Hallo Simon, Andreas und Liste,
wie wahrscheinlich der Gro�teil von Euch verfolge ich seit Tagen diese
interessante Diskussion zwischen Technik-Simon (vision�r) und
Zusatznutzen-Andreas (bedarfsorientiert).
Hier spiegelt sich das klassische Problem der Technik "Muss alles was
machbar ist auch gemacht werden", und dann das Problem des Marketing
"kann das Machbare auch verkauft werden ?" wider. Dass der Mittelweg
zum Ziele f�hrt, scheint in der Diskussion aussen vor zu sein, was
wiederum ein typisches Kommunikationsproblem ist - nur nicht zugeben,
dass der andere recht hat.
Auch ich bin in der Sache etwas schizophren. Wenn ich die technische
Entwicklung betrachte, dann muss ich Simon durchaus recht geben, dass
viele Sachen, die entwickelt wurden, und anfangs unerreichbar teuer
waren, sich bald in den Alltag eingeschlichen haben (Video, PC,
schnurloses Telephon) und als normal angesehen werden. Vermutlich
w�rde sogar etwas fehlen, sollten sie nicht zur Verf�gung stehen.
Andererseits hat es auch Flops gegeben (Laserdisc, BTX, Bildtelephon)
- technisch �berlegen, aber zu teuer und es wurde nie die kritische
Masse erreicht.
Wenn ich nun die Seite von Andreas betrachte, dann stimme ich,
konservativ wie ich mit 28 nun mal bin(also ein paar Jahre vor der
"echten" Computergeneration grossgeworden) , mit ihm �berein, dass
nicht jeder Schnickschnack, der irgendwo eingebaut ist, auch benutzt
wird. Ich finde es zwar toll ein Autoradio zu haben, aber wenn es so
viele Funktionen zum Einstellen hat, dass ich mich nicht mehr auf das
Fahren konzentrieren und ausserdem meinen Sender nicht finden kann,
dann ist das f�r mich schlichtweg �berfl�ssig. Genauso Handys (ausser
f�r Fernfahrer, Hausmeister, Aussendienstler - also Berufsst�nde, die
unterwegs erreichbar sein m�ssen) - es gibt doch Anrufbeantworter und
Telephonzellen. Ich vertrete im Moment wahrscheinlich keine
Mehrheitsmeinung! Handys sollen deshalb ein Beispiel daf�r sein, dass
entgegen Andreas Meinung, bislang unbekannte Bed�rfnisse durch
technologische Entwicklung geweckt werden k�nnen. Wenn die
Befriedigung dann sp�ter nicht gesichert ist, verschwinden diese
Bed�rfnisse aber nicht mehr, sonder werden als real empfunden.
Nun mein Fazit:
Wir brauchen auf der einen Seite die technologischen Vision�re, die
auch Ideen entwickeln, die verpuffen werden. Aber aus diesem kreativen
Potential entstehen echte Innovationen - von denen sich einige wenige
durchsetzen werden.
Gleichzeitig brauchen wir aber auch Marketing-Realisten, die sehen,
was gebraucht wird, wie Neuigkeiten eingesetzt und vermittelt werden
k�nnen, und die mit dem laufenden Gesch�ft das Zuschussgesch�ft der
Entwicklung unterst�tzen.
Auf diese Weise rennen wir zwar nicht mit grossen Schritten in die
Zukunft, aber wir bleiben auch nicht stehenderweise zur�ck, sonder
begeben und im einigerma�en nachvollziehbaren Tempo nach vorne, was
meiner Meinung nach am ehesten der menschlichen Natur entspricht.
Paul Holstein
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Subject: Re: [IMAFDI] Zukunftsprognose (war:Marketingkommunikation vi
Author: "Oliver Ochs" <[EMAIL PROTECTED]> at Internet
Date: 22.06.99 20:50
> Meiner Meinung nach werden Sie dies NICHT.
> Wer nutzt heute noch alle Funktionen seines Handys?
> Wer benutzt z.B. im Supermarkt den Taschenrechner,
> den einige Handy haben? Wer die Weckerfunktion?
>
> > Technisch ist das alles kein Problem mehr.
>
> Ja, TECHNISCH. Aber man darf nicht alles nur von der
> technischen Machbarkeit sehen. Der Markt entscheidet!
>
> Gruss,
> Andreas Frenko
.... und als Jobs seinen ersten HomeComputer gebaut hat, haben
die Hardcore-BWLer auch noch geglaubt, dass es auf der ganzen
Welt maximal zehn Kunden fuer die Kiste gaebe.....
CU
Simon
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