ZDF
http://www.heute.de/Abgeholzte-Wälder-ungeschützte-Küsten-30615578.html

12.11.2013

Philippinen

Abgeholzte Wälder, ungeschützte Küsten

Die Flutwelle nach dem Taifun hat die philippinische Insel Leyte ungebremst 
getroffen. Es gibt keine Mangrovenwälder mehr, die die Küsten vor Stürmen 
schützen - in vielen Teilen Südostasiens sind sie Aquakulturen für Krabben 
gewichen. Auch die Palmen-Monokultur trägt dazu bei, dass Wetterextreme 
verheerendere Folgen haben. 

Video (1:30 min):
http://www.heute.de/30615578.html

--------------------------------------------------------------------------

Universität Hohenheim/Informationsdienst Wissenschaft
http://idw-online.de/pages/de/news562316

20.11.2013 

Agrar-Experte: „Zerstörungskraft von Taifunen kann durch angepasste 
Landwirtschaft gebremst werden“

Florian Klebs 

Erst durch Waldrodungen an Küsten und in Bergregionen der philippinischen Insel 
Leyte konnte Taifun Haiyan seine volle Zerstörungskraft entfalten, so die 
Ansicht von Agrarexperten. Gezielte Wiederaufforstung mit heimischen Baumarten, 
kombiniert mit landwirtschaftlichen Alternativen für die lokale Bevölkerung, 
könnte ähnlich verheerenden Katastrophen in Südostasien vorbeugen. Die 
Universität Hohenheim kooperiert seit über zwanzig Jahren mit der Visayas State 
University (VSU) auf Leyte. Gemeinsam hat das bilaterale Forscherteam ein 
Programm entwickelt, das neben Umweltschutz auch die wirtschaftliche Situation 
der Inselbewohner berücksichtigt.

Wind und Regen sind nur für einen Teil der Zerstörung direkt verantwortlich, 
die Taifun Haiyan auf der philippinischen Insel Leyte angerichtet hat. Weil 
Mangrovenwälder in den Küstengebieten weitgehend abgeholzt sind, konnte die 
nachfolgende Flutwelle die Küstengebiete ungebremst treffen.

Eine weitere Katastrophe steht möglicherweise noch bevor. Denn Taifune wirbeln 
nicht nur das Meer auf, sondern sorgen auch für heftige Regenfälle im 
Landesinneren. Überall dort, wo die fragilen Böden nicht durch dichte 
Vegetation geschützt sind, besteht die Gefahr von Erdrutschen. Auf Leyte kam es 
in den letzten fünfzehn Jahren bereits mehrfach zu verheerenden „Landslides“. 
Bei der folgeschwersten Katastrophe in Ormoc waren rund 8.000 Tote zu 
verzeichnen.

Prof. Dr. Friedhelm Göltenboth [1], Honorarprofessor und Mitglied des 
Tropenzentrums der Universität Hohenheim und wissenschaftlicher Berater der 
Stiftung NatureLife-International [2], ist überzeugt, dass die zerstörerischen 
Folgen von Taifunen wie Haiyan erheblich reduziert werden könnten. „Es ist von 
elementarer Bedeutung, dass sowohl der grüne Schutzgürtel an Küsten als auch 
die Regenwälder an den Berghängen erhalten bleiben oder wieder aufgeforstet 
werden“, betont der Experte. „Dafür muss die lokale Bevölkerung von Anfang an 
mit einbezogen werden. Denn ohne landwirtschaftliche Alternativen und ohne 
Alternativen für die Beschaffung von Brennholz ist die Rodung der Wälder für 
die Inselbewohner eine Frage des Überlebens.“

Kleinbauern könnten naturnahe Nutzwälder auch für Landwirtschaft nutzen

Vielversprechende Pilotprojekte gibt es bereits. Seit zehn Jahren arbeitet 
Prof. Dr. Göltenboth als wissenschaftlicher Berater der 
Wiederaufforstungsprogramme der Stiftung NatureLife-International, welche auf 
eine Forschungskooperation der Universität Hohenheim mit der örtlichen Visayas 
State University zurückgehen.

„Uns ist wichtig, dass dabei ausschließlich lokale Baumarten herangezogen 
werden, da sie auf die Verhältnisse vor Ort am besten angepasst sind. Die 
Erfahrung zeigt, dass Gehölze aus Südamerika, die von Behörden wegen ihres 
schnellen Wachstums derzeit häufig für die Aufforstung eingesetzt werden, den 
Naturgewalten vor Ort nicht standhalten“, berichtet Prof. Dr. Göltenboth. Doch 
auch zum unberührten Regenwald führt aus Sicht des Agroforstexperten kein Weg 
zurück. „Die Waldregionen sind für die lokale Bevölkerung eine wichtige 
wirtschaftliche Ressource. Dieser Tatsache müssen wir Rechnung tragen. 
Letztlich können auch die restlichen bestehenden Regenwaldgebiete nur geschützt 
werden, wenn bereits gerodete Flächen durch naturnahen, hochdiversen Nutzwald 
aufgeforstet werden.“

Gute Erfahrungen habe das bilaterale Forscherteam mit einer Mischkultur aus 
heimischen Obstbäumen und Tropengehölzen gemacht, die mit einer besonderen Form 
der kleinbäuerlichen Landwirtschaft kombiniert werden kann. Dafür geeignet ist 
eine Vielzahl von sogenannten „Schattengewächsen“ wie Gewürzpflanzen oder auch 
Faserbananen, die zwischen den Bäumen des Mischwalds angebaut werden können. 
Neben dem Obstanbau könnten diese landwirtschaftlichen Produkte in Zukunft 
verstärkt als Einnahmequelle für Kleinbauern erschlossen werden.

Ein weiterer Pfeiler, um die Rodung zu stoppen, ist aus Sicht des Experten das 
Programm „Grow your own Firewood“, das künftig vom Forest Department der 
Visayas State University in ausgewählten Modellbereichen durchgeführt werden 
soll. Es unterstützt Dorfgemeinschaften dabei, ihr eigenes Feuerholz anzubauen. 
Dank schnell wachsender heimischer Baum- und Heckenarten greife das Programm 
zum Teil bereits nach einem halben Jahr.

--

[1] http://troz.uni-hohenheim.de/72464.html?&tx_ttnews[tt_news]=11538
[2] http://www.naturelife-international.org/




° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° 
Ende der weitergeleiteten Nachricht ° Alle Rechte bei den AutorInnen 
Unverlangte und doppelte Zusendungen bitten wir zu entschuldigen 
Abbestellen: mailto:[email protected]?subject=unsubscribe 


° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° 
Greenhouse Infopool baut um! 
Wir sind jetzt vor allem hier: 

Twitter: 
http://twitter.com/greenhouse_info 

RSS-Feed: 
http://tinyurl.com/greenhouse-feed

Facebook (Beta): 
http://www.facebook.com/mika.latuschek 

Twitter-News per E-Mail erhalten:
https://listen.jpberlin.de/mailman/listinfo/greenhouse-info





_______________________________________________
Pressemeldungen mailing list
[email protected]
https://lists.wikimedia.org/mailman/listinfo/pressemeldungen

Antwort per Email an