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Feed: Deutschlandfunk - Umwelt und Verbraucher
Posted on: Wednesday, November 26, 2014 11:35 AM
Author: Deutschlandfunk - Umwelt und Verbraucher
Subject: Schwerwiegendes Leichtmetall - Brustkrebs und Alzheimer durch 
Aluminium?

Aluminium wird in Autos und Flugzeugen verbaut, in Getränkekartons benutzt, in 
Deosprays. Doch Aluminium steht auch im Verdacht, Krankheiten wie Alzheimer 
oder Brustkrebs zu verursachen. Die möglichen Gefahren durch Aluminium im 
Alltag sind Thema einer Konferenz des Bundesamtes für Risikobewertung.

Je nach dem wen man fragt, wird die tatsächliche Gefahr durch Aluminium 
ziemlich unterschiedlich eingeschätzt. Aber dass das Thema erst genommen wird, 
zeigt, dass heut und morgen fast 200 Teilnehmer, Wissenschaftler aber auch 
Vertreter aus der Industrie über das Thema diskutieren. Kernfragen sind: Auf 
welchem Weg gelangt wie viel Aluminium in den Körper und was richtet es dort 
an? Nicht unbedingt nur Gutes, meint Andreas Hensel der Präsident des 
Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR):

"Und es gibt wissenschaftlich durchaus einen Grund sich anzuschauen, ob 
möglicherweise bestimmte Erkrankungsbilder, die wir beim Menschen finden, mit 
Aluminium korreliert sind, das heißt, dass die etwas miteinander zu tun haben."

Hauptsächlich geht es da um den Verdacht, dass das Aluminium für Brustkrebs 
oder Alzheimer mitverursachend sein könnte. Es gibt zum Beispiel eine Studie an 
Patientinnen, deren Aluminiumgehalt im Brustdrüsengewebe erhöht war. Ein 
eindeutiger wissenschaftlicher Zusammenhang besteht laut BfR aber nicht, weil 
einfach noch nicht genügend verlässliche Daten vorlägen. Entscheidend ist für 
Andrea Hartwig, Professorin für Lebensmittelchemie und Toxikologie am 
Karlsruher Institut für Technologie, ob das Aluminium über die Haut oder über 
die Nahrung in den Körper gelang:

"Man weiß, dass Aluminium toxisch sein kann unter bestimmten Bedingungen, aber 
bei sehr hohen Konzentrationen. Der Punkt ist, wenn ich das über den 
Magen-Darm-Trakt aufnehme, und das tue ich bei Lebensmitteln, das tue ich beim 
Trinkwasser, dann ist es eben so gut wie nicht bioverfügbar, jedenfalls nur zu 
einem ganz kleinen Prozentsatz. Das bedeutet, dass es gar nicht in den Körper 
aufgenommen wird, sondern wieder ausgeschieden wird."

Zusammenhang mit Alzheimer?

Ob das bei der Aufnahme über die Haut - wie zum Beispiel beim Deo - auch so 
ist, ist durch Forschungsergebnisse noch nicht ausreichend belegt. Die 
Wissenschaftlerin JR Walton aus Australien ist sich hingegen sicher, dass 
zwischen der Aufnahme von Aluminium und der Alzheimer-Demenz einen Zusammenhang 
besteht:

"Das meiste Aluminium wird vom Körper ausgeschieden, aber ein kleiner Teil geht 
ins Gehirn, leicht rein, aber schwer wieder raus und sammelt sich da an vor 
allen in den Regionen wo die Alzheimer Erkrankung beginnt und sich ausbreitet."

Und das sei in Versuchen an Ratten eindeutig nachgewiesen worden, sagt die 
Wissenschaftlerin. Wir können im Alltag dem Aluminium kaum entgehen. Hinter 
vielen künstlichen Farb- und Zusatzstoffen verbergen sich häufig 
Aluminiumverbindungen. Vor allem Fertig-Backwaren, Backmischungen, gebleichtes 
Mehl, Laugenbrezeln, farbige Süßigkeiten, aber auch Babynahrung und Tafelsalz 
sind häufig belastet. Sogar Wasserwerke haben die Erlaubnis, Aluminiumsulfat 
als Flockungsmittel einzusetzen, dann findet sich Aluminium sogar im 
Trinkwasser. Auch bei aluminiumhaltigen Verpackungen kann bei langem Gebrauch 
Vorsicht geboten sein, meint Karla Pfaff vom BfR:

"Wenn zum Beispiel Aluminiumfolie auf feuchten, sauren oder salzigen 
Lebensmitteln verwendet wird, dann lösen sich Aluminiumionen heraus und gehen 
auf das Lebensmittel über."

Aluminiumaufnahme über Kosmetika

Wir kochen zum Beispiel auch in Aluminiumtöpfen, Teflonpfannen bestehen häufig 
aus Aluminium, und Aluminium gibt es als Bestandteil von Textilien oder im 
Bereich der Filterung.

Eine noch größere Bedeutung hat die Aluminiumaufnahme über Kosmetika, wie Deos 
oder Cremes, die häufig sogar auf verletzte Haut aufgetragen werden. Hier 
empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung, die Gehalte von 
Aluminiumsalzen in diesen Produkten schon mal generell zu begrenzen.

Sollte sich aus den Erfahrungen mit der heutigen Veranstaltung noch weiterer 
Handlungsbedarf ergeben, will das Institut das in seine Bewertungen einfließen 
lassen, sodass dann die gesetzlichen Bestimmungen und Richtwerte entsprechend 
geändert werden können.

Artikel anzeigen...
http://www.dlf.de/s.697.de.html?dram:article_id=304394

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regenwald.org
http://www.regenwald.org/themen/aluminium/fragen-und-antworten

Aluminium

Ob Joghurt-Deckel, Getränke-Dose oder gar im Deo - Aluminium spielt in unserem 
Alltag eine größere Rolle, als wir meinen. Doch um Aluminium zu produzieren, 
wird immer wieder Regenwald vernichtet, denn 90 Prozent des Ausgangsstoffes 
Bauxit lagern im Tropengürtel.

Wird wegen Aluminium Regenwald vernichtet? 

Das Ausgangsmaterial von Aluminium ist Bauxit. Dieses Erz wird meist 
großflächig im Tagebau gewonnen. Von den heute bekannten Bauxitreserven lagern 
etwa 90 Prozent im Tropengürtel. In den Hauptabbauländern - Guinea, Jamaika, 
Indian, Australien und Brasilien - wird für den Abbau auch Regenwald zerstört. 
Oft ist damit die Lebensgrundlage indigener Völker bedroht - wie im Fall der 
Niyamgiri-Berge in Orissa (Indien).

Brasiliens wichtigste Bauxitmine Porto Trombetas - sie liefert 70 Prozent der 
brasilianischen Gesamtproduktion - liegt beispielsweise mitten in unberührtem 
Amazonas Regenwald. Die Einleitungen in den nahe gelegenen See Lago Batata 
verschlammten diesen vor 20 Jahren so stark, dass das Ökosystem des Sees 
abstarb. Noch heute werden hier jährlich 100 Hektar Wald für die seit 1979 
existierende Mine gerodet. 

Ist die Aluminiumproduktion giftig? 

Die Weiterverarbeitung des Bauxits zu Aluminium ist ebenso umweltschädlich. Als 
Abfall bleibt dabei der giftige Rotschlamm zurück. Pro Tonne hergestellten 
Aluminiums entstehen zwischen einer und sechs Tonnen des gefährlichen 
Abfallprodukts. Da es kaum Möglichkeiten zur Weiterverarbeitung für Rotschlamm 
gibt, wird die toxische Substanz in großen Seen deponiert oder einfach in 
Flüsse geleitet. Für die betroffenen Ökosysteme hat das meist tödliche Folgen.

Die bei der folgenden Verhüttung entstehenden Gase (v.a. Fluoride) schädigen 
die Flora, Fauna und Anwohner der Fabriken. Sie führen zu Atemwegserkrankungen, 
Knochenschäden (Fluorose), Hautproblemen und vielen weiteren Gefahren für die 
Gesundheit.

Heizt die Aluminiumproduktion das Klima an?

Für die Aluminiumverhüttung sind große Energiemengen notwendig. Die Hersteller 
versuchen daher diesen Produktionsschritt in Länder mit geringen Stromkosten zu 
verlegen. Die notwendige Energie wird vor allem durch Wasser- oder 
Kohlekraftwerke gewonnen. Die Wasserkraftwerke führen meist zu weiterer 
großflächiger Zerstörung von Regenwald und Lebensräumen. Zusätzlich tragen sie 
durch das entstehende Methan zum Klimawandel bei. Das Gas wird bei der 
Zersetzung von Pflanzenresten unter Wasser gebildet. Dadurch ist beispielsweise 
der Strom aus dem brasilianischen Kraftwerk Balbina klimaschädlicher als der 
aus einem vergleichbaren Kohlekraftwerk. Weitere Klimagase wie fluorierte 
Kohlenwasserstoffe (6000 - 9000 mal klimaschädlicher als CO2) werden bei der 
Verhüttung frei.

Wie wird Aluminium gewonnen?

Aluminium ist mit 8 Prozent das dritthäufigste Element in der Erdkruste. 
Erstmals gefunden wurde es im Jahr 1808. Die wirtschaftliche Produktion wurde 
erst im Jahr 1886 mit der Erfindung Elektrolyse-Verfahren möglich.

Von wirtschaftlicher Bedeutung für die Herstellung ist nur das Ausgangsmaterial 
Bauxit. Darin liegt Aluminium mit einem Anteil von bis zu 60 Prozent vor. Das 
geförderte Erz wird in Druckbehältern bei 150 bis 200°C mit Natronlauge erhitzt 
(Bayer-Verfahren). Dabei geht Aluminium in Form von Aluminat hervor. Die 
eisenreichen Rückstände (Rotschlamm) werden abgefiltert. Dieser basische 
Rotschlamm muss als Abfallprodukt deponiert werden. Das Aluminiumoxid wird 
geschmolzen und im Elektrolyse-Verfahren unter Einsatz von großen Mengen 
elektrischer Energie zu metallischem Aluminium reduziert. Die Herstellung von 
einer Million Tonnen Aluminiumoxid verbraucht dabei so viel Energie wie eine 
halbe Million Haushalte in einem Jahr.

Welche Folgen hat der zurückbleibende Rotschlamm für die Umwelt?

Der Rotschlamm besteht aus feinen Partikeln (Eisenverbindungen sorgen für die 
rote Farbe) und der bei der Produktion eingesetzen Natronlauge. Dazu kommen je 
nach Ursprung des verwendeten Bauxits noch eine Vielzahl an Schwermetallen. 

Wird der Schlamm schlecht deponiert oder wie in einigen Ländern gar einfach in 
nahe gelegene Flüsse geleitet, sind es vor allem die Schwermetalle und ätzende 
Natronlauge, die die gravierendsten Folgen haben. Die feinen Partikel 
verschlammen Flüsse und Seen in der Umgebung. Die dadurch verstopften Poren und 
Hohlräume führen zum schnellen Tod von Tieren und Pflanzen. Schlecht 
abgedichtete Deponien belasten das Grundwasser mit Schwermetallen. Sie werden 
so zu einer langfristigen Gefahr für die Gesundheit der in der Umgebung 
lebenden Menschen. 

Zu einem schweren Umglück mit Rotschlamm kam es im Oktober 2010 in Ungarn. Der 
Damm einer Deponie brach und bis zu eine Million Kubikmeter Schlamm 
überschwemmten die Umgebung. Dabei wurden mehrere Dörfer von der Schlammwelle 
überflutet, zehn Personen starben, 150 wurden verletzt und viele Häuser 
zerstört. Der Schlamm floss weiter über einen Nebenfluss in die Donau und rief 
dabei gravierende Schäden an Flora und Fauna der betroffenen Gewässer hervor.

Was hat der Belo-Monte-Staudamm mit meinem Pausenbrot zu tun? 

Der Belo-Monte-Staudamm im Norden Brasiliens ist ein gigantisches 
Kraftwerksprojekt am Fluss Xingu. Dafür entsteht durch das aufgestaute Wasser 
ein See mit Fläche von 600 Quadratkilometer - etwa die Größe des Bodensees. 
Wegen des Kraftwerks droht 20.000 bis 40.000 Menschen die Vertreibung. Die 
Lebensgrundlage von 18 verschiedenen ethnischen Gruppen, die am und vom Fluss 
leben, könnte zerstört werden. Vor allem die in der Region lebenden 
unkontaktierten Indigenen sind bedroht. Denn mit dem Bau geht eine massive 
Zuwanderung einher, wodurch Krankheiten eingeschleppt werden. Sie können für 
die Betroffenen den schnellen Tod bedeuten, da sie keine Antikörper gegen die 
Viren besitzen.

Mit einer Leistung von 11 Gigawatt soll es das drittgrößte Kraftwerk der Welt 
sein. Die Energie ist zum überwiegenden Teil für die energieintensive 
Exportindustrie Brasiliens bestimmt. Insbesondere die Hersteller von Aluminium 
im Norden des Landes werden den „günstigen“ und „klimafreundlichen“ Strom aus 
dem Wasserkraftwerk nutzen. Die Aluminium-Folie um Ihr Pausenbrot hat also 
Auswirkungen bis tief hinein in den Regenwald des Amazonas. Deshalb sollte das 
Brot möglichst in einer Brotbox transportiert werden, die man viele Male 
wiederverwenden kann. 

In welchen Alltagsprodukten steckt noch Aluminium? 

Neben der offensichtlichen Folie ist Aluminium auch noch in vielen weiteren 
Produkten des Alltags versteckt. Der Rohstoff findet sich in Verpackungen von 
Kaugummis, Schokoriegeln, Kaffee, Tetra-Packs, Yoghurt-Deckeln, Zahnpasta- und 
Senf-Tuben, Deodorant- und Getränkedosen und sogar den Deckeln von 
Glasflaschen. 

Deshalb ist es wichtig wo möglich auf Verpackungen solcher Art zu verzichten - 
wenn nicht so zumindest die Abfälle zu recyclen, denn Aluminium ist vollständig 
recycelbar. Für die Produktion von sogenanntem Sekundäraluminium ist nur fünf 
Prozent der Energie der Neuproduktion nötig. 

Jedoch ist es schwierig das Aluminium in Verbundverpackungen (Kaffeeverpackung 
oder Tetra-Packs) im Recyclingprozess wiederzugewinnen. Diese Abfälle werden 
heute entweder bei der Zementherstellung benutzt oder verbrannt. 

In Haushalten findet sich der Rohstoff wegen der guten Wärmeleitfähigkeit 
Kochgeräten und beim Hausbau ( z.B. in Fenstern). Das Material wird darüber 
hinaus wegen seines geringen Gewichts in großen Mengen in Flugzeugen, 
Eisenbahnwaggons, Autos und Hochspannungsleitungen verwendet. In der 
Elektronikindustrie kommt es als Substitut für Kupfer immer häufiger zum 
Einsatz. Auch der stark steigende Ausbau der Solarenergieerzeugung führt durch 
die aus Aluminium hergestellten Befestigungssysteme zu einem steigenden 
Verbrauch.

Wie viel Aluminium verbrauchen wir in den Industrieländern eigentlich? 

Wegen seiner geringen Dichte - es gibt nur drei leichtere Metalle - spielt 
Aluminium heute eine große, wachsende Rolle in der Industrie. So steigt der 
Verbrauch des Metalls auch in den Industriestaaten weiterhin an. Bezogen auf 
den Pro-Kopf-Verbrauch nimmt Deutschland hier mit 31,6 kg pro Person und Jahr 
den Spitzenplatz ein, gefolgt von den USA (30 kg/p a) und Japan (26,4 kg/p a).

Dabei entfällt weltweit mit 29 Prozent der größte Teil der Verwendung von 
Aluminium auf den Verkehrssektor, gefolgt vom Bausektor (22 Prozent), 
Verpackungen (15 Prozent), Stromproduktion (12 Prozent), sowie dem Maschinenbau 
und langlebigen Konsumgütern (jeweils 9 Prozent). In Deutschland liegt der Wert 
für den Verkehrssektor wegen der hier produzierenden Automobilindustrie bei 44 
Prozent des Gesamtverbrauchs, gefolgt von 16 Prozent im Bausektor sowie 9 
Prozent für Verpackungen (Quelle: USGS2007). 

Wer ist für den Bauxitabbau und die Aluminiumherstellung verantwortlich?

Die Hauptförderländer von Bauxit sind Australien (30 Prozent der 
Gesamtproduktion 2011), China (20,9 Prozent), Brasilien (14 Prozent), Guinea (8 
Prozent), Indien (9 Prozent) und Jamaika (5 Prozent). Weitere unbedeutendere 
Vorkommen finden sich in den USA und Europa. Guinea ist das Land in dem derzeit 
mit 7,4 Mrd Tonnen die größten Reserven vermutet werden (US Geological Survey 
2012). Die großen Aluminiumkonzerne sind überwiegend Unternehmen der 
Industrienationen. Sie kontrollieren gemeinsam fast 50 Prozent der weltweiten 
Produktion, angeführt von RUSAL (Russland), gefolgt von Alcoa (USA), Rio Tinto 
Alcan (Kanada), Chalco (China) und Norsk Hydro (Norwegen). (Quelle: Reuters)

Gibt es „sauberes“ Aluminium?

Das „sauberste“ ist das erst gar nicht verbrauchte Aluminium. Jede vermiedene 
Verpackung mindert die Schäden für die Umwelt. Wenn der Verbrauch unumgänglich 
ist, sollte es über die entsprechenden Entsorgungssysteme recycelt werden. 

Es gibt auch weniger schädliche Verfahren der Aluminiumherstellung, wie es 
beispielsweise in einem Aluminiumwerk in der Nähe von Hamburg angewandt wird. 
Hier wird mittels moderner Anlagen versucht, den Energieverbrauch so weit wie 
möglich zu verringern. Der im Werk anfallende Rotschlamm wird von der 
Natronlauge gereinigt, die für den erneuten Prozess recycelt wird. Anschließend 
wird der Schlamm in einer abgedichteten Deponie gelagert. So wird versucht die 
Umweltauswirkungen der Produktion so weit wie möglich zu verringern. 

Dadurch ungelöst sind selbstverständlich Probleme wie die Landschaftszerstörung 
beim Abbau des Bauxits und der klimaschädliche Transport nach Deutschland. 

Kommen mit der Aluminiumherstellung nicht wichtige Devisen und Entwicklung in 
die Produktionsländer? 

Meist entstehen durch die Projekte zunächst große Schuldenberge für deren 
Zinszahlung jahrelang Geld in die reichen Länder fließt. Nicht nur werden die 
Anfangsinvestitionen für die Minen zum großen Teil vom Staat übernommen, um 
ausländischen Firmen anzuwerben - die benötigten Wasserkraftwerke werden 
ebenfalls vom Staat bezahlt. In Brasilien handelten die vertretenen 
Aluminiumhersteller gemeinsam Verträge mit dem staatlichen Stromkonzern aus. So 
beziehen sie den Strom zu Preisen unter den Bereitstellungskosten. Weitere 
Vergünstigungen wie Steuerbefreiungen, zollfreie Einfuhr von Betriebsmitteln 
und Einkommenssteuerbefreiung ausländischer Angestellter sollen Konzerne den 
Regierungen zufolge anlocken. 

Für die Bevölkerung dagegen entstehen durch die Projekte nur sehr wenige 
Arbeitsplätze, aber oft große soziale und ökologische Probleme. Das Beispiel 
des Turucuí-Staudamms zeigt, dass die Bevölkerung kaum profitiert. Trotz des 
Werks sind z.B. einige Gemeinden in der Umgebung des Kraftwerks immer noch 
nicht an das Stromnetz angeschlossen. Das abgebaute Bauxit bzw. hergestellte 
Aluminium ist hauptsächlich für den Export bestimmt. 




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