Deutscher Naturschutzring – Dachverband der deutschen Umwelt- und 
Naturschutzverbände
+++ Pressemitteilung +++

EU-Politik an ökologischen Grenzen ausrichten

Berlin/Brüssel, 29.11.2012

Die EU-Kommission hat heute ihren Entwurf für das 7. Umweltaktionsprogramm[1]  
vorgelegt. Der Deutsche Naturschutzring begrüßt, dass die EU-Kommission damit 
laut Titel des Programms ein „gutes Leben innerhalb der ökologischen Grenzen 
des Planeten“ vorantreiben will. Dem Entwurf fehlten aber konkrete und 
ambitionierte Zielvorschläge und bindende Maßnahmen, um diesem Anspruch gerecht 
zu werden.

„Die EU-Politik muss zu den dramatischen Analysen von Wissenschaft, OECD und 
Europäischer Umweltagentur passen. Wir sind dabei, sogenannte Tipping Points 
der Biosphäre zu überschreiten – nicht nur was den Klimawandel betrifft sondern 
auch in den Bereichen Biodiversität und Landverbrauch“, sagte Hubert Weinzierl, 
Präsident des Deutschen Naturschutzrings. Das 7. Umweltaktionsprogramm müsse 
den Weg zu einer Wirtschaft vorantreiben, die die ökologischen 
Tragfähigkeitsgrenzen unseres Planeten wirklich respektiere. Dazu reichten die 
Vorschläge der Kommission bisher nicht aus.

Positiv wertete der DNR, dass die EU-Kommission das Thema Bodenschutz auf der 
Agenda gehalten hat. „Hier muss sich Deutschland endlich bewegen und seine 
Blockade gegen die Bodenschutzrichtlinie aufheben. Wir brauchen EU-weit 
geltende Standards für den Bodenschutz, gerade angesichts des zunehmenden 
Drucks auf die Fläche“, sagte Harmut Vogtmann, 1. Vize-Präsident des DNR.

Die Umweltschützer zeigten sich enttäuscht, dass die Kommission die Chance 
nicht genutzt hat, um verbindliche 2030-Ziele für Emissionsreduktionen, 
erneuerbare Energien und Energieeffizienz schon jetzt in die Diskussion zu 
bringen. „Hier sind nun Ministerrat und EU-Parlament am Zug“, sagte Vogtmann 
weiter. „Langfristige Investitionen in die Energieversorgungsstruktur werden 
jetzt getroffen. Dafür ist Planungssicherheit vonnöten. Deutschland hat 2007 
eine Vorreiterrolle bei den Verhandlungen zum Klima- und Energiepaket gespielt. 
Diese Rolle muss die Bundesregierung auch jetzt einnehmen und Zielvorschläge in 
den Rat einbringen.“

Der DNR begrüßte die Konsumperspektive des Entwurfs. „Mit unserer Konsumsucht 
treiben wir das Wachstum in China und Indien an mit verheerenden Folgen für 
Umwelt und Menschen. Wir müssen unseren globalen Ressourcenverbrauch messen und 
drastisch absenken. Dazu gehören Preise, die die ökologische Wahrheit sagen, 
der Abbau von umweltschädlichen Subventionen und eine ehrliche Diskussion über 
Wirtschaftswachstum in Industriestaaten“, betonte Präsident Weinzierl.

[1]Umweltaktionsprogramme bestimmen seit den 1970ern die strategische 
Ausrichtung der EU-Umweltpolitik. Sie werden im Ordentlichen Verfahren 
beschlossen – also unter gleichberechtigter Beteiligung des EU-Parlaments und 
des Ministerrats und sind danach bindend für alle Institutionen.
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Der Deutsche Naturschutzring ist der Dachverband der deutschen Umweltverbände. 
Er hat 96 Mitgliedsverbände, die gemeinsam über fünf Millionen Einzelmitglieder 
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Pressekontakt: Antje Mensen ǀ Referentin für EU-Umweltpolitik ǀ +49 157 / 
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[1]Umweltaktionsprogramme bestimmen seit den 1970ern die strategische 
Ausrichtung der EU-Umweltpolitik. Sie werden im Ordentlichen Verfahren 
beschlossen – also unter gleichberechtigter Beteiligung des EU-Parlaments und 
des Ministerrats und sind danach bindend für alle Institutionen.
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