> -----Ursprüngliche Nachricht-----
> Von: [email protected] [mailto:fossgis-talk-liste-
> [email protected]] Im Auftrag von Daniel Kerkow
> Gesendet: Freitag, 4. Dezember 2015 14:07
> An: [email protected]
> Betreff: [FOSSGIS-Talk] Solarpotential Daten
> 
> Hallo Liste,
> ich habe da mal eine Frage, die sich eher auf Datengrundlagen bezieht.
> 
> Angesichts des Klimagipfels würde mich mal interessieren, wie das weltweite
> Solarpotential von Gebäuden ist, nachdem sich "offizielle" Zahlen oft stark
> unterscheiden.
> Meine Idee ist, die Gebäude aus OpenStreetMap zu ziehen und zu berechnen,
> wie deren Solarpotential bei "idealer" oder "konservativer" Schätzung wäre.
...
> Viele Grüße,
> Daniel
> Geolicious GbR


Hallo,
wir haben ein Solar-Potential-Kataster für eine Stadt online.
http://map.lage.de/?GIS-Themen/Kunden-Projekte 
z.B. http://map.krz.de/cms/cms2mapu.php?id=460 

Wir kümmern uns allerdings nur um den GIS-Teil. Die Berechnungen wurden von 
einem anderen Dienstleister gemacht. Trotzdem habe ich bei dem Projekt ein paar 
Kenntnisse erworben:

Die Datengrundladen sind in diesem Fall Laserscandaten des Landes NRW (x,y,z).
Es reicht ja nicht, zu wissen, dass irgendwo ein Gebäude ist. Man braucht 
Informationen über die Dachform, Ausrichtung und Neigung des Daches. Das sind 
prinzipiell die gleichen Informationen die man auch braucht, um ein 3D-Modell 
darzustellen. In OpenStreetMap sind solche Angaben nur selten zu finden 
(Dachform, Lage der Firstlinie).

Geeignet für kristalline Photovoltaik-Kollektoren sind schräg geneigte 
Dachflächen mit einer Ausrichtung nach Süden (Module direkt auf die 
Dachflächen) oder Flachdächer (Module aufgeständert, mit Abständen zwischen den 
Reihen damit sie sich nicht gegenseitig beschatten).
Für Solarthermie (Warmwasser) oder Dünnschicht-Module muss weniger streng auf 
die Süd-Ausrichtung geachtet werden. 

Noch besser ist es, wenn man auch die Verschattung durch benachbarte Objekte 
(Gebäude, Schornsteine, Bäume) berücksichtigt.

In unserem Projekt wurden Laserscandaten von ca. 1 Punkt je Quadratmeter 
verwendet. Das ist schon ein paar Jahre her.
Inzwischen stehen bessere Daten zur Verfügung. Für die Ermittlung von Neigung 
und Ausrichtung waren diese Daten ausreichend. Die Flächengrößen aus diesen 
Daten sind allerdings etwas ungenau. Das ist bei nachfolgenden Projekten durch 
Einbeziehung des Gebäude-Grundrisses aus ALKIS verbessert worden.

Wenn ein Gebäude von der Dach-Ausrichtung prinzipiell geeignet ist, muss man 
sich im nächsten Schritt natürlich noch die Statik anschauen.   

Dass man gezielt nach "Gebäuden" sucht, ist eine Folge der deutschen 
Förderungspolitik. Das EEG [1] sieht bzw. sah eine Förderung (Preisgarantie) 
nur für Solaranlagen nur auf Dächern vor.
Wenn man das "weltweite" Solarpotential betrachten möchte, dann ist diese 
regionale Besonderheit irrelevant. Dann könnte man Solarmodule auch ebenerdig 
oder an Berghängen aufstellen.

MfG
Frank Jäger

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Erneuerbare-Energien-Gesetz


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