Hallo Frank, danke schonmal für die ausführliche Antwort.
Ich habe mir schon gedacht, dass das so einfach nicht wird, aber ich frage mich, ob es eine Art Grundlinie gibt, die man aus den bestehenden Daten (Hausgrundrissen) berechnen kann, um auf eine konservative Schätzung mit sowas wie 20%+ Fehler nach oben zu kommen. Ein Mindestertrag ohne Einbeziehung lokaler Abschattung etc. Weltweite freie Daten zu Dachausrichtung wird es ja wahrscheinlich so bald nicht geben, und auch entsprechende LIDAR Daten sind ja wohl noch nicht global am Horizont zu sehen. Wenn man aber so eine Baseline berechnen könnte, wäre das ja schon durchaus hilfreich. Recht hast du natürlich auch was die Standortbindung außerhalb Deutschlands oder dicht besiedelter Gebiete angeht. In ländlichen Regionen dürfte es viel einfacher sein, Module neben das Haus zu stellen. Aus ökonomischer Perspektive allerdings denke ich, dass das Potential in suburbanen Kontexten mit entsprechenden Einkommen noch viel höher, und daher interessanter ist. Eine weitere Idee zur günstigen Gewinnung der Dachflächen wäre natürlich die Erhebung mittels UAV und einer DSM-Generierung aus Luftbildern, aber auch das ist natürlich erstmal nur für einzelne Gebiete möglich. Viele Grüße, Daniel Kerkow ___________________________________________ Geolicious GbR Die Agentur für Geo-Kommunikation Daniel Kerkow Geschäftsführer mobil: 0176 98 61 65 22 e-mail: [email protected] web: www.geolicious.de <http://www.geolicious.de/> Geolicious GbR c/o Daniel Kerkow Binzstraße 48 13189 Berlin Gesellschafter: Riccardo Klinger Daniel Kerkow Jakob Hafner Sitz der Gesellschaft: Berlin Ust-ID: DE289107523 Am 7. Dezember 2015 um 12:28 schrieb Jäger, Frank (KRZ) <[email protected]>: > > -----Ursprüngliche Nachricht----- > > Von: [email protected] [mailto:fossgis-talk-liste- > > [email protected]] Im Auftrag von Daniel Kerkow > > Gesendet: Freitag, 4. Dezember 2015 14:07 > > An: [email protected] > > Betreff: [FOSSGIS-Talk] Solarpotential Daten > > > > Hallo Liste, > > ich habe da mal eine Frage, die sich eher auf Datengrundlagen bezieht. > > > > Angesichts des Klimagipfels würde mich mal interessieren, wie das > weltweite > > Solarpotential von Gebäuden ist, nachdem sich "offizielle" Zahlen oft > stark > > unterscheiden. > > Meine Idee ist, die Gebäude aus OpenStreetMap zu ziehen und zu berechnen, > > wie deren Solarpotential bei "idealer" oder "konservativer" Schätzung > wäre. > ... > > Viele Grüße, > > Daniel > > Geolicious GbR > > > Hallo, > wir haben ein Solar-Potential-Kataster für eine Stadt online. > http://map.lage.de/?GIS-Themen/Kunden-Projekte > z.B. http://map.krz.de/cms/cms2mapu.php?id=460 > > Wir kümmern uns allerdings nur um den GIS-Teil. Die Berechnungen wurden > von einem anderen Dienstleister gemacht. Trotzdem habe ich bei dem Projekt > ein paar Kenntnisse erworben: > > Die Datengrundladen sind in diesem Fall Laserscandaten des Landes NRW > (x,y,z). > Es reicht ja nicht, zu wissen, dass irgendwo ein Gebäude ist. Man braucht > Informationen über die Dachform, Ausrichtung und Neigung des Daches. Das > sind prinzipiell die gleichen Informationen die man auch braucht, um ein > 3D-Modell darzustellen. In OpenStreetMap sind solche Angaben nur selten zu > finden (Dachform, Lage der Firstlinie). > > Geeignet für kristalline Photovoltaik-Kollektoren sind schräg geneigte > Dachflächen mit einer Ausrichtung nach Süden (Module direkt auf die > Dachflächen) oder Flachdächer (Module aufgeständert, mit Abständen zwischen > den Reihen damit sie sich nicht gegenseitig beschatten). > Für Solarthermie (Warmwasser) oder Dünnschicht-Module muss weniger streng > auf die Süd-Ausrichtung geachtet werden. > > Noch besser ist es, wenn man auch die Verschattung durch benachbarte > Objekte (Gebäude, Schornsteine, Bäume) berücksichtigt. > > In unserem Projekt wurden Laserscandaten von ca. 1 Punkt je Quadratmeter > verwendet. Das ist schon ein paar Jahre her. > Inzwischen stehen bessere Daten zur Verfügung. Für die Ermittlung von > Neigung und Ausrichtung waren diese Daten ausreichend. Die Flächengrößen > aus diesen Daten sind allerdings etwas ungenau. Das ist bei nachfolgenden > Projekten durch Einbeziehung des Gebäude-Grundrisses aus ALKIS verbessert > worden. > > Wenn ein Gebäude von der Dach-Ausrichtung prinzipiell geeignet ist, muss > man sich im nächsten Schritt natürlich noch die Statik anschauen. > > Dass man gezielt nach "Gebäuden" sucht, ist eine Folge der deutschen > Förderungspolitik. Das EEG [1] sieht bzw. sah eine Förderung > (Preisgarantie) nur für Solaranlagen nur auf Dächern vor. > Wenn man das "weltweite" Solarpotential betrachten möchte, dann ist diese > regionale Besonderheit irrelevant. Dann könnte man Solarmodule auch > ebenerdig oder an Berghängen aufstellen. > > MfG > Frank Jäger > > [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Erneuerbare-Energien-Gesetz > > > -- .................................................................... FOSSGIS 2016, Die Konferenz für Open Source GIS mit OpenData und OpenStreetMap in Zusammenarbeit mit der agit! 4.-6. Juli 2016 in Salzburg http://www.fossgis.de/konferenz/2016/ FOSSGIS e.V, der Verein zur Förderung von Freier Software aus dem GIS-Bereich und Freier Geodaten! http://www.fossgis.de/ https://twitter.com/fossgis_eV ____________________________________________________________________ FOSSGIS-Talk-Liste mailing list [email protected] https://lists.fossgis.de/mailman/listinfo/fossgis-talk-liste
