Pressetext Austria (pte)
http://www.pressetext.com/news/20141126007

Maßnahmen gegen Klimawandel bleiben umstritten

Geo-Engineering: Studien erwarten Schäden für Milliarden Menschen 

Von Michaela Monschein

Bristol/Leeds/ Oxford (pte/26.11.2014/10:30) Pläne zur Beeinflussung des Klimas 
könnten sich für Milliarden Menschen als schädlich herausstellen. Für das Wohl 
des Planeten wäre dies jedoch dienlich, wie ein Projekt unter der Leitung der 
Universitäten Leeds, Bristol und Oxford ergeben hat [1]. Bei dem sogenannten 
Geo-Engineering geht es um gezielte Veränderungen des Klimas zur Senkung der 
Temperatur. Derartige Projekte zielen zum Beispiel darauf ab, die Erde vor der 
Sonne zu schützen oder Kohlendioxid zu binden.

Kühlung durch Vulkane nachahmen 

Laut Matt Watson von der University of Bristol sind die möglichen Verfahren, 
ihre Folgen und auch die Schattenseiten sehr komplex. Das Freisetzen von 
Aerosolen in der Stratosphäre zum Beispiel soll den Kühleffekt von Vulkanen 
nachahmen. "Wir sind von dieser Vorstellung nicht begeistert. Es ist heute 
jedoch notwendiger denn je, diesen Ansatz zu erforschen."

Für die Studien wurden mit Hilfe von Computermodellen mögliche Auswirkungen der 
verschiedenen Technologien untersucht. Der Schwerpunkt wurde auf Konzepte 
gelegt, die die Wüsten, die Meere und die Wolken dazu bringen soll, stärker zu 
reflektieren. So soll verhindert werden, dass die Sonneneinstrahlung die 
Oberfläche erreicht. Keine der Simulationen ermöglichte jedoch, die 
Temperaturen auf den Werten zu halten, die zwischen 1986 und 2005 
vorherrschten. Das bedeutet laut der Studie, dass derartige Maßnahmen jahrelang 
eingesetzt werden müssten.

Niederschläge nehmen drastisch zu 

Mehr Anlass zur Sorge ist für die Wissenschaftler, dass die Simulationen 
gezeigt haben, dass es zu schwerwiegenden Veränderungen bei den Niederschlägen 
kommen wird. Betroffen wäre zum Beispiel auch der Monsun in Indien. Piers 
Forster of University of Leeds betont, dass durch derartige Maßnahmen zwischen 
1,2 und 4,1 Mrd. Menschen unter den negativen Folgen zu leiden hätten. "Es 
könnte zum Beispiel zu einem vollständigen Austrocknen der Sahelzone kommen."

Eine Anpassung der Bevölkerung an derartig tiefgreifende Veränderungen sei nur 
sehr schwer umzusetzen. Laut dem Experten gilt das übrigens für alle 
untersuchten Szenarien. Trotz des Risikos möglicher katastrophaler Auswirkungen 
durch das Geo-Engineering gehen die Studienautoren davon aus, dass die 
Forschung in diesem Bereich weitergehen sollte. Sie begründen das damit, dass 
Vorkehrungen für einen Temperaturanstieg zu treffen seien, der keine anderen 
Optionen mehr offen lasse.

Wachstum von Plankton unterstützen 

Das Ablagern von Eisen im Meer wurde als Möglichkeit zur Förderung der 
Entstehung von Plankton und damit dem Binden von Kohlenstoff vorgeschlagen. 
Laut Steve Rayner von der University of Oxford ist diese Technologie einfacher 
zu entwickeln, als ihre Auswirkungen zu verstehen und wie sie konkret 
eingesetzt werden sollte.

Rayner zufolge ist der derzeitige Wissensstand derzeit nicht ausreichend. "Es 
ist denkbar, dass einige dieser Verfahren Teile von gezielten Maßnahmen gegen 
die Klimaveränderung sein könnten." Geo-Engineering wurde lange als einer der 
umstrittensten Aspekte in der Diskussion um mögliche Maßnahmen angesehen. 
Bisher wurden erst wenige Experimente durchgeführt, deren Ergebnisse jedoch den 
Erwartungen nicht entsprechen konnten.

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[1] http://www.leeds.ac.uk/news/article/3631/ 




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