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From: Redaktion Meine Landwirtschaft [mailto:[email protected]] 
Sent: Monday, January 16, 2012 12:34 PM
Subject: Pressemitteilung Kampagne "Meine Landwirtschaft": "Wir haben es 
satt!"-Demonstration fordert: EU-Agrarreform als Chance zum Systemwechsel nutzen


Antibiotika-Resistenzen im Essen beweisen:
Industriefreundliche Agrarpolitik der Bundesregierung gescheitert!

"Wir haben es satt!"-Demonstration fordert: EU-Agrarreform als Chance zum 
Systemwechsel nutzen

Berlin 16.01.2012 | Im Rahmen der Kampagne "Meine Landwirtschaft" rufen über 90 
Organisationen dazu auf, am 21. Januar für einen Systemwechsel in der 
Agrarpolitik auf die Straße zu gehen. Ihr Motto: "Wir haben es satt! Bauernhöfe 
statt Agrarindustrie". Die Umwelt-, Bauern-, Verbraucher- und 
Tierschutzorganisationen vermelden aktuell 80 Busse, die zum Beginn der Grünen 
Woche mit Demonstrantinnen und Demonstranten aus ganz Deutschland nach Berlin 
rollen.

Der letzte Antibiotika-Skandal, zunehmende Hungerkatastrophen wegen nicht 
eingedämmter Spekulationen mit Lebensmitteln und alarmierendes Artensterben 
aufgrund der zunehmenden Monokulturen auf den Feldern zeigen deutlich die 
Risiken der industriellen Lebensmittelproduktion für Mensch, Tier und Umwelt 
auf. Nur eine bäuerlich-nachhaltige Landwirtschaft ist zukunftsfähig, ein 
Richtungswechsel der Agrarpolitik mehr als überfällig. Nur ein Systemwechsel in 
der Landwirtschaft kann Verbraucherschutz gewährleisten und die 
Herausforderungen des Klimaschutzes, der Hungerbekämpfung und des 
Artenrückgangs lösen.

Die bevorstehende Reform der EU-Agrarpolitik bietet einmal mehr die Chance, 
diesen Systemwechsel einzuleiten. Doch Bundeskanzlerin Angela Merkel und 
Ministerin Ilse Aigner machen sich mit ihrer Blockadepolitik zum Handlanger der 
Agrarindustrie, kritisierten die Organisatoren der Demonstration.

"Der Antibiotika-Skandal ist nur der Gipfel des Eisbergs. Er zeigt uns, nach 
der Dioxin-Krise 2011, dass die industrialisierte Landwirtschaft Risiken für 
Mensch, Tier, Umwelt und Klima birgt", so Thomas Schröder vom Deutschen 
Tierschutzbund.

"Bis zu sechs Antibiotika-Gaben während der kurzen, nur 35-tägigen Mast eines 
Hühnchens zeigen, dass das System Massentierhaltung nicht funktioniert. Ein 
Hühnchen auf der Fläche eines Papiertaschentuches zu mästen, muss ein Ende 
haben. Das 21. Jahrhundert braucht eine zukunftsfähige Tierhaltung, die auch 
ethisch zu vertreten ist", fordert Rupert Ebner, Tierarzt und Vorstand von 
Slowfood Deutschland.

Reinhild Benning vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) sagt: 
"Verbraucherschutzministerin Aigner muss endlich Schluss machen mit der Politik 
der leeren Versprechungen. Es ist jetzt notwendig, die Risiken der 
Agrarindustrie an der Wurzel zu packen. Wir brauchen ein klares Reduktionsziel 
für Antibiotika in der Tierhaltung - wie in den Niederlanden. Wir brauchen 
bundesweit Transparenz beim Einsatz von Medikamenten, um Missbrauch endlich 
vorzubeugen - was in Dänemark bereits der Fall ist. Mit ihrem letzten 
Gesetzentwurf kommt Aigner ihrer Verantwortung nicht nach. Ohne einen 
Richtungswechsel in der Agrarpolitik werden die Risiken der Massentierhaltung 
noch zunehmen."

Martin Morisse vom Bundesverband deutscher Milchviehhalter (BDM) mahnt: 
Öffentliche Gelder müssen für Leistungen an die Gesellschaft gezahlt werden und 
nicht der Agrarindustrie die Taschen füllen. Diese Chance muss die 
Bundesregierung nutzen und nicht weiter jegliche Reform der EU-Agrarpolitik 
blockieren."

Stig Tanzmann vom Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) erklärt: "Ob die 
Bundesregierung glaubwürdig den Hunger in der Welt verringern will, werden wir 
daran messen, ob Aigner die angekündigte Proteinstrategie umsetzt und heimische 
Eiweißfuttermittel mit politischen Mitteln etabliert. Solange für 
Massentierhaltung hierzulande rund sechs Millionen Tonnen Soja aus Ländern des 
Südens importiert werden und Dumping-Exporte aus Deutschland nach Afrika 
gelangen, bedient die Bundesregierung einseitig die Agrarindustrie."

"Nur eine demokratischere und bäuerliche Landwirtschaftspolitik wird diesen 
Zielen gerecht. Deswegen fordern wir alle auf, am 21. Januar 2012 mit uns auf 
die Straße zu gehen", motiviert Friedrich-Wilhelm Graefe zu Baringdorf zum 
Mitmachen. "Es ist höchste Zeit für einen Paradigmenwechsel, um die 
wissenschaftlich erarbeiteten Forderungen des Weltagrarberichtes umzusetzen. 
Für eine bäuerliche Zukunft! Für Bauernhöfe statt Agrarfabriken. Auf nach 
Berlin!", so Graefe zu Baringdorf weiter.

Zeichen: 4201, Abdruck kostenfrei, um ein Rezensionsexemplar wird gebeten

Kontakt: 

* Jochen Fritz, Leitung Demonstrationsbüro, Mobil: 0171-822 97 19, 
[email protected]

* Reinhild Benning, Agrarexpertin des Bund für Umwelt und. Naturschutz 
Deutschland (BUND), Mobil: 0175-72 63 779, [email protected]

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Die Kampagne "Meine Landwirtschaft" ist eine von über 40 Organisationen aus den 
Bereichen Landwirtschaft, Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutz sowie der 
Entwicklungszusammenarbeit getragene Initiative, die sich für eine 
Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik engagiert. Ziel ist es mit der 
EU-Agrarreform 2013 einen Systemwechsel hin zu einer nachhaltigen, sozialen und 
bäuerlichen Landwirtschaft einzuleiten. Zum Auftakt der Kampagne im Jahr 2011, 
der ersten "Wir haben es satt!"- Demonstration, kamen 22 000 TeilnehmerInnen.

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Vorab-Aktionen: 

4,5 Tonnen Stahl, eine Tonne ungenormtes Gemüse, ein EU-Kommissar - es bewegt 
sich was!

Die "Wir haben es satt!"-Skulpt(o)ur ist bereits seit letztem Samstag 
unterwegs. Der Künstler und Biobauer Stefan Kreppold fährt mit dem 3m hohen 
Teller aus 4,5 Tonnen Stahl von München nach Berlin mit Aktionen in sieben 
großen Städten. Am 20. Januar 2012 macht sie Station vor dem ICC/Messegelände 
in Berlin. Um 11 Uhr lädt dort die Kampagne "Meine Landwirtschaft" zur 
Diskussion mit EU-Agrarkommissar Dacian Cioloş ein.

Am Mittwoch demonstrieren Aktive der Kampagne "Meine Landwirtschaft" mit 
Hühnerkostümen vor dem Bundeskanzleramt. Sie fordern von der Bundesregierung 
Konsequenzen aus dem Antibiotika-Skandal.

Aktivist und Koch Wam Kat kocht am Freitagabend für die Kundgebung im 
Regierungsviertel aus einer Tonne ungenormten Gemüse eine Protest-Suppe "Teller 
statt Tonne!"

Bilder der Skulpt(o)ur und der Demonstration 2011 finden Sie unter:
http://www.wir-haben-es-satt.de/start/presse/pressefotos/skulptour-fotos/
http://www.wir-haben-es-satt.de/start/presse/rueckblick-presse-2011/pressefotos/

Die weiteren Stationen der Skulpt(o)ur:
Mo. 16.1.2012: Frankfurt, 13 Uhr, vor der ehemaligen Börse
Di. 17.1.2012: Kassel, 12:30 Uhr, Fußgängerzone, Königsplatz
Mi. 18.1.2012: Hannover, 13 Uhr, Bahnhofsvorplatz, Ernst-August-Platz
Do. 19.1.2012: Braunschweig, 13 Uhr, Schlossplatz
Fr. 20.1.2012: Berlin, ab 12.15 Uhr vor dem ICC-Gebäude, Messe Berlin

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Kampagne "Meine Landwirtschaft"
c/o Forum Umwelt & Entwicklung
Marienstr. 19-20
D -10117 Berlin
Tel. 030 / 2848243/-7 oder -8
[email protected]
www.wir-haben-es-satt.de

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