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Kernfusionsreaktor ITER 

EU plant 2,7 Milliarden bis 2020

Donnerstag, 29. August 2013

Am 10. September stimmt das Europäische Parlament über den Mehrjährigen
Finanzrahmen (MFR) der EU für die Jahre 2014-2020 ab. Der
Kompromissvorschlag sieht 2,707 Milliarden Euro für den umstrittenen
Kernfusionsreaktor ITER vor - fast so viel wie das gesamte Budget für das
einzige Umweltförderprogramm der EU LIFE+ in Höhe von 3,06 Milliarden Euro.

Die Grünen im Deutschen Bundestag wollen in einer Kleinen Anfrage vom 12.
August wissen, ob die Bundesregierung an der Finanzierung und dem Bau des
Kernfusionsreaktors ITER festhalten will und welche Erkenntnisse die
Bundesregierung über weitere Kostenerhöhungen für den Bau von ITER hat. Die
Grünen kritisieren, dass trotz des fraktionsübergreifend beschlossenen
Atomausstiegs vom 30. Juni 2011 die Bundesregierung nach wie vor in atomare
Forschung investiere. Das geschehe sowohl auf nationaler Ebene durch das
sechste Energieforschungsrahmenprogramm als auch durch Deutschlands
Mitgliedschaft in der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM). 

Der Kernfusionsreaktor ITER im französischen Cadarache ist ein gemeinsames
Bauprojekt von der Europäischen Atomgemeinschaft sowie Japan, Russland,
China, Südkorea, Indien und den USA im französischen Cadarache. Der
Versuchsreaktor soll durch Kernfusion „unerschöpfliche“ Energiequellen
erschließen. Derzeit sei von einer Fertigstellung des ITER im Jahr 2018 und
von einem Einsatz der Kernfusion im Jahr 2050 die Rede, heißt es in der
Kleinen Anfrage. 2001 habe man die Investitionskosten für ITER auf 4,6
Milliarden Euro veranschlagt. Mittlerweile gingen die Prognosen von rund 17
Milliarden aus, schreiben die Grünen. Davon trage die EU 45 Prozent, die
übrigen Partner jeweils neun Prozent. Die Grünen gehen aber von einer
Verdreifachung der Kosten der ursprünglich veranschlageten 2,7 Milliarden
Euro auf 7,2 Milliarden Euro aus. Da Deutschland etwa 20 Prozent des
EU-Haushaltes trägt, würden die deutschen Steuerzahler den ITER also mit
etwa 1,44 Milliarden Euro subventionieren. [bv]

Agenda Europäisches Parlament
http://tinyurl.com/nsytk3x

Kompromissvorschlag MFR 2014-2020 
http://register.consilium.europa.eu/pdf/en/13/st12/st12602.en13.pdf

Kleine Anfrage 17/14547
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/145/1714547.pdf




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