Hallo Paul,

>      Hier spiegelt sich das klassische Problem der Technik "Muss alles was 
>      machbar ist auch gemacht werden", und dann das Problem des Marketing 
>      "kann das Machbare auch verkauft werden ?" wider. Dass der Mittelweg 
>      zum Ziele f�hrt, scheint in der Diskussion aussen vor zu sein, was 
>      wiederum ein typisches Kommunikationsproblem ist - nur nicht zugeben, 
>      dass der andere recht hat.

Techniker versuchen stets das technisch Machbare
auszuloten, das ist ihre Aufgabe und PASSION. Ich
wollte lediglich verdeutlichen, dass ein Grossteil der
momentan in schillernden Farben vorgetragenen Zu-
kunftsszenarien am Markt vorbei geht, da der Verbraucher
keine Notwendigkeit fuer das Produkt sieht.

Die in dieser Diskussion von Klaus, Simon und auch von
Dir (s.u.), immer wieder vorgebrachte Entgegnung, es sei
historisch schon immer so gewesen, dass manche technische
Visionen laenger bis zur Akzeptanz brauchten, geht m.E. am
Kern vorbei.

Denn eine technische Neuerung setzt sich NIEMALS durch,
wenn kein Bedarf dafuer besteht, bzw. kein Nutzen darin ge-
sehen wird. Man muss wahrlich kein Prophet sein, um dies bei
vielen der aktuellen Hype-Produkte zu erkennen.

>      Auch ich bin in der Sache etwas schizophren. Wenn ich die technische 
>      Entwicklung betrachte, dann muss ich Simon durchaus recht geben, dass 
>      viele Sachen, die entwickelt wurden, und anfangs unerreichbar teuer 
>      waren, sich bald in den Alltag eingeschlichen haben (Video, PC, 
>      schnurloses Telephon) und als normal angesehen werden.

S.o.

>      Handys sollen deshalb ein Beispiel daf�r sein, dass 
>      entgegen Andreas Meinung, bislang unbekannte Bed�rfnisse durch 
>      technologische Entwicklung geweckt werden k�nnen.

Wie bitte?
Sag bloss, Du siehst Telefonieren mit einem Mobiltelefon
als "unbekanntes Beduerfnis" an?! Das Gegenteil ist der
Fall, das Handy traf EXAKT das Beduerfnis der breiten Masse,
naemlich zu kommunizieren, nur eben ortsungebunden.

Das Handy ist ein perfektes Beispiel fuer eine technische
Neuerung, die sofort auf ein (latent vorhandenes) Beduerfnis
stoesst und deshalb sehr schnell sehr erfolgreich wird. Was
bei den aktuellen Hype-Produkten ("webtaugliches Multi-
funktionshandy mit holografischem Display und Sprachein-
gabe mit integrierter Mikrowelle und Kuehlschrank") nicht
der Fall ist.

>      Nun mein Fazit:
>      Wir brauchen auf der einen Seite die technologischen Vision�re, die 
>      auch Ideen entwickeln, die verpuffen werden. Aber aus diesem kreativen 
>      Potential entstehen echte Innovationen - von denen sich einige wenige 
>      durchsetzen werden.

Unbestritten.

Gruss,
Andreas Frenko
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