Berlin – Für das künftige Strommarktdesign erwägt das Bundeswirtschaftsministerium laut Staatssekretär Rainer Baake die Schaffung einer ständigen Kraftwerksreserve. Diese soll Deutschland nicht nur vor einem Strom-Blackout bewahren, sondern zugleich dazu beitragen, den Kohleausstieg sozial abzufedern. Eine Kapazitätsreserve könne "auf der einen Seite eine Maßnahme zur Absicherung von Versorgungssicherheit sein, auf der anderen Seite aber auch eine Maßnahme, um den Strukturwandel sozialverträglich zu gestalten“, sagte Baake im Interview mit dem Online-Magazin klimaretter.info.

Das Ministerium werde deshalb die Gesetzesvorschläge zur CO2-Minderung in der Energiewirtschaft sowie zum Strommarktdesign im 1. Halbjahr 2015 zeitgleich vorlegen. „Zwischen beiden gibt es einen sachlichen Zusammenhang“, betonte Baake.

Der Staatssekretär widersprach indirekt Aussagen von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), der im Vorfeld des Kabinettsbeschlusses zum Klimaaktionsprogramm erklärt hatte, dass das Abschalten deutscher Kohlekraftwerke „keine einzige Tonne CO2" einspare. Baake weist demgegenüber darauf hin, es gebe europaweit "keine Knappheit beim Emissionshandel." Deshalb führe, so der Staatssekretär wörtlich, "ein nicht genutztes Zertifikat in Deutschland nirgendwo in Europa zu zusätzlichen Emissionen.“

Baake wehrt sich im Interview auch gegen den Vorwurf, die Energiepolitik der Regierung gefährde die Bürgerenergiewende in Deutschland. So würden aus seiner Sicht die Pilotausschreibungen für Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen keinesfalls die Beteiligung von Bürgerenergiegenossenschaften ausschließen. Für die Beteiligung an Ausschreibungen werde, erklärte Baake, keine Baugenehmigung, sondern nur ein Aufstellungsbeschluss der Gemeinde für einen Bebauungsplan verlangt werden.

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