NABU-PRESSEMITTEILUNG | NR 89/15 | 13. JULI 2015
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Umwelt /Flüsse
NABU präsentiert Altarmanschluss bei Eröffnung vom Haus der Flüsse in
Havelberg
In Sachsen-Anhalt startet die aktive Bauphase im Naturschutzgroßprojekt

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Berlin/Havelberg – Am heutigen Montag hat das Natura
2000-Informationszentrum „Haus der Flüsse“ des Biosphärenreservats
Mittelelbe am BUGA-Standort Hansestadt Havelberg seine Pforten geöffnet.
Mit anschaulichen Exponaten und interaktiven Stationen werden die
Flusslandschaften Elbe und Havel mit ihren Natura-2000-Lebensräumen und
-Arten dargestellt. Der NABU sorgte im Frühjahr 2014 in direkter
Nachbarschaft für den Anschluss eines Altarms der Havel und ließ damit
die historische Petroleuminsel wiederauferstehen. Auf ihr wurden früher
die Petroleumvorräte gelagert, um die Stadt vor Brandkatastrophen zu
schützen.
 
„Heute kann sich auf der 4000 Quadratmeter großen Insel wieder Auenwald
entwickeln, wodurch sich viele Tier- und Pflanzenarten wieder ansiedeln
werden“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Der
wiederangeschlossene Altarm ist nicht nur Lebensraum, sondern auch in
das Ausstellungskonzept eingebunden. Über ihn führt ein Steg mit zehn
Informationstafeln, die über die Flussaue und das NABU-Projekt
informieren. „Die gute Zusammenarbeit mit den Partnern in Sachsen-Anhalt
ermöglicht es, dass die größte europäische Flussrenaturierung vorangeht
und nun die Bagger rollen“, so Miller.
 
Parallel zur Eröffnung des Hauses startete heute östlich von Kuhlhausen
die aktive Bauphase im Renaturierungsprojekt des NABU auf einer Fläche
von 430 Hektar. „Wir freuen uns, dass wir nun nach Jahren der
Vorbereitung und Planung mit den praktischen Arbeiten beginnen können“,
sagte NABU-Havelprojektleiter Rocco Buchta. Die Breite Dunau, ein System
historischer Havelarme, werde dadurch künftig mitsamt ihrer großen
Überflutungsflächen ganzjährig durchströmt. Weniger Ablagerungen
führen zu besseren Bedingungen für aquatische Organismen.
Wiesenbrüter profitieren ebenso von der Verbesserung ihres
Lebensraumes wie die Bewohner des neu angelegten Auenwaldes. 
 
„Der Rückbau von Verwallungen und die Absenkung von Dämmen bewirken
eine durchgängige Verbindung von Fluss und Aue bei hohen Wasserständen.
Außerdem erneuern wir die Querungsbauwerke, so dass mehr Wasser
hindurchfließt und die ursprünglichen Lebensgemeinschaften des
Fließgewässers zurückkehren können“, so Buchta.
 
Im Jahr 2005 hat der NABU das größte europäische Projekt zur
Renaturierung eines Flusses gestartet. Auf etwa 90 Flusskilometern
werden verschiedene Maßnahmen, darunter die Entfernung von steinernen
Uferbefestigungen und -verwallungen, die Begründung von Auenwald sowie
der Anschluss von Altarmen und Flutrinnen umgesetzt, um so große
Flussabschnitte der Unteren Havel wieder zu ihrer ursprünglichen
Vielfalt zurückzuführen.
 
Weitere Infos unter www.NABU.de/unterehavel
Pressefotos unter www.NABU.de/presse/pressebilder/#untere_havel
 
Für Rückfragen:
Rocco Buchta, NABU-Projektleiter „Untere Havelniederung“, Telefon +49
(0)3385.52 00 017, E-Mail: [email protected]
 
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