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Mittwoch, 30. Oktober 2013

Ökostromanbieter - ein Auslaufmodell

Stadtwerke und Ökostromanbieter haben ein Problem: Regional erzeugten Wind-
oder Sonnenstrom unter dem amtlichen Siegel "Ökostrom" zu verkaufen ist
wirtschaftlich und rechtlich kaum möglich. Vollständig regenerativen Strom
aus Deutschland zu beziehen ist momentan nur drin, wenn auf das angesehene
Grünstrom-Zertifikat verzichtet wird

Ein Debattenbeitrag von Uwe Witt

Greenpeace Energy, die Elektrizitätswerke Schönau oder Lichtblick reden
nicht gern darüber: Der Strom der bekannten Ökoanbieter kommt fast
vollständig aus dem Ausland, vor allem aus Wasserkraftwerken in Norwegen und
Österreich. Dass er dort produziert wird und nicht vom Windrad oder
Solardach um die Ecke kommt, ist nicht ihre Schuld. Der gesetzliche Rahmen
und der Wettbewerb geben kaum etwas anderes her.

Auch Stadtwerke würden für ihre Kunden gern Ökostrompakete schnüren, mit
"echtem", zertifiziertem Grünstrom aus der Region statt von weit her. Oder
wenigstens aus Deutschland, möglichst dezentral und verbrauchsnah erzeugt,
wie es Umweltschützer immer wieder fordern. Vielleicht sogar zu einem hohen
Anteil selbst gemacht, wie es unter anderem Ziel der Bürgerentscheide in
Hamburg [1] und Berlin ist [2]. Doch auch sie können nicht zaubern. Sie
haben ein Problem, das quer zur Debatte um die Ökostromförderung liegt.

Strom mit EEG-Förderung - nichts für regionale Anbieter

Der Grund liegt im deutschen Fördersystem, dem Erneuerbare-Energien-Gesetz
[3] (EEG). Im Grundmodell sind die Übertragungsnetzbetreiber verpflichtet,
den Ökostrom von den Anlagenbetreiber aufzukaufen. Und zwar nach festen
Vergütungen, die wegen der höheren Erzeugungskosten deutlich über den
Börsenpreisen für Strom liegen. So wird Solarstrom von Dachanlagen
beispielsweise je nach Größe mit 9,7 bis 14,1 Cent je Kilowattstunde
vergütet, Windstrom an Land mit einer Anfangsvergütung von 8,9 Cent.

Der teure EEG-Strom wird dann von den Netzbetreibern an der Strombörse zu
seinem Marktwert verkauft. Die Kilowattstunde kostet hier zurzeit nicht
einmal vier Cent. Denn der Börsenpreis für Strom wird hauptsächlich durch
die im Vergleich niedrigen Brennstoffkosten von Steinkohlekraftwerken
bestimmt [4]. Die Differenz zwischen Einkauf und Verkauf holen sich die
Netzbetreiber aus der bekannten EEG-Umlage zurück, momentan 5,3 Cent je
Kilowattstunde. Letztere zahlen alle Verbraucher, sofern sie nicht von
umstrittenen Befreiungen profitieren [5], wie etwa Teile der Industrie.

In diesem System versinkt der Grünstrom nicht nur im großen Stromsee, aus
dem die übergroße Mehrzahl aller Verbraucher beliefert werden. Er verwandelt
sich rechtlich auch in sogenannten Graustrom [6]. Man kann ihn nun nicht
mehr als Grünstrom im Paket kaufen, denn er verliert für die
Weitervermarktung das begehrte Ökosiegel. Das EEG begründet dies so: Die
Ökostromförderung sei ein Wettbewerbsvorteil gegenüber ungefördertem
Ökostrom. Wer sie nutzt, müsse folglich auf das Zertifikat verzichten. Die
Umkehrung formuliert eine Antwort der Bundesregierung auf eine aktuelle
Anfrage der Linke-Energiepolitikerin Eva Bulling-Schröter zum sogenannten
Doppelvermarktungsverbot [7]: Das Siegel solle allein "denjenigen
Stromverbrauchern zugeordnet" werden, "die über die EEG-Umlage die
finanzielle Förderung bezahlen".

Die Logik erscheint nicht unsinnig. Auf der klassischen Stromrechnung ist
deshalb neben der EEG-Umlage - quasi als Gegenwert - der jeweils aktuelle
Ökostromanteil am bundesdeutschen Strommix ausgewiesen. Momentan beträgt er
23 Prozent [8]. Dieser Wert repräsentiert gewissermaßen die im Stromsee
verdünnte Ökostromeigenschaft.

Im Ergebnis können also weder Stadtwerke noch Ökostromhändler an der Börse
reinen EEG-geförderten Strom ersteigern, um ihn zuzüglich aller Umlagen,
Steuern und Vertriebskosten als Ökostromtarif ihren Kunden anzubieten.
Selbst wenn sie den Grünstrom in eigenen Anlagen produzieren, muss er aus
Gründen der Wirtschaftlichkeit in den anonymen Stromsee fließen statt an die
eigene Kundschaft. Denn nur so können sich die Unternehmen die Mehrkosten
der Erzeugung über die EEG-Vergütung zurückholen. Würden sie darauf
verzichten, hätten sie zwar eigenen Ökostrom im Angebot. Sie müssten einen
Ökostromtarif jedoch je nach Bezugsquelle zwischen vier und zehn Cent teurer
machen als den üblichen Graustrom der Grundversorgung, der für private
Verbraucher knapp 29 Cent je Kilowattstunde kostet. Die Zahlungsbereitschaft
für reinen Ökostrom liegt nach Untersuchungen des Umweltministeriums jedoch
nur bei Zusatzkosten von maximal zwei Cent.

Strom aus Direktvermarktung - entweder nicht "öko" oder nicht
konkurrenzfähig

Auch keinen Ausweg bietet die alternativ mögliche Direktvermarktung von
Ökostrom [9]. Hier können beispielsweise Windmüller oder Biogasbauern die
Elektrizität an den Netzbetreibern vorbei verkaufen, direkt an ihre Kunden.
Dadurch könnte bilanziell eigentlich Ökostrom aus der Region an Stadtwerke
oder Ökostromhändler fließen. Doch das Geschäft klappt natürlich ebenfalls
nur zu Preisen, die konkurrenzfähig sind. Damit es zustande kommt, erhalten
die Betreiber im Marktprämienmodell [10] die Mehrkosten der Erzeugung aus
dem EEG-Konto erstattet, zuzüglich einer Managementprämie [11]. Mit den
Prämien verschwindet aber wiederum die Ökostromeigenschaft, siehe oben.
Inzwischen werden auf diesem Weg über Stromhändler 80 Prozent des deutschen
Windstroms verkauft - lukrativ, aber eben als Grau- statt als Ökostrom.

Eine weiteres zugelassenes Direktvermarktungsmodell, das "Grünstromprivileg"
[12], führt ebenso in die Sackgasse, obwohl hier der grüne Herkunftsnachweis
erhalten bleibt. Mit ihm gelang es in der Vergangenheit dem Ökostromhändler
Naturstrom [13] - übrigens als einzigem Anbieter - überwiegend inländischen
Ökostrom mit Zertifikat an Privatkunden zu liefern. Das rechnet sich heute
jedoch nicht mehr, unter anderem, weil die gewährte Ermäßigung bei der
EEG-Umlage im Jahr 2011 auf zwei Cent je Kilowattstunden begrenzt wurde. Das
Grünstromprivileg war ohnehin umstritten. Zum einen, weil es anderen Kunden
die EEG-Umlage nach oben trieb (und somit zugleich eigentlich der Regel
"Ökostromzertifikat gegen Förderverzicht" widersprach). Zum andern befreite
es auch solche Strompakete vollständig von der EEG-Umlage, die zur Hälfte
aus billigem und umweltschädlichen Kohlestrom bestanden. Dieser unrühmliche
Hebel machte es seinerzeit für etliche Händler gar erst rentabel.

Kurzum, Erzeuger, die den Herkunftsnachweis "Ökostrom" erhalten wollen,
müssen in der Direktvermarktung auf jede Förderung verzichten. Doch
heimischer und zugleich ungeförderter Ökostrom ist nur konkurrenzfähig, wenn
er aus größeren Wasserkraftwerken stammt, die preislich mit Kohle- oder
Atomstrom mithalten können. Weil es die in Deutschland kaum gibt, bleibt am
Ende als wirtschaftliches Angebot für zertifizierten Ökostrom nur
preiswerter Wasserkraftstrom aus Skandinavien oder den Alpen.

Gelegentlich mixen Stromhändler am EEG vorbei teuren heimischen Ökostrom mit
preiswertem Auslands-Grünstrom. So haben sie neben dem Ökostrom-Label ein
zusätzliches "regionales" Verkaufsargument zu einem akzeptablen Preis. So
wirbt etwa das Unternehmen "Grünstromwerk" mit einem Anteil von 25 Prozent
Solarstrom in seinem Ökostrom-Cocktail [15], regional produziert, in
Direktvermarktung ohne Marktprämie. Dieser wird mit billigem
Wasserkraftstrom aus dem Norden und Süden Europas aufgefüllt. Viel mehr
lokaler Sonnenschein ist in einem solchem Produkt wohl auch nicht möglich -
preislich und wegen der schwankenden Einspeisung der Photovoltaik, die ein
aufwendiges Management der Ausgleichsenergie erfordert. Schließlich muss der
Cocktail immer gefüllt voll sein. Naturstrom geht inzwischen einen ähnlichen
Weg. Die Firma ergänzt für ihren Ökostromtarif vor allem heimischen Wind-
und Wasserkraftstrom mit importiertem Grünstrom.

Strom für den Eigenverbrauch - nicht für alle, aber auf Kosten aller

Ein anderer gangbarer Weg, den inländischen Ökostromanteil zu erhöhen, hat
zwei Macken: Er ist nur für wenige nutzbar und überdies unsolidarisch. Es
ist ein Modell, das immer mehr private Solardachbesitzer nutzen, aber
trickreich auch manch kleine Gemeinde oder größeres Unternehmen. Das Ziel
ist für die meisten Nutzer dabei weniger, sich mit Ökostrom ganz aus der
Nähe zu versorgen, sondern Kosten zu sparen. Beim sogenannten Eigenverbrauch
von Ökostrom [16] erhalten die Erzeuger zwar keine Einspeisevergütung. Dafür
entfallen beim selbst genutzten Ökostrom die Zahlung von EEG-Umlage,
Netzentgelten und -umlage, Konzessionsabgabe, Kraft-Wärme-Kopplungs- und
Offshore-Umlage sowie die Stromsteuer. So wird Elektrizität vom eigenen Dach
oder der eigenen Windkraftanlage um die Ecke unschlagbar billig.
Solarstromanlagen-Betreiber etwa sparen heute für jede selbst genutzte
Kilowattstunde bis zu 17 Cent [17] gegenüber einem Strombezug aus dem
öffentlichen Netz. Auch wenn gegenwärtig nur etwa ein Drittel des erzeugten
Solarstroms im Haushalt nutzbar ist, rechnet sich dies.

Beim Eigenverbrauchsmodell müssen allerdings Erzeuger und Verbraucher
identisch sein. Damit fällt es für Stadtwerke oder Ökostromhändler aus.
Ähnlich funktionieren Ausnahmen im Energiewirtschaftsgesetz, die Erzeugern
erlauben, Kunden jenseits der öffentlichen Versorgung und deren Umlagen- und
Abgabensystem zu beliefern. Diese "Kundenanlagen" sind geduldet, wenn sie
direkt mit einem Kabel am Erzeuger in der Nähe hängen und die Abnehmer
wirtschaftlich unbedeutend sind. Unter dem Strich gelingt es bei den
verschieden Modellen gerade einmal Teilen von Kommunen, sich zu
"Selbstverbrauchern" erklären - etwa wenn in Gemeinden Firmen oder
Genossenschaften gegründet werden, bei denen auch Bürgerinnen und Bürger
Anteilseigner sind. Wer sich die Anteile allerdings nicht leisten kann, ist
draußen.

Die Konstrukte sind deshalb unsolidarisch, weil ihr Geschäftsmodell darauf
basiert, ihre Nutzer von den Kosten für Energiewende und Infrastruktur zu
befreien [18] - indem sie diese den restlichen Stromkunden aufdrücken. Ob
das bewusst oder unbewusst (wie bei Photovoltaikanlagen) geschieht, ist
zweitrangig. Ein Treppenwitz, dass genau diese Modelle in den Medien häufig
als clever, selbstbestimmt, ja geradezu revolutionär verklärt werden [19].
Selbst einem der kenntnisreichsten Umweltjournalisten, Bernward Janzing,
gehen offenbar die Pferde durch, wenn er unreflektiert argumentiert, das
Gerede vom teuren Solarstrom sei Unsinn. Im Eigenverbrauch sei er
wirtschaftlich [20], und wer dass nicht begreife, könne nicht rechnen.

Doch wer rechnen kann, kommt schnell darauf, dass Eigenverbraucher nichts
anderes tun, als sich aus dem System der gemeinschaftlichen 20-jährigen
EEG-Finanzierung älterer und teurer Ökostromanlagen zu verabschieden. Und
das, obwohl es gerade die mühsame Verbesserung und Ausweitung der Produktion
in der Vergangenheit waren, welche die Kosten dieser Techniken
heruntergeprügelt haben [21]. Und zwar inzwischen so weit, dass es nun
überhaupt erst profitabel sein kann, sich mit nagelneuen Anlagen aus der
Zahlungsgemeinschaft auszuklinken. Anlagenbetreiber zahlen zudem für den
selbst genutzten Strom keine Netzentgelte, obwohl sie die Leitungen bei
Windstille oder in der Nacht zwingend benötigen. Kein Wunder, dass auch
immer mehr Großunternehmen Erzeugungsanlagen pachten oder bauen, um in den
lukrativen Eigenverbrauch zu rutschen. Neben Anlagen für Sonne und Wind sind
dort sogar Kohlekraftwerke darunter, wie das Beispiel Saarstahl als
Betreiber des Kraftwerkes Ensdorf [22] zeigt. Die Einnahmeausfälle bei den
Umlagen, aber auch jene der öffentlichen Hand bei Konzessionsabgaben und
Stromsteuer schlagen hier ernsthaft zu Buche. Alle ernst zu nehmenden
Vorschläge zur Reform von EEG und Netzentgeltsystem wollen darum nicht nur
die ungerechten Ausnahmen der energieintensiven Industrie bei der EEG-Umlage
begrenzen, sondern auch das Bündel der Eigenstromprivilegien.

Die Energiewende in der Region organisieren

Die Sache mit dem Ökostrom von nebenan ist also verzwickt. Ist es nun
Aufgabe der Politik, neue Modelle zu erfinden, die es Erzeugern ermöglichen,
zertifizierten Ökostrom auch regional zu vermarkten? Doch warum eigentlich?
Vielleicht stellt sich vielmehr die grundsätzliche Frage, ob die Zeit reiner
Ökostromangebote nicht abgelaufen ist. Heimischer regenerativer Strom ist
betriebswirtschaftlich halt bis auf Weiteres teuer. Wer ihn in reiner Form
zum selben Preis haben will wie dreckigen Kohlestrom, macht sich oder
anderen etwas vor. Entweder möchte man sich mit Federn schmücken, die andere
bezahlen, oder man fördert weiterhin Wasserkraftunternehmen im Ausland statt
die Energiewende zu Hause.

Vor diesem Hintergrund sei auch folgende Frage gestattet: Hat die
Stromwechselkampagne der Umweltverbände "Atomausstieg selber machen" [23]
mittlerweile nicht eine Schieflage, die auch viele Stadtwerke-Kunden zu den
Ökostromanbietern lockt? Denn sie wirbt groteskerweise Leute selbst von
jenen kommunalen Energieversorgern ab, die sich mühsam für die hochkomplexe
Energiewende vor Ort einsetzen oder sich gerade im Wandel dorthin befinden.
Die Geworbenen unterschreiben bei Stromhändlern, die zwar ohne Zweifel zu
den Pionieren im Kampf gegen AKWs und Konzernmacht gehören. Die
Ökostromfirmen leisten heute aber mit ihrem Hauptgeschäft - den
Stromimporten - kaum noch einen Beitrag zur heimischen Energiewende. Dass
sie mit erwirtschafteten Überschüssen auch einige deutsche Wind- oder
Solaranlagen fördern, ändert daran wenig.

Was das Ökostrom-Zertifikat angeht, so wird es für Behörden wichtig bleiben,
um Doppelförderungen und -zählungen auszuschließen. Als Qualitätsmaßstab
jedoch sollten es Kunden und Umweltverbände besser vergessen. Ob und wie
nachhaltig ein Versorger der Energiewende verpflichtet ist, bemisst sich
keinesfalls an diesem unverdient aufgeladenen Label. In der Regel weist es
lediglich auf langweilige Grünstromimporte hin. Ein grenzüberschreitender
Stromaustausch gehört zwar auch zu einem regenerativen Stromsystem. Deutlich
herausfordernder ist in dieser Phase der Energiewende aber der Wandel zu
Haus.

Für die Stadtwerks-Stromrebellen in Hamburg [24] oder in Berlin [25] stellt
sich also die Frage nach neuen Parametern für ihr Energiewende-Engagement.
Zum Beispiel folgende: Wie viel Strom aus regenerativen Energien produziert
das kommunale Unternehmen selbst oder mit Beteiligungen? Und zwar egal ob
ins überregionale Netz eingespeist oder vor Ort. Was tut es dafür, das
schwankende Ökostromangebot ins Energiesystem zu integrieren? So kann es
beispielsweise die Stromnachfrage beeinflussen oder kurzzeitige
Erzeugungsspitzen in Form von Wärme speichern. In einigen Jahren sind auch
saisonale Stromspeicher in kommunaler Regie vorstellbar. Und was tut der
Gemeindebetrieb für die regenerative Wärmeversorgung? Wie intelligent und
sozial steuert er die energetische Gebäudesanierung? Nutzt das Unternehmen
seine Kundennähe, um Energiesparen [26] zu fördern? Treibt es den Einsatz
der klimafreundlichen gemeinsamen Produktion von Strom und Wärme [27] sowie
Nahwärmenetze voran? Und existieren Beratungsangebote und Tarifstrukturen,
die einkommensschwachen Familien Energiearmut ersparen [28]?

Einige solcher Aufgaben für die heimische Energiewende wären vielleicht auch
Zukunftsfelder für die heutigen Ökostromanbieter. Schließlich erledigen ihr
klassisches Importgeschäft schon jetzt haufenweise andere Stromhändler.
Einige Ökostromer haben sich bereits ein Stück auf den Weg dorthin gemacht.
So Naturstrom mit mutigen Integrationsmodellen [29], Lichtblick mit einem
BHKW-Schwarmstromkonzept [30] oder Greenpeace Energy mit Aktivitäten zur
Förderung von Hybridkraftwerken, die unter anderem überschüssigen Windstrom
zu Wasserstoff [31] machen.

Und wohin gehen Kommunen und ihre Stadt- und Gemeindewerke? Vieles spricht
dafür, dass sie sich künftig aufschwingen könnten zu zentralen Akteuren der
Energiewende [32]. Ihre Kundennähe prädestiniert sie genauso dafür wie
vielerorts ihre Hoheit über wichtige Erzeugungsanlagen und über regionale
Strom- und Wärmenetze. Ihnen gehören zudem viele Wohnungen und Gebäude.
Damit können sie den Weg der Region in eine regenerative Vollversorgung
umfassend steuern: als Produzenten, Händler, Netzbetreiber, Versorger,
Regelknoten sowie als Partner unzähliger unabhängiger Erzeuger der Gemeinde
und des Umlands. Nicht jede mögliche Synergie muss gegen
privatwirtschaftliche Interessen durchgeboxt werden. Als Nebeneffekt sorgen
sie für kommunale Einnahmen zugunsten von Bibliotheken, Nahverkehr oder
Sozialtarifen.

Das ist der Grund, warum Netze und wichtige Teile der energetischen
Infrastruktur in die öffentliche Hand [33] gehören, warum
Energiewende-Stadtwerke eine Zukunft haben. Und für diese bedarf es nicht
nur jeder Menge kritischer Kunden, sondern auch sinnvoller Maßstäbe dafür,
wie Energiewende bemessen wird.

Der Volkswirt Uwe Witt ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der
Bundestagsfraktion Die Linke. Seine Schwerpunkte sind Klimaschutz sowie
Umwelt- und Ressourcenökonomie. Er arbeitet im Netzwerk nachhaltig-links.de
[34] mit 

Im Text verwendete Links:

1. http://www.klimaretter.info/dossiers/volksentscheid-in-hamburg
2. http://www.klimaretter.info/protest/hintergrund/14673
3. http://www.klimaretter.info/tipps-klima-lexikon/6248-eeg
4. http://www.klimaretter.info/politik/hintergrund/13175
5. http://www.klimaretter.info/politik/hintergrund/14366
6. http://de.wikipedia.org/wiki/Graustrom
7. http://dejure.org/gesetze/EEG/56.html
8. http://tinyurl.com/m8srdr7 
9. http://www.klimaretter.info/energie/hintergrund/14435
10. http://de.wikipedia.org/wiki/Optionale_Marktprämie
11. http://de.wikipedia.org/wiki/Managementprämie
12. http://de.wikipedia.org/wiki/Grünstromprivileg
13. http://www.klimaretter.info/wirtschaft/hintergrund/14401
14. http://www.naturstrom.de/
15. http://www.gruenstromwerk.de/solar-25-kriterien.html
16. http://www.klimaretter.info/energie/hintergrund/13268
17. http://tinyurl.com/msu6mrt
18. http://www.klimaretter.info/energie/hintergrund/13314
19. http://www.klimaretter.info/wohnen/hintergrund/14826
20. http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2012/08/10/a0173
21. http://www.klimaretter.info/energie/hintergrund/14356 
22. http://de.wikipedia.org/wiki/Kraftwerk_Ensdorf
23. http://www.klimaretter.info/wirtschaft/hintergrund/13562
24. http://unser-netz-hamburg.de/
25. http://www.berliner-energietisch.net/
26. http://www.klimaretter.info/energie/hintergrund/14619
27. http://www.klimaretter.info/tipps-klima-lexikon/4342-kraftwaermekopplung
28. http://www.klimaretter.info/politik/hintergrund/12246
29. http://tinyurl.com/lp3pfzp
30. http://www.klimaretter.info/wohnen/hintergrund/9790
31. http://www.klimaretter.info/energie/nachricht/12017
32. http://www.klimaretter.info/politik/nachricht/13150
33. http://www.klimaretter.info/wirtschaft/hintergrund/12502
34. http://www.nachhaltig-links.de/index.php/ueber-uns




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