uns mit unseren Freunden von CACert sehr wohl gefühlt haben.

Auch für ein Linuxevent in Pforzheim eine Woche vor der ORR haben wir
gegenüber dem anfragenden Veranstalter eine entsprechende Bereitschaft
unsererseits erklärt

Auch wenn Events wie die CLT anstrengend sind, so lohnen sie sich
dennoch. Zu diesem Fazit ist auch Andre in seinem Bericht

http://libobil.blogspot.com/2011/03/ein-wochenende-in-chemnitz.html

gekommen.

Gruß
Michael
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