Hans-Christoph Wirth schrieb:
ilux Acriaos schrieb:
verwendet, jedoch kein Problem hat, eine Forensuche zu verwenden. Für
das Sortieren nach Datum oder Autor gilt das gleiche, die
theoretische Existenz dieser Funktion ist ja nett, aber im Gegensatz
zu dem "suche nach posts von diesem Autor" Button in einem Forum,
wissen doch 95% der Leute, wenn nicht deutlich mehr, nicht wie sie so
etwas in einer Mailingliste sortieren können.
Bei Thunderbird gibt es rechts oben ein Feld, wo man einfach
drauflosschreibt, und schon während des Tippens in Sekundenbruchteilen
werden genau die Mails herausgefiltert, die im Titel oder im Autor-Feld
die gerade eingegebene Teilzeichenkette enthalten. Wie könnte Filtern
einfacher gehen? Es gibt nicht einmal einen Button, den man erst finden
müsste.
Das alles setzt aber voraus, dass man schon seit dem Tag X, an dem der
gesuchte Faden eröffnet wurde, still auf der Mailingliste hängt. Ich
habe ein paar Mailinglisten in diesem Sinn abonniert, nach dem Motto:
Klingt interessant, und wenn ich in ein paar Monaten mal was brauche,
habe ich vermutlich schon genügend Anregungen in meiner Inbox
schlummern, die nur wachgeküsst werden müssen.
Ich gehe aber davon aus, dass das nicht für jeden gilt – und genau hier
ist der Knackpunkt. Ich kann als Anfänger nicht mit einem einfachen
Kommando wie »resend 2008-01-01« an den Mailman einen „Grundstock“ von
Informationen beziehen, die dann mit der von dir genannten Such- oder
Auswahlfunktion gefunden werden können, außerdem wäre das anfallende
Initial-Datenvolumen wohl ebenfalls eine unnötige Hürde, nur um die
lokale Suche zu ermöglichen. Aber ohne diesen Informations-Grundstock
ist diese Funktion für einen Neueinsteiger nicht nutzbar. Er muss sich
mit Google und dem Mailman-Archiv herumschlagen oder soll sich
gefälligst erst durch das „gesammelte und eher zufällig nicht
vollständige Wissen im Wiki“ wühlen, bevor er seine Fragen äußert.
Als Programmierer sucht man eine möglichst redundanzfreie Umsetzung
seiner Ideen, um Inkonsistenzen – insbesondere bei späteren Änderungen –
zu vermeiden. Im Bereich Support kann man die Information durchaus in
vielfältiger Weise und aus verschiedenen Winkeln aus betrachtet
anbieten, und wir sollten auch berücksichtigen, dass nicht jeder
Benutzer – eher ein geringer Prozentsatz derer – vor dem Stellen einer
Frage sich überhaupt durch READMEs, Wiki-Seiten und Google durchsuchen:
Sie stellen einfach ihre Frage im Forum (so es eines gibt). Natürlich
ist es schön, nur die Hartgesottenen, die sich bis zum korrekten
Anmelden auf der Mailingliste durchgearbeitet haben, zur Kommunikation
zuzulassen und ihnen auf ihre Anfängerfrage dann erst recht wieder
irgendeinen Link samt nett umschriebenem RTFM zu schicken, nur: das
ginge auch einfacher über ein Forum. Ganz abgesehen davon, dass das
reine Vorhandensein eines Forums den Leuten die Sicherheit gibt, mit
ihren Fragen nicht im Regen zu stehen oder stehen gelassen zu werden.
Es gibt genügend Projekte, die auf ein Forum verzichten, oder auf eine
Mailingliste, oder auch auf beides, und es gibt genügend, die beides
gleichberechtigt neben einander haben. Bei solchen ist die Tendenz
üblicherweise: Forum für Anfänger/Fortgeschrittene/Beta-Programme/Forks
und die Liste für Entwickler. Jedes Medium bietet selbstregulierend die
für den jeweiligen Diskussionskreis nötige, natürliche Einstiegshürde,
und allen ist geholfen.
Ich kann durchaus verstehen, warum einige Neo-Veteranen ein Forum _für
sich_ nicht nötig haben. Ich kann aber nicht verstehen, warum man dem
Anfänger diese Möglichkeit des Informationsaustauschs nicht geben will
und so vehement die (überschaubaren) Vorteile einer Mailingliste verteidigt.
– Mœsi