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From: Burghard Flieger [mailto:[email protected]]

Sent: Monday, June 01, 2015 5:24 PM

To: [email protected]

Subject: Pressemitteilung: Von der Energieproduktionsgenossenschaft zur
Energieprosumergenossenschaft

 

Sehr geehrte Damen und Herren von der Presse,

 

die Zukunft der Energiewende und ob sie sich dezentral entwickeln wird, ist
eng mit der Entwicklung der Energiegenossenschaften in Deutschland
verbunden.

 

Anhängend ergänzend dazu ein Artikel* und ein Tagungsprogramm
<http://genossenschaftsgedanke.de/wp-content/uploads/2015/05/Tagung-Prosumer
-Energiegenossenschaften.pdf> . Ich würde mich freuen, wenn Sie in Ihrer
Zeitung darauf verweisen und gegebenenfalls dazu einen Artikel
veröffentlichen.

 

Die Tagung kann beispielsweise in folgender Weise angekündigt werden:

 

 

Zur Tagung „Energiegenossenschaften als Vorreiter der Prosumer-Idee - Das
Klima durch genossenschaftliche Selbstversorgung schützen“ lädt der
Bundesverein zur Förderung des Genossenschaftsgedankens e.V. anlässlich des
internationalen Genossenschaftstages in eine angenehme Umgebung ein: in die
evangelische Akademie Loccum vom 03.7.-05.07.2015.

 

Das Programm und die Konditionen (Tagungsbeitrag 200 Euro für zwei
Übernachtungen einschließlich Verpflegung) entnehmen Sie bitte der
anhängenden Datei. Bitte melden Sie sich möglichst bis zum bis 20. Juni 2015
an.

 

Der Hintergrund für diese politisch vorausschauende Tagung: Die Zukunft der
Energiegenossenschaften wird sich mit ihrer Entwicklungsfähigkeit außerhalb
des EEG erweisen. Die meisten der gegenwärtig rund 900
Energiegenossenschaften konnten ihre Mitglieder dazu bewegen, in Kraftwerke
zur Erzeugung Erneuerbarer Energien zu investieren. Mittlerweile reicht dies
nicht für eine wirtschaftliche Weiterentwicklung. Vielmehr geht es heute
bereits darum, dass die erzeugte Energie möglichst vor Ort und möglichst
zeitgleich genutzt wird.

 

Um dies umzusetzen, gilt es die die Stärke der genossenschaftlichen
Organisationsform mehr als bisher zu aktivieren. Sie liegt im Förderauftrag
- Nutzen durch kostengünstige umweltverträgliche Energielieferung - und im
Identitätsprinzip. Letzteres bedeutet, die Mitglieder sind nicht nur
Investoren, sondern gleichzeitig auch Nutzer. Die Rollen der Produzenten und
Konsumenten werden von den Mitgliedern, im Idealfall von allen, gleichzeitig
übernommen. Sie werden zu Prosumenten.

 

Dies ist Thema einer Tagung, in der die Möglichkeiten der Prosumeridee im
Energiesektor erstmals im Vordergrund stehen. Ausgehend von der
gegenwärtigen Situation auf dem Energiemarkt werden am ersten Tag die
Rahmenbedingungen dafür erläutert. Im zweiten Schritt bzw. am zweiten Tag
steht die Vielfalt bisheriger Ansätze im Mittelpunkt. Sie reichen von
Mieterstrommodellen im Bereich Photovoltaik über Energiegenossenschaften,
die mit Hilfe von BHKWs ihre Mitglieder gleichzeitig mit Strom und Wärme
versorgen, bis hin zu Nahwärmegenossenschaften, bei denen Erzeugung und
Verbrauch von Beginn an das Geschäftsmodell darstellt.

 

Arbeitsgruppen zu Kooperationsmodellen wie die Zusammenarbeit mit
genossenschaftlichen Stromlieferanten, die Projektumsetzung mit
Wohnungsbaugenossenschaften und die Nutzung von Unterstützungsstrukturen bei
der Projektentwicklung und bei der Software runden den Nachmittag ab. Hier
geht es ebenfalls um die Veranschaulichung der vielfältigen Möglichkeiten
anhand konkreter Umsetzungserfahren. Beim Ausblick liegen die Schwerpunkte
vor allem bei Forderungen an die Politik und beim Aufzeigen von Chancen
sowie bei Visionen von einer energiegenossenschaftlich geprägten
Energiewirtschaft.

 

Energiegenossenschaften und Promotoren der Energiewende sollten sich die
spannende Tagung nicht entgehen lassen. Sie wird von einer Vielzahl von
Akteuren getragen und dient im besten Fall als Meilenstein für die
Weiterentwicklung einer dezentralen von den Energiegenossenschaften
mitgetragenen Energiewende. Weitere Information und Anmeldeformular: 

 

http://genossenschaftsgedanke.de/tagung-energiegenossenschaften-als-vorreite
r-der-prosumer-idee/ 

 

Gern können Sie die Veranstaltungsinfo in Ihrem beruflichen und persönlichen
Umfeld weitergeben. Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

 

Mit energievollen und genossenschaftsfreundlichen Grüßen 

für den Bundesverein zur Förderung des Genossenschaftsgedankens e.V.

Burghard Flieger

 

--

Dr. Burghard Flieger

innova eG, Projektbüro Freiburg

Erwinstrasse 29

79102 Freiburg

Tel. 0761/709023

Email: [email protected]

www.innova-eg.de

Sitz der Genossenschaft

GnR 467, Leipzig

 

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* Artikel Prosumenten_Energiegenossenschaften_Burghard Flieger ohne
Bilder.docx 

 

ENERGIE-PROSUMENTEN-GENOSSENSCHAFT

 

Gemeinsam produzieren und nutzen

 

Energiekooperativen als Vorreiter der Prosumenten-Idee

 

Schon seit Längerem lässt sich der Trend beobachten, dass sich
Konsumentinnen und Konsumenten in den Prozess der Herstellung von Gütern und
Dienstleistungen einmischen. Dies wurde von dem Futurologen Alvin Toffler
bereits im Jahr 1983 mit dem Begriff Prosuming beschrieben. Die Realisierung
der Idee des Prosumers bzw. des producing consumer, also des produzierenden
Konsumenten ist grundsätzlich auch im Energiesektor denkbar. Als
Einzellösung für die Weiterentwicklung der Energiewende führt dies nicht
wirklich zu tragenden Konzepten. Das ändert sich, sobald, wie im
Genossenschaftswesen üblich, Prosuming als Gruppenphänomen, als Ansatz für
die Gruppenselbsthilfe gesehen wird. Wir sind dann bei dem Thema
Prosumenten-Energiegenossenschaft oder Prosumer eG.

 

BURGHARD FLIEGER UND HERBERT KLEMISCH, REDAKTION GENOSSENSCHAFTEN

 

Die meisten der gegenwärtig rund 900 Energiegenossenschaften konnten ihre
Mitglieder dazu bewegen, in Kraftwerke zur Erzeugung Erneuerbarer Energien
zu investieren, überwiegend in Photovoltaikanlagen. Mittlerweile genügt dies
nicht für ihre wirtschaftliche Weiterentwicklung. Vielmehr geht es heute
darum, dass die erzeugte Energie möglichst vor Ort und möglichst zeitgleich
genutzt wird. Damit entwickeln diese Genossenschaften als ehemalige
Produzentengemeinschaften eine neue Identität.

 

In einer echten Genossenschaft lässt sich das sogenannte Identitätsprinzip
erkennen. Zwei Rollen, die sich sonst am Markt gegenüberstehen, fallen in
der Genossenschaft im Idealfall bei jedem einzelnen Mitglied zusammen. Bei
den Energiegenossenschaften wird das Identitätsprinzip in veränderter Form
erfüllt, wenn die Mitglieder einer Genossenschaft nicht nur gemeinschaftlich
Energie produzieren, z.B. durch Photovoltaikanlagen, sondern die erzeugte
Energie als Verbraucher gemeinschaftlich nutzen. Sie wären dann gleichzeitig
Produzenten und Verbraucher, eben Prosumenten. Es handelt sich dann um
Energieprosumenten-Genossenschaften.

 

Primärgenossenschaftliche Pioniere

 

Bereits seit Längerem ist es möglich, den erzeugten Strom von den
Mieter/innen einer Immobilie, auf deren Dach der Strom erzeugt wird, direkt
in deren Verbrauch fließen zu lassen. Diese als „Direktverbrauch“
bezeichnete Variante wird von immer mehr Energieproduktionsgenossenschaften
praktiziert. Es ist durch das Eintreten der Netzparität bei
Photovoltaikanlagen auch wirtschaftlich, zumindest solange nicht die
Netzumlage und die volle EEG-Umlage bezahlt werden muss: Die
Energiegenossenschaft verkauft dann den mit einer PV-Anlage erzeugten Strom
an den Gebäudenutzer. Nur der überschüssige Strom wird über die
EEG-Vergütung ins Netz eingespeist. Mit den Gebäudebewohnern wird ein
individueller Preis vereinbart, der über der EEG-Vergütung, jedoch unter dem
normalen Stromeinkaufspreis liegt, so dass beide Seiten davon profitieren.

 

Vorreiter hierfür war in Deutschland die Bürgersolargenossenschaft
Delmenhorst eG. Sie wurde seitens der Volksbank Delmenhorst zusammen mit
kommunalen Vertretern der Stadt Delmenhorst am 10. Dezember 2008 initiiert.
Die Genossenschaft betreibt Photovoltaik-Anlagen auf kommunalen sowie
privaten Dächern in Delmenhorst und Ganderkesee. Sie praktiziert bei einigen
Standorten die Möglichkeit des Direktverbrauchs von Strom durch die Nutzer
der Gebäude.

 

Eines der innovativsten Projekte dieser Art hat die Bürger Energie Region
Regensburg eG (www.berregensburg.de) realisiert: das „Haus mit Zukunft“.
Dabei handelt es sich um ein genossenschaftliches
Mehr-Generationen-Wohnprojekt für 35 Haushalte als „EffizienzhausPlus“. In
dem rundum nachhaltigen Neubau stammen Strom und Wärme zu hundert Prozent
aus Erneuerbaren Energien. Nicht nur der Strom für alle Wohneinheiten, auch
der Hausstrom, der Strom für die Elektroauto-Ladestation und für die
Wärmepumpe kommt aus regenerativen Quellen, zum Teil direkt mit Solarstrom
vom Dach, der Rest über die Naturstrom AG.

 

Sekundärgenossenschaftliche Ergänzungen

 

Zunehmend treten für solche Konzepte Organisationen wie
Stromhandelsunternehmen und auch Energieverbrauchergenossenschaften am Markt
auf. Sie bieten Energieproduktionsgenossenschaften an, ihren Strom oder
einen Teil davon zu einem besseren Preis zu vermarkten. D.h., der Erlös
liegt über dem, was sie sonst aktuell dafür erhalten. Oder sie liefern den
Reststrom, wenn die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des jeweiligen Gebäudes
nicht genug Energie erzeugt.

 

Als ein regionaler Akteur dieser Art wurde die Dachgenossenschaft
BürgerEnergie Thüringen Sachsen eG gegründet mit dem geschützten Produkt
„Thüringer Landstrom“. Noch weiter bei ihrer Entwicklung ist die
Vermarktungsgenossenschaft Regionalstrom Franken eG. Sie wurde im Oktober
2014 aus der Taufe gehoben mit dem Ziel, die zahlreichen Kleinerzeuger der
Region westlich von Nürnberg zu bündeln und den Strom in der Region bis zum
Endkunden zu vermarkten. Sie macht die Energiegenossenschaften damit fit für
die Zukunft nach dem Auslaufen der EEG-Förderung.

 

Bundesweit sind die Bürgerwerke eG mit Sitz in Heidelberg unterwegs
(www.buergerwerke.de). Diese Genossenschaft unterstützt die örtlichen
Energiegenossenschaften bei der Vermarktung von Strom an die eigenen
Mitglieder. Ziel ist deren größere Unabhängigkeit von den politischen
Rahmenbedingungen. Die erhöhte Wertschöpfung kann unter anderem für den
Aufbau professioneller Strukturen genutzt werden. Das hilft, die Wirksamkeit
der jeweiligen Bürgerenergiegenossenschaft vor Ort nachhaltig zu erhöhen.
Bei den dafür anstehenden Aufgaben wäre die einzelne Primärgenossenschaft
meist überfordert. Im Verbund der Bürgerwerke gelingt den
Primärgenossenschaften der Einstieg in die Vermarktung von Strom, indem
notwendige Kompetenzen und Kapazitäten über die Sekundärgenossenschaft
gebündelt werden. Gleichzeitig können so Kosten eingespart und Risiken
gestreut werden.

 

Option: steuerentlastendes Mitgliedergeschäft

 

Der ureigene Geschäftszweck von Genossenschaften ist die Förderung der
Mitglieder und damit das Mitgliedergeschäft. Für den Energiesektor können
insofern genossenschaftliche Prosumenten-Ansätze mit der Konzentration auf
das Mitgliedergeschäft in Richtung steuerentlastete
Energienutzergenossenschaft weiterentwickelt werden. Wenn eine lokale
Genossenschaft ihren vor Ort erzeugten Strom an ihre Mitglieder in diesem
Ort verkauft, kann sie, wenn daraus Überschüsse erzielt werden, diese an die
Mitglieder rückvergüten. D.h. ein etwaiger Gewinn aus dem Mitgliedergeschäft
wird nach Erstellung der Bilanz an die Mitglieder teilweise oder ganz
zurückgezahlt. Dies gilt als Betriebsausgabe und mindert den Gewinn der
Genossenschaft (Genossenschaftliche Rückvergütung § 22 KStG). Bei einer
Kapitalgesellschaft wäre dies eine verdeckte Gewinnausschüttung.

 

Mit der Weiterentwicklung zur Prosumenten-Energiegenossenschaft vollzieht
sich so ein Perspektivenwechsel in der Wertschöpfungskette Energie.
Energienutzerinnen und -nutzer werden zu immer konsequenteren Mitgestaltern
der Energiewende. Sie produzieren nicht nur Erneuerbare Energien, sondern
nutzen diese auch vor Ort und optimieren im Idealfall diese Nutzung durch
Abstimmung ihres Stromverbrauchs mit den eigenen Erzeugungskapazitäten.

 

Solche Ansätze sind auf die Lösung eines zentralen Problems der Energiewende
ausgerichtet: Wie lässt sich eine nachhaltige Energieversorgung in einen
breiten Anwendungstransfer bringen, um damit dauerhaft umwelt- und
klimabewusste Modelle zu verankern, die zum nachhaltigen Wirtschaften und
zum Gelingen der Energiewende beitragen. Die Antwort ist ganz einfach: durch
die Umsetzung innovativer genossenschaftlicher Prosumenten-Modelle. Bis die
Verwirklichung solcher Ansätze auf vielen energiegenossenschaftlichen Füssen
steht, ist für die detaillierte Ausarbeitung solcher Konzepte allerdings
noch viel Projektierungsaufwand erforderlich.

 

Tagung zur Prosumenten-Idee

 

Dazu dient auch die Tagung „Energiegenossenschaften als Vorreiter der
Prosumer-Idee - Das Klima durch genossenschaftliche Selbstversorgung
schützen“, organisiert durch den Bundesverein zur Förderung des
Genossenschaftsgedankens e.V. Er setzt hiermit wichtige Impulse für die
Zukunft der Energiegenossenschaften. Ihre Entwicklungsfähigkeit wird sich
mit ihrer Handlungsfähigkeit außerhalb des Erneuerbaren Energien Gesetzes
(EEG) erweisen. Anlässlich des internationalen Genossenschaftstages findet
die Veranstaltung in einer angenehmen Umgebung statt: in der Evangelische
Akademie Loccum vom 03.7.-05.07.2015.

 

Die Möglichkeiten der Prosumeridee im Energiesektor auszuleuchten, steht auf
dieser Tagung erstmals im Vordergrund. Ausgehend von der gegenwärtigen
Situation auf dem Energiemarkt werden am ersten Tag die Rahmenbedingungen
dafür erläutert. Im zweiten Schritt bzw. am zweiten Tag steht die Vielfalt
bisheriger Ansätze im Mittelpunkt. Sie reichen von Mieterstrommodellen im
Bereich Photovoltaik über Energiegenossenschaften, die mit Hilfe von BHKWs
ihre Mitglieder gleichzeitig mit Strom und Wärme versorgen, bis hin zu
Nahwärmegenossenschaften, bei denen Erzeugung und Verbrauch von Beginn an
das Geschäftsmodell darstellt.

 

Visionsgeprägter Ausblick

 

Arbeitsgruppen zu Kooperationsmodellen wie die Zusammenarbeit mit
genossenschaftlichen Stromlieferanten, die Projektumsetzung mit
Wohnungsbaugenossenschaften und die Nutzung von Unterstützungsstrukturen bei
der Projektentwicklung und bei der Software runden den Nachmittag ab. Hier
geht es um die Veranschaulichung der vielfältigen Möglichkeiten anhand
konkreter Umsetzungserfahren. Beim Ausblick liegen die Schwerpunkte vor
allem bei Forderungen an die Politik und beim Aufzeigen von Chancen sowie
Visionen einer energiegenossenschaftlich geprägten Energiewirtschaft.

 

Die Tagung wird von einer Vielzahl von Akteuren wie Greenpeace Energy eG,
der innova eG, der GLS Bank, dem Genossenschaftsverband, dem
Wissenschaftsladen Bonn sowie der Energieagentur Niedersachsen, dem
Zentralverband deutscher Konsumgenossenschaften und der DKB-Bank
unterstützt. Sie wendet sich besonders an Energiegenossenschaften und
Promotoren der Energiewende und dient im besten Fall als Meilenstein für die
Weiterentwicklung einer dezentralen von den Energiegenossenschaften
mitgetragenen Energiewende. Mit dem Kostenbeitrag von 200 Euro sind zwei
Übernachtungen und die Verpflegung mit abgedeckt. Weitere Information und
Anmeldeformular:
http://genossenschaftsgedanke.de/tagung-energiegenossenschaften-als-vorreite
r-der-prosumer-idee/

 

 

 

 

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