NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 43/15 | 24. APRIL 2015
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Umwelt/Energie
NABU: Kohlekraftwerke sind ein Auslaufmodell
Tschimpke: Bundesregierung muss fairen Strukturwandel einleiten
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Berlin – Der NABU hat sich in der öffentlichen Debatte um die Pläne von
Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel zur Abgabe eines
Klimaschutzbeitrages für Braunkohlekraftwerke für mehr Sachlichkeit
ausgesprochen. Die Gewerkschaften IG BCE und Ver.di haben am Samstag in
Berlin zu einer großen Kundgebung und Protest der Kohlekumpel
aufgerufen.  „Braunkohle ist ein Auslaufmodell. Deshalb muss die längst
überfällige Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums
gewährleisten, dass die dreckigsten und ältesten Braunkohlekraftwerke
ihre klima- und gesundheitsschädlichen Emissionen drosseln“, sagte
NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Mit Blick auf den Widerstand einiger
Bundesländer warnte Tschimpke erneut davor, dass mit dem Festhalten an
der Braunkohle die Klimaschutzziele nicht zu erreichen seien. „Der von
Sigmar Gabriel gemachte Vorschlag leitet einen fairen und moderaten
Strukturwandel ein. Er ermöglicht den betroffenen Regionen eine Zukunft
ohne Strukturbruch“, so Tschimpke. 
 
Aus NABU-Sicht sind die von IG BCE und Ver.di beschworenen Zahlen zu
Arbeitsplatzverlusten wissenschaftlich nicht haltbar. „Im Sinne der
Menschen in den Kohleregionen muss auf überzogene Zahlen und das Schüren
von Existenzängsten verzichtet werden“, so Tschimpke. Trotzdem stünden
die betroffenen Regionen vor einer großen Herausforderung, die ernst
genommen werden müsse. „Eine verantwortungsvolle Politik verbindet
Klimaschutz und Arbeitsmarktpolitik, um die Standorte für die Zeit nach
der Kohle fit zu machen“, sagte Tschimpke weiter. Umso später der
Strukturwandel zur Schaffung neuer Arbeitsplätze eingeleitet werde, umso
schmerzhafter sei er. 
 
Laut NABU, Wissenschaftlern und anderen Verbänden entwickeln sich die
Nettobeschäftigungseffekte der Energiewende in den vergangenen Jahren
positiv. „Sowohl die Effizienzwende als auch der Ausbau der Erneuerbaren
Energien sind Jobmotoren“, sagte NABU-Energieexpertin Tina Mieritz. Das
Consulting-Unternehmen DIW Econ hat für die Erneuerbaren-Branche
errechnet, dass jährlich zusätzlich 18.000 Arbeitsplätze pro Jahr
geschaffen werden. Im Bereich der Energieeffizienz wuchs laut
Branchenmonitor der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz
die Anzahl der Beschäftigten 2013 um rund 40.000. 
 
Überall in Deutschland wächst zudem der Protest gegen die umwelt- und
gesundheitsschädliche Kohle. Am Samstag  ist eine Menschenkette gegen
den Braunkohletagebau in Garzweiler geplant, die auch vom NABU
unterstützt wird.
 
Weitere Informationen: www.anti-kohle-kette.de
 
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Für Rückfragen:
Tina Mieritz, NABU-Energieexpertin, Tel. +49 (0)173.35 22 872
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