NDR 1 Niedersachsen 
http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/hannover/wietze193.html

31.08.2013 17:26 Uhr

Tausende umzingeln Mega-Schlachthof
 
Gegnern von Massentierhaltung und industrieller Landwirtschaft ist der
Megaschlachthof in Wietze seit jeher ein Dorn im Auge. Der Betrieb bei Celle
gilt als größter in ganz Europa, rund 200.000 Hühner werden dort jeden Tag
geschlachtet. Am Sonnabend war der Schlachthof Schauplatz einer großen,
friedlichen Protestaktion. Aufgerufen vom Bündnis "Wir haben es satt"
forderten rund 5.000 Teilnehmer einer Menschenkette einen grundlegenden
Kurswechsel in der Landwirtschaft - die Veranstalter sprachen sogar von
7.000 Aktivisten. "Wir wollen Essen auf unserem Teller, dem wir vertrauen
können", sagte Christoph Bautz vom Kampagnennetzwerk Campact, das auch zum
Bündnis gehört, und sprach sich gegen Massentierhaltung und eine Tiermast
mit Antibiotika und Gensoja aus. Unter den Protestierenden war auch der
durch die Affäre Paschedag angeschlagene niedersächsische Agrarminister
Christian Meyer (Grüne).

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Fotostrecke
http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/hannover/wietze193.html
Eine Menschenkette gegen Massentierhaltung
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Der Mega-Geflügelschlachthof in Wietze: Rund 5.000 Menschen haben sich dort
am Sonnabend versammelt, um gemeinsam gegen Massentierhaltung und für eine
Agrarwende zu protestieren. Ihr Ziel war es, die Anlage am Nachmittag mit
einer Menschenkette zu umringen. In dem Schlachthof können täglich bis zu
400.000 Hühner verarbeitet werden, üblich sind wohl 200.000 Tiere. Zu der
Aktion hatte das Bündnis "Wir haben es satt" aufgerufen, zu dem insgesamt 40
Organisationen gehören - unter anderem der Deutsche Tierschutzbund, Brot für
die Welt und zahlreiche Bürgerinitiativen. Zuletzt hatte das Bündnis
Kundgebungen in Großstädten organisiert. Diesmal wollte es den Protest in
eine ländliche Region tragen. Der Schlachthof in Wietze ist bereits seit
seiner Eröffnung vor zwei Jahren umstritten. Immer wieder wurde er
Schauplatz für Proteste. Etwa zwei Kilometer von der Anlage entfernt hatten
die Aktivisten ein Camp aufgebaut, in dem sich Interessierte informieren
konnten. Bereits seit Tagen liefen die Vorbereitungen, um Zelte, Tische und
Bänke für die Aktion aufzubauen. Insgesamt sollten auf der Wiese 100 Zelte
aufgebaut werden, 150 Personen hatten sich für das Camp angemeldet. In
Diskussionsrunden tauschten sich die Teilnehmer über "Faires Essen" und
Ernährung aus. Nicht nur die Demonstranten fordern ein Ende des Tierleidens.
Auch die örtliche Bürgerinitiative Wietze unterstützte das Vorhaben des
Camps. Der Deutsche Tierschutzbund, Slow Food und die Arbeitsgemeinschaft
bäuerliche Landwirtschaft engagieren sich drei Wochen vor Bundestagswahl für
ein Umdenken in der Landwirtschaft.

Start mit agrarpolitischem Frühstück

Eingeläutet wurde der Tag mit einem agrarpolitischen Bauernfrühstück im
Protestcamp. Hunderte Aktivisten aus dem Bundesgebiet und sogar aus der
Schweiz waren schon da. Darunter auch einige Landwirte. Der
Landesvorsitzende der Grünen, Jan Haude, erklärte: "Der Megaschlachthof in
Wietze ist ein Symbol für die verfehlte Agrarpolitik der schwarz-gelben
Bundesregierung." Die Gesellschaft wolle längst Bauernhöfe statt
Agrarindustrie, sagte der Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft
bäuerliche Landwirtschaft, Georg Janßen. "Erste Schritte könnten jetzt durch
die EU-Agrarreform eingeleitet werden."

Meyer gibt Fehler im Fall Paschedag zu

Minister Meyer, der sich seit Amtsantritt Anfang des Jahres für eine
Agrarwende einsetzt [1], war mit Grünen-Bundesparteichefin Claudia Roth
dabei. Als Minister zeigte er sich gesammelt und zuversichtlich. Auch zu
Paschedag äußerte er sich: Er habe im Fall seines geschassten
Staatssekretärs [2] einen Fehler gemacht. "Jetzt geht's darum, aufzuklären,
in die Offensive zu kommen, Transparenz zu zeigen", sagte Meyer gegenüber
NDR 1 Niedersachsen. Das Vertrauensverhältnis zu Ministerpräsident Stephan
Weil (SPD) sehe er nicht als getrübt an.

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Video starten (01:16 min)
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/niedersachsen_1800/ndsmag12593.html
Zelten gegen Mastställe in Wietze: Tierschützer wollen ihren Unmut gegenüber
industrieller Landwirtschaft mit einem Camp beim Schlachthof Wietze zum
Ausdruck bringen. Für Sonnabend planen sie eine Menschenkette.
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Landwirte halten zum Agrarminister

Zumindest die Protestierenden in Wietze halten zu ihm: Milchbauer Ottmar
Ilchmann aus Ostfriesland etwa ist sich sicher, dass der Minister die
Agrarwende stemmt. Landwirt Bernhard Olowski aus der Wedemark sagte: "Ich
kenne Herrn Meyer schon länger, ich halte ihn für einen ehrlichen Menschen."
Bündnis aus verschiedenen Organisationen
 
Das Bündnis "Wir haben es satt" setzt sich aus 40 Organisationen zusammen -
unter anderem aus dem deutschen Tierschutzbund, Brot für die Welt und
zahlreichen Bürgerinitiativen. Nach drei Demonstrationen in Großstädten
wollte das Bündnis nach eigenen Angaben den Protest erstmals in eine
ländliche Region tragen.

Der Geflügelschlachthof war vor zwei Jahren in Betrieb gegangen. Schon im
Vorfeld hatte es Protest [3] gegen das Projekt gegeben. Zum einen wegen
dessen Größe und zum anderen wegen befürchteter Umweltbelastungen.

[1] http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/mastbetriebe105.html
[2] http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/hannover/paschedag127.html
[3] http://www.ndr.de/info/programm/sendungen/forum/wietze137.html

WEITERE INFORMATIONEN
Von Wietze bis Alt Tellin: Die umstrittensten Anlagen
Investoren setzen weiterhin auf Massentierhaltung. Vor allem in
Niedersachsen sind mehrere große Hähnchenmastanlagen geplant. Die Proteste
nehmen zu - und drohen zu eskalieren. mehr >>
http://www.ndr.de/regional/massentierhaltung119.html

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Hannoversche Allgemeine 31.08.2013
7000 Menschen gegen Massentierhaltung: Menschenkette umzingelt Schlachthof
in Wietze  
http://tinyurl.com/qaxow66




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