Deutscher Naturschutzring (DNR)
Dachverband der deutschen Natur- und Umweltschutzverbände 
Pressemitteilung 
Berlin, 16. Januar 2012


Wirtschaftsminister wollen Bundes-Immissionsschutzgesetz aushebeln!

Zur heutigen Anhörung der Umsetzung  einer Richtlinie der EU über 
Industrieemissionen im Bundesumweltministerium in Bonn warnte der Deutsche 
Naturschutzring (DNR) vor dem von der Mehrheit der Wirtschaftsminister der 
Bundesländer verlangten Paradigmenwechsel im deutschen Immissionsschutzrecht. 
Die Amtschefkonferenz hat für die Wirtschaftsministerkonferenz bei vier 
Gegenstimmen und drei Enthaltungen beschlossen, angesichts bestehender 
Belastungen für den Industriestandort Deutschland und den Umbau der 
Energieversorgung weniger strenge Emissionsgrenzwerte je nach geographischem 
Standort und lokalen Umweltbedingungen in Deutschland zu fordern.

DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen hält diesen Beschluss für skandalös und 
einen Angriff auf die geltende Rechtslage. "Die Anwendung der besten 
verfügbaren Technik galt bisher unabhängig vom jeweiligen Standort der Anlage. 
Die von den meisten Wirtschaftsministern angestrebte Änderung würde dazu 
führen, dass einerseits in hochbelasteten Gebieten wie dem Ruhrgebiet die 
Zunahme an Luftschadstoffen durch neue Industrieanlagen gerade mit der ohnehin 
vorhandenen Belastung als Industrieballungsraum begründet wird, anstelle gerade 
dort Emissionsbegrenzungen vorzunehmen. Andererseits könnten Reinluftgebiete 
durch den Bau etwa von Zement- und Kohlekraftwerken mit Luftschadstoffen 
"aufgefüllt" werden", sagte Röscheisen.

Für weitere Informationen:
Dr. Helmut Röscheisen, DNR-Generalsekretär
Tel.: 0228-6781775-99, mobil: 0160-97209108


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