BauernZeitung
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30.12.2013

2014 ist das offizielle Jahr der landwirtschaftlichen Familienbetriebe

Das von den Vereinten Nationen ausgerufene internationale Jahr der
bäuerlichen Familienbetriebe soll die mehr als 400 Mio. Familienbetriebe
ehren, die Lebensmittel für Milliarden von Menschen produzieren.

Weltweite Aufmerksamkeit für die bäuerlichen Familienbetriebe - zumindest
für ein Jahr lang. Das wollen die Vereinten Nationen (UN) mit dem von ihnen
ausgerufenen "Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe 2014" erreichen. Im
Rahmen der Europäischen Konferenz zur Zukunft der landwirtschaftlichen
Familienbetriebe erklärte EU-Agrarkommissar Dacian Cioloş die Wichtigkeit
der Bauernfamilien: "Rund 80 Prozent der Landwirtschaft in der Welt sind in
der Hand von Familienbetrieben. Sie haben Zukunft und gegenüber anderen
Betriebsformen besondere Vorteile."

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Vorarlberger Nachrichten
http://www.vorarlbergernachrichten.at/ -- http://tinyurl.com/keynda3

4. Dezember 2013
"Besseres Image für uns Landwirte"

2014 ist das "internationale Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe".

SULZBERG. (mam) Seit dem ersten bekanntgewordenen Lebensmittelskandal wird
auf der Landwirtschaft relativ undifferenziert herumgehackt. Das soll sich
ändern: EU und UNO haben für 2014 das Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe
ausgerufen. Die Vereinten Nationen erwarten sich mehr Augenmerk der
Weltöffentlichkeit für eine von Bauernfamilien getragene Landwirtschaft, für
die Überwindung von Hunger und Armut und die Verbesserung der Lebens- und
Umweltbedingungen. In vielen Entwicklungsländern machen bäuerliche
Familienbetriebe bis zu 80 Prozent aller landwirtschaftlichen Höfe aus.

Die EU-Landwirte- und ­Genossenschaftsverbände "Copa-Cogeca"
(Interessensvertretung der bäuerlichen Landwirtschaft) verabschiedeten eine
Erklärung, in der führende Landwirtschaftsvertreter die zentrale Rolle der
Familienbetriebe für die Gewährleistung hochqualitativer Lebensmittel für
die Verbraucher sowie Wachstum und Beschäftigung im ländlichen Raum betonen.
Sie umrissen notwendige Maßnahmen der Wettbewerbsfähigkeit.

Vorarlbergs LK-Präsident Josef Moosbrugger sieht den Jahresschwerpunkt als
Kurskorrektur, denn jetzt wird international anerkannt, dass die
Industrialisierung in die falsche Richtung läuft. Er erwartet sich neue
Impulse für das in Vorarlberg bewährte System. Auch die Kammer werde 2014
Aktionen setzen, die den bäuerlichen Familienbetrieb in den Mittelpunkt
stellen und seinen Wert für die Gesellschaft vermitteln.

Mehr Wertschätzung

Was erwartet sich der Landwirt von diesem Jahr? Sulzberg-Sonnseite: Hier
betreiben Dietmar und Carmen mit ihren vier Kindern einen Hof mit inzwischen
30 Braunvieh-Milchkühen. Er erzielt durch die Aufstockung viermal so viel
Milchmenge wie sein Vater. Zusätzlich hat er vergangenes Jahr die Dachfläche
mit Sonnenstrom-Modulen bestückt. "Das rechnet sich allerdings erst in
vielen Jahren." Er wünscht sich mehr Wertschätzung in der Öffentlichkeit.
"Ich beginne jeden Tag um 6 Uhr mit der Stallarbeit und arbeite bis gegen 20
Uhr. Das Wochenende inklusive. Nur diese Mehrarbeit macht uns
überlebensfähig." Der Milchpreis sei heuer recht gut gewesen, aber wie
lange, wisse keiner. Dietmar Vögel beteiligt sich nicht an "Tagen der
offenen Tür", noch hat seine Milch irgendwelche Gütesiegel. An amtlichen
Kontrollen gebe es bereits mehr als genug. Dennoch glaubt er, dass das "Jahr
der bäuerlichen Kleinbetriebe" sicher etwas bringt. "Mehr
Öffentlichkeitsarbeit über unsere Leistungen wäre angebracht. Es wird immer
nur von Skandalen berichtet, die in irgendeiner Form auch uns kleine
Familienbetriebe betreffen." Inzwischen schuften die Vögels weiter ...

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Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion
http://www.gruene-bundestag.de/ -- http://tinyurl.com/pxxeszv 

02.01.2014
 
UN-Jahr der bäuerlichen Landwirtschaft nutzen
 
Zum Beginn des Internationalen UN-Jahres der bäuerlichen Landwirtschaft 2014
erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:
 
Das UN-Jahr der bäuerlichen Landwirtschaft bietet die Chance, ein Umdenken
in der Agrarpolitik zu erreichen und die bäuerliche Landwirtschaft zu
stärken. Wir fordern die Bundesregierung auf, endlich auch in Deutschland
die Agrarwende fortzuführen. Die Ausrichtung der deutschen Agrarpolitik auf
Agrarindustrie und Fleischexport muss beendet werden. 
 
Familienbetriebene und kleinbäuerliche Landwirtschaft ist weltweit die
Grundlage für Hunger- und Armutsreduzierung. Sie bietet die einzigartige
Möglichkeit, gleichzeitig Ernährungssicherheit, Ernährungssouveränität und
nachhaltige Entwicklung herzustellen. Das gilt für Deutschland, Europa und
die Welt.
 
Gerade in den benachteiligten Gebieten Deutschlands und Europas ist
Landwirtschaft die einzige Möglichkeit, gleichzeitig gesellschaftliche
Teilhabe und ökonomische Entwicklung zu erreichen. Wir brauchen deshalb eine
Agrarstruktur, die Menschen einschließt und ihnen Entwicklungsmöglichkeiten
bietet.
 
Die agrarpolitischen Pläne der Bundesregierung erreichen genau das
Gegenteil. Sie fördert die industriemäßige Produktion von Fleisch und
pflanzlichen Erzeugnissen für den Export. Damit zerstört sie die
Ernährungsgrundlage in anderen Teilen der Welt und gleichzeitig die
vielfältige Agrarstruktur in Deutschland und Europa.
 
Wir brauchen eine vielfältig strukturierte und lebendige Landwirtschaft,
eine breite ländliche Kultur und kreative, neue Impulse durch junge
Menschen. Das ist nur mit einer vielfältigen, bäuerlichen Landwirtschaft zu
leisten.
 



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