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From: Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (Bundesgeschäftsstelle) 
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Sent: Monday, June 01, 2015 8:56 AM
Subject: [sfv] Kontroverse Diskussionen zum Ferntrassenbau

1. Hans Josef Fell wirbt (im Gegensatz zum SFV) für neue 
Fernübertragungsleitungen

In der Diskussion zum Ausbau neuer Fernübertragungsleitungen von der Nordsee 
nach Süddeutschland beruft sich Hans-Josef Fell in einem Info-Brief [1] vom 
26.05.15 auf eine wissenschaftliche Studie der ISE zur Versorgung der Stadt 
Frankfurt mit 100 Prozent Erneuerbaren Energien. Die Studie findet sich unter 
http://tinyurl.com/nwo5b2t (energiewende-frankfurt.de)

Diese ISE-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass eine Versorgung von Frankfurt mit 
100% Erneuerbare Energien möglich ist, wenn eine sehr große Menge von 
Stromspeichern errichtet wird.

Insoweit stimmt der SFV mit dem Ergebnis der Studie weitgehend überein. Wir 
fordern dringend den Ausbau von Stromspeichern, akzeptieren aber (anders als 
die Studie), dass solche Speicher teuer sind, da wir keine andere Lösung sehen. 
Wir gehen davon aus, dass sich durch Massenproduktion die Preise senken lassen.

Die ISE Studie empfiehlt (insoweit im Gegensatz zum SFV) dass Frankfurt 10 % 
seines EE-Strombedarfs aus dem Ausland importieren soll, um Speicherkosten zu 
sparen. Sie geht davon aus, dass dafür keine neuen Fernübertragungsleitungen 
gebaut werden müssen, weil die vorhandenen Leitungen ausreichen. Ob das Ausland 
im Bedarfsfall genügend EE-Strom-Leistung für Frankfurt liefern kann, 
untersucht die ISE-Studie nicht.

Erst recht nicht untersucht die Studie die Frage, ob das Ausland im Bedarfsfall 
genügend EE-Stromleistung für ganz Deutschland liefern kann.

H.-J. Fell nimmt dennoch die Studie als wissenschaftlichen "Beweis" dafür, dass 
die Fernübertragungsleitungen die Energiewende beschleunigen. Er hat die Studie 
damit offenbar überinterpretiert.

[1] http://www.hans-josef-fell.de/content/index.php/49/73/856 

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2. Erforderliche Leistung von Stromspeichern bei Dunkelflaute

Die offizielle Begründung für den Bau neuer Fernübertragungsleitungen lautet, 
man könne bei einer zunehmenden Umstellung auf Erneuerbare Energien mit 
Fernleitungen einen Ausgleich zwischen regional unterschiedlich fluktuierenden 
Erneuerbaren Energien schaffen. Diese Begründung lebt von der Annahme, dass 
Solar und Windleistung in den verschiedenen Ländern Europas gegensinnig zu- 
bzw. abnehmen und sich deshalb gegenseitig ausgleichen würden. Doch das ist 
keineswegs immer der Fall. Die Sonnenenergie z.B. nimmt in ganz Europa am Abend 
nahezu gleichzeitig ab und die Leistung des Windes kann bei 
Inversionswetterlagen ebenfalls in ganz Europa nahezu auf Null herunter gehen 
(Dunkelflaute). In diesen Fällen müssten die Fernleitungen besonders viel 
EE-Leistung heranschaffen, aber gerade dann gibt es keine EE-Stromlieferanten 
mehr (Wasserkraft, Biomasse und Geothermie reichen nicht im entferntesten).

Bei einer solchen großräumigen Dunkelflaute wäre Europa deshalb trotz 
Fernleitungen auf Stromspeicher angewiesen.

Es heißt, solche Stromspeicher seien für uns in Deutschland zu teuer, aber 
Länder wie Norwegen oder Österreich könnten Pumpspeicherkraftwerke bauen oder 
südliche Länder könnten thermische Solaranlagen mit großen Wärmespeichern 
errichten.

Und außerdem sei eine mitteleuropäische Dunkelflaute nur selten zu erwarten. 
Doch um so schlimmer! Die Vorstellung, ein Land wie Norwegen oder Marokko müsse 
eine sehr große Zahl von Stromspeichern errichten und auffüllen und genau für 
den seltenen Fall einer Dunkelflaute ständig gefüllt lassen, ist fast ein wenig 
naiv. Speicherbetreiber in Norwegen oder Marokko, die für diesen Notfall 
gerüstet sein sollen, würden für diesen Bereitschaftsdienst immense Gebühren 
verlangen, denn es geht hier um sehr hohe elektrische Leistungen. Wenn 
Deutschland überhaupt keine nennenswerte Langzeitspeicher hätte, würde bei 
einer Dunkelflaute zur Zeit des Jahreshöchstlast eine Importleistung von etwa 
50 GW EE-Strom benötigt.

Deshalb ist es besser, jedes Land und jede Region speichert die strategische 
Energiereserve im eigenen Bereich selbst und ist selbst dafür verantwortlich.

Das ist nicht zuletzt auch eine Frage der Sicherheit. Solche Fernleitungen, von 
deren Funktionieren die Wirtschaft und das Überleben einer ganzen Nation 
abhängen, wären ein lohnendes Ziel für Terroranschläge und sind bei 
Extremwetterereignissen, z.B. einem Tornado, hochgradig gefährdet. Wie schon 
gesagt, wir lehnen sie ab und fordern stattdessen einen energischen Ausbau von 
Sonnen- und Windenergie und Stromspeichern in ALLEN Bundesländern und besonders 
in Süddeutschland.

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3. Wissenschaftlicher Beweis gegen die geplanten Fernübertragungsleitungen?

H.-J. Fell beanstandet in seinem Info-Brief vom 26. Mai, dass die vielen 
Bürgerinitiativen gegen den Ausbau der neuen Stromtrassen, sowie der BUND, 
EUROSOLAR und der SFV nie eine umfassende wissenschaftliche Studie gegen den 
Ferntrassenausbau erbracht hätten.

Doch wir sehen dafür keine Notwendigkeit. Es ist bekannt, dass die Ergebnisse 
von Studien immer von den vorgegebenen Grundannahmen abhängen. Wir erstellen 
selbstverständlich keine Studien, wenn bereits die Grundannahmen realitätsfern 
sind, wie sich aus dem vorangehenden Absatz ergibt.

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4. Angebot eines Vortrages zum Thema Fernübertragungsleitungen oder 
Speicherausbau

Weitere Infos zum Thema Fernübertragungsleitungen finden sich unter 
http://www.sfv.de/artikel/fernuebertragungstrassen_oder_speicherausbau.htm

Fordern Sie einen Referenten an. [email protected]

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5. Karikatur Karikatur des Monats Juni

... auf Facebook unter https://www.facebook.com/sfv.de

... und auf dem Kalenderblatt "Juni" unseres Karikaturkalenders 2015
http://www.sfv.de/artikel/karikatur-kalender_fuer_2015.htm

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