NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 86/15 | 6. JULI 2015
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Umwelt/Natur/EU
EU-Naturschutzrichtlinien helfen Fledermäusen und ihren Quartieren
Bedeutender Naturschatz in Europa -„Fitness-Check“ darf nicht zum
Naturschutz-Abbau führen
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Mainz/Berlin - Die Naturschutzgesetzgebung der EU soll auf den
Prüfstand. Bis zum 24. Juli haben alle Bürgerinnen und Bürger in den
Mitgliedstaaten die Gelegenheit, sich zur Bedeutung und zu einer
möglichen„Modernisierung“ der zwei wichtigsten EU-Gesetze für den
Natur- und Artenschutz zu äußern. Es gilt die Erfolgsgeschichte der
EU-Vogelschutz- und der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie fortzuschreiben
und die geplanten Lockerungen zu verhindern. Mit der Aktion
„Naturschätze retten“ stellt der NABU unter
www.NABU.de/naturschaetze jede Woche ein Gebiet, eine Art oder einen
Lebensraum vor, die vom Schutz der EU profitieren oder ohne diesen
verloren gehen könnten. Diese Woche der Naturschatz #11: Fledermäuse -
Das „Mayener Grubenfeld“.
 
Vor allem in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts sind die
Fledermausbestände in Deutschland dramatisch eingebrochen. Unsere
Landschaft hat sich erheblich verändert und insbesondere der Verlust an
geeigneten Quartieren setzt den Tieren bis heute zu. Erstaunlich also,
dass die Bestände von Arten wie dem Großen Mausohr heute wieder stabil
sind und sogar leicht zunehmen. Neben dem intensiven Einsatz des
ehrenamtlichen Naturschutzes ist dies auch dem strengen Schutzregime zu
verdanken. „Denn alle europäischen Fledermausarten sind im Anhang IV der
FFH-Richtlinie zu finden und zählen damit zu den streng geschützten
Arten“, betont Siegfried Schuch, Vorsitzender des NABU Rheinland-Pfalz.
„Bechsteinfledermaus, Große Hufeisennase, Großes Mausohr, Kleine
Hufeisennase, Mopsfledermaus, Teichfledermaus und Wimperfledermaus sind
zudem in Anhang II gelistet, weshalb zum Schutz ihrer Lebensräume
FFH-Gebiete (Natura-2000-Gebiete) ausgewiesen wurden“, erklärt Schuch
weiter. 
 
Eines dieser Gebiete ist das FFH-Gebiet  „Unterirdische stillgelegte
Basaltgruben Mayen und Niedermendig“ in Rheinland-Pfalz. „Mit 17
nachgewiesenen Arten und an die 50.000 überwinternden Tieren ist das
Grubenfeld bei Mayen das größte Fledermaus-Überwinterungsgebiet in
Mitteleuropa und besitzt gesamteuropäische Bedeutung“, informiert Cosima
Lindemann, Naturschutzreferentin des NABU Rheinland-Pfalz. Der Bereich
des Mayener Grubenfeldes ist heute als Natura-2000-Gebiet geschützt und
nach nationalem Recht als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Im Rahmen eines
Naturschutzgroßprojekts konnte der NABU das Gebiet zudem aufwändig
sanieren und es so vor dem Einsturz bewahren. Das wertvolle Gebiet ist
somit dauerhaft für die Fledermäuse gesichert.
 
In den nur wenige Kilometer entfernten Mendiger Stollen sieht die
Situation problematischer aus. Etwa 30.000 Fledermäuse überwintern dort,
allerdings wurden die für Fledermäuse wertvollen Bereiche bei der
Ausweisung des FFH-Gebiets ausgelassen, was sich heute durch deutlich
schlechtere Bedingungen äußert. „Gerade die Gegenüberstellung dieser
beiden Teilbereiche zeigt die Notwendigkeit der strikten
Unterschutzstellung solcher Gebiete“, bekräftigt Schuch. 
 
Wer Fledermäuse live erleben möchte, kann dies schon an diesem
Wochenende tun. Am 10. und 11. Juli veranstaltet der
verbandsübergreifende Arbeitskreis Fledermausschutz Rheinland-Pfalz,
gefördert von Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz, ein großes
Fledermausfestival in Kamp-Bornhofen. Hier befindet sich eine der
größten Sommerkolonien des Großen Mausohrs deutschlandweit. Und
schon am 29. August öffnet der NABU Rheinland-Pfalz anlässlich der
internationalen Batnight dann auch wieder die Tore zum Mayener
Grubenfeld. Bei dem Fest für Groß und Klein können Fledermäuse hautnah
beobachtet werden.
 
Der NABU stellt seit Ende April jede Woche eine geschützte oder
gerettete Art, einen Lebensraum oder ein Natura-2000-Gebiet über die
NABU-Internetseite, Presse, soziale Medien und auf Veranstaltungen vor,
die alle vom EU-Schutz abhängen. Dazu zählen neben den Fledermäusen
unter anderem auch der Wolf und der Biber, ebenso wie das Große Torfmoor
in Nordrhein-Westfalen, das Tegeler Fließtal der Hauptstadt Berlin, der
Buchenwald Grumsin oder das Nationale Naturerbe „Weinberg Wetzlar“.
 
Pressefotos unter
www.nabu.de/presse/pressebilder/index.html#fledermaus
 
 
Für Rückfragen:
Cosima Lindemann, Naturschutzreferentin des NABU Rheinland-Pfalz, Tel.
+49 (0)6131.140 39-29
 
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