NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 49/15 | 6. MAI 2015
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Umwelt/Energie
NABU: Wo Bundesrat und Bundestag beim Fracking nachbessern müssen 
Miller: Goldgräberstimmung zur Ausbeutung fossiler Energien verhindern

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Berlin – Anlässlich der morgigen ersten Lesung des
Fracking-Gesetzespakets im Deutschen Bundestag und der abschließenden
Beratungen des Bundesrats am Freitag warnt der NABU vor einer Abkehr von
der Energiewende. „Wer eine Goldgräberstimmung nach fossilen Energien
verhindern will, darf Fracking nicht zulassen“, sagte
NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Wir rufen die
Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder auf,
Fracking in Deutschland zu verhindern.“ Gemeinsam mit mehr als zwanzig
weiteren Umwelt- und Naturschutzverbänden hat sich der NABU dazu am
heutigen Mittwoch in einem offenen Brief (
https://www.nabu.de/downloads/fracking/20150605-nabu-offener-brief-fracking-ministerpraesidenten.pdf
) an die Ministerpräsidenten der Länder gewandt und ein
Fracking-Verbotsgesetz von ihnen gefordert. 
 
Miller empfahl den Bundesländern, dem Antrag des Umweltausschusses des
Bundesrats am Freitag zu folgen und das Aufbrechen und die Gewinnung von
Kohlenwasserstoffen zu verbieten. Die Bundesregierung habe es bisher
nicht vermocht, den Schutz von Mensch, Natur und Grundwasser hinreichend
sicherzustellen. Parlament und Bundesländer seien deshalb gefordert dort
nachzujustieren, wo die Regierung geschlampt habe, so Miller.
 
„Zwar ist das Votum des Bundesrats für die Bundesregierung nicht
rechtlich bindend. Doch die Bundesregierung täte nicht gut daran, sich
über das Votum der Länder hinwegzusetzen. In einem Bundesland, dass
kein Fracking will, darf auch kein Fracking stattfinden“, so Miller.
 
Der NABU forderte zudem die Abgeordneten des Bundestags auf, auch ohne
ein entsprechendes Votum des Bundesrats das Gesetzespaket in
wesentlichen Punkten nachzubessern. „Die auf Betreiben von
CDU-Kanzleramtsminister Peter Altmaier vorgeschlagene Expertenkommission
muss in jedem Fall gestrichen werden“, forderte Miller. Er warnte davor,
dass die Kommission – an allen demokratischen Prinzipien vorbei – der
kommerziellen Gewinnung von Erdöl und Erdgas mittels Fracking Tür und
Tor öffnen könne. 
 
Auch die Verpressung von giftigem Lagerstättenwasser lehnt der NABU ab.
„Mit Fracking würden die ungelösten Probleme, die heute bereits bei der
Verpressung von Lagerstättenwasser der Erdöl- und Erdgasförderungen
bestehen, noch erheblich vergrößert“, warnte Miller. So wurden in der
Vergangenheit durch das niedersächsische Landesamt für Geologie und
Bergbau wiederholt erhöhte Werte der krebserregenden Substanz Benzol an
Lagerstättenwasserleitungen gemessen. 


Aus NABU-Sicht ist es darüber hinaus ein Skandal, dass
Sandsteinformationen in und unter Natura 2000-Gebieten vom Fracking
nicht ausgenommen sind. Wichtige Erholungs- und Schutzgebiete für Mensch
und Natur würden so unterwandert.
 
„Wer es mit der Energiewende ernst meint und Klima- und Naturschutz
nicht gegeneinander ausspielen will, muss jetzt für einen klaren
Rechtsrahmen sorgen“, forderte NABU-Energieexperte Ulf Sieberg. Jeder
Ministerpräsident und jeder Abgeordnete trage am Ende persönlich dafür
Sorge, dass in seinem Bundesland und in seinem Wahlkreis Mensch und
Natur geschützt seien.
 

Offener Brief der Umwelt- und Naturschutzverbände an die
Ministerpräsidenten:
www.NABU.de/downloads/fracking/20150605-nabu-offener-brief-fracking-ministerpraesidenten.pdf
(
http://www.nabu.de/downloads/fracking/20150605-nabu-offener-brief-fracking-ministerpraesidenten.pdf
) 

Mehr zum Thema Fracking:
www.NABU.de/umwelt-und-ressourcen/energie/fossile-energien/erdgas (
http://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/energie/fossile-energien/erdgas
) 

NABU-Stellungnahme zum Gesetzespaket:
www.NABU.de/imperia/md/content/nabude/energie/150330-nabu-stellungnahme_referentenentwuerfe-fracking.pdf
(
http://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/energie/150330-nabu-stellungnahme_referentenentwuerfe-fracking.pdf
) 
 
Bundesweite NABU-Protest-Aktion von Bürgern gegen Fracking unter
www.NABU.de/frackingfrei ( http://www.nabu.de/frackingfrei )
 

Für Rückfragen:
Ulf Sieberg, NABU-Energieexperte, Tel. +49 (0)30.284984-1521,  
Mobil +49 (0)173.9001782, E-Mail: [email protected]
 
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