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N A B U - P R E S S E D I E N S T  ----  NR. 142/13 ---- 20.11.2013 
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Umwelt/EU
NABU kritisiert Brüsseler „Lobby-Haushalt“ 2014-2020
Tschimpke: Prinzip „Gießkanne“ bleibt –  Subventionen auf Kosten der
Natur 
 
Straßburg – Der NABU hat die vom Europaparlament gebilligten Beschlüsse
zur Neuordnung der EU-Subventionen für 2014-2020 als „eine riesige
verpasste Reformchance“ kritisiert. Die Bundesregierung hat dazu
beigetragen, dass auch für die kommende Förderperiode keine ökologische
Haushaltreform zustande gekommen ist. Die Vorschläge der EU-Kommission
für eine Agrarwende hat die ehemalige Bundeslandwirtschaftsministerin
Aigner nach Kräften ausgebremst. Der NABU fürchtet, dass insbesondere im
Bereich der Landwirtschaft nun bis zum Ende des Jahrzehnts viele weitere
Milliarden Euro an Steuergeldern zur Verarmung und Zerstörung der Natur
beitragen werden.
„Nur weil die deutsche Bundeskanzlerin keinen Krach mit der Agrarlobby
riskieren wollte, bleibt uns die verschwenderische Subventionsgießkanne
erhalten. Die neuen Umweltauflagen des ‚Greenings‘ wurden fast bis zur
Unkenntlichkeit verwässert“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.
Gleichzeitig fristeten die zielführenden effizienten Förderprogramme im
Agrar- und Umweltbereich auch in der kommenden Haushaltsperiode weiter
ein Schattendasein.
Trotz eindeutiger Aufforderung durch den Deutschen Bundestag und den
Bundesrat hatte sich die Bundesregierung bei den Brüsseler
Haushaltsverhandlungen nicht für eine Aufstockung des anerkannt
hochwirksamen Umweltförderprogramms LIFE eingesetzt. Konstantin Kreiser,
NABU-Experte für die EU-Haushaltspolitik: „Dies ist ein erschreckender
Beweis dafür, dass es der Regierung von Anfang an nur um die Deckelung
der eigenen Beiträge ging und nie um den Abbau schädlicher Subventionen
die zu einem wichtigen Teil aus deutschen Steuergeldern bestehen.“
Im Ergebnis gibt die EU nun kaum mehr als 0,3 Prozent ihres Budgets für
LIFE aus, während weiterhin das Hundertfache (30 Prozent, knapp 280
Milliarden Euro) als Direktsubventionen an Landwirte fließen –  nahezu
unabhängig davon, wie diese mit Boden, Wasser und Artenvielfalt umgehen.
Selbst die verbliebene Möglichkeit, bis zu 15 Prozent der
Direktzahlungen in gezielte Förderprogramme im ländlichen Raum 
umzuwandeln, will Deutschland nach dem Willen von Bund und Ländern nur
marginal mit weniger als fünf Prozent nutzen. Der NABU appelliert an die
Unterhändler von SPD und Union, dass diese Zahl durch die
Koalitionsvereinbarung der neuen Bundesregierung noch nach oben
korrigiert wird.
 
Für Rückfragen:
Konstantin Kreiser, NABU-Experte für Internationale
Biodiversitätspolitik, mobil 0172-4179730
Florian Schöne, NABU-Agrarexperte, Tel. 030-284984-1615
Weitere Infos: http://www.nabu.de/themen/naturschutz/finanzierung  

 
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Telefax: 0 30.28 49 84-2500, E-Mail: [email protected]
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