Ich muss mich mal MisterX anschliessen [wow... macht ein Kreuz im Kalender].
Ich hab das schon einige Male in diesem Forum an anderer Stelle gepostet und
moechte mich eigentlich ungerne wiederholen, weil das fuer alle langweilig ist.
Also vielleicht etwas neues:
Was meine persoenliche Wahrnehmung anbelangt, so kann ich auf Seiten der
Abstimmenden, was vergangene Wahlen angeht, nicht sagen, dass ich den Eindruck
hatte, diese wuerden Kandidatinnen bei den Abstimmungen benachteiligen.
Korrigiert mich, wenn ich falsch liege.
In Bezug auf Kandidaturen ist es natuerlich moeglich, dass sich hier aus
welchen Gruenden auch immer weniger Junge Piratinnen melden. Einerseits
spiegelt das natuerlich ein wenig die Geschlechterverteilung im Verein wieder
[separates Problem]; andere mir einfallende Erklaerungsmoeglichkeiten waeren
Sozialisation und Umgang mit [potentiellen] Kandidatinnen. Das kann von "nicht
ermutigen"/"vergessen" bis "demotivieren" reichen. Letzteres waere auf jeden
Fall ein JuPi-Problem, i.e. es waere die Aufgabe des Vereins, an einer Loesung
zu arbeiten [ich gehe da jetzt aber nicht weiter drauf ein]. Falls es dazu
naehere Infos gibt, bin ich dafuer offen. Da ich noch nie kandidiert habe und
sowas eher wenig verfolge, kann ich dazu sonst nichts sagen.
Zur Sozialisation moechte ich sagen, dass wir uns - glaube ich - darauf einigen
koennen, dass Maedchen im Schnitt anders sozialisiert werden als Jungs. Es ist
auch nicht auszuschliessen, dass das dazu fuehrt, dass sie sich wengier fuer
oeffentliche Aemter bewerben oder bei Widerstand sich eher zurueckziehen. Zwar
ist das erstmal kein Vereinsproblem, weil es nicht direkt mit den JuPis in
verbindung steht - trotzdem kann man natuerlich versuchen, von 'unserer'
Position aus etwas an diesem Zustand zu aendern [ohne der Verursacher zu sein].
Ich frage mich aber, ob eine Quote die richtige Loesung fuer dieses Problem
ist. Es ist immer eine Art Holzhammermethode, weil die grundlegende Problematik
der Sozialisation nicht direkt angegangen wird, sondern stattdessen versucht
wird, den Ist-Zustand in eine Richtung zu bringen, aus der sich eine
rueckwirkende Veraenderung der wahrgenommenen Sozialisation ergeben koennte.
[Entschuldigt bitte meine verschwurbelte Formulierung.]
Was ich damit sagen will: Wuerde es eine Person wirklich in ihrem
Selbstbewusstsein staerken, wenn sie sich genoetigt fuehlt, eine bestimmte
Position einzunehmen? Wuerde das ihre Sozialisation wirklich aendern? Wuerde es
die evtl. vorurteilbehaftete Wahrnehmung der Abstimmenden aendern, wenn die
Unterstellung im Raum steht, Junge Piratinnen kandidierten womoeglich nur,
damit die Quote erfuellt wird?
Da eine solche Massnahme immer auch die freie Wahl der Mitglieder einschraenkt,
sollte man sich imho zumindest schon genau ueberlegen, ob das notwendig,
gerechtfertigt ist und ob es zu den gewuenschten Ergebnissen fuehrt [oder
plausibel fuehren koennte].
P.S. Mir ist aufgefallen, dass der Text echt lang ist. Und ich mir nicht sicher
bin, ob mein Punkt klar rueberkommt. Vermutlich nicht. Mir fehlt aber grade die
Konzentration, ihn zu ueberarbeiten. Ich hoffe, ihr seht mir das nach - wenn
nicht, ueberlest ihn einfach.
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