-----Original Message-----
Feed: PowerShift
Posted on: Tuesday, July 14, 2015 1:00 PM
Author: Michael Reckordt ([email protected])
Subject: PM: Menschenrechtsaktivist im Tschad zu zwei Jahren Haft verurteilt

Pressemitteilung, 14 Juli 2015 

Menschenrechtsaktivist im Tschad zu zwei Jahren Haft verurteilt 

Djeralar Miankeol, Menschenrechtsaktivist und Direktor der
zivilgesellschaftlichen Organisation "Association Ngaoubourandi" im
südtschadischen Moundou, ist am 7. Juli 2015 wegen "Beleidigung der
Staatsgewalt" zu zwei Jahren Gefängnis ohne Bewährung und einer Geldstrafe
verurteilt worden. Der AK Rohstoffe, ein Zusammenschluss verschiedener
deutscher zivilgesellschaftlicher Organisationen, fordert die sofortige
Freilassung Miankeols, dessen Gesundheitszustand besorgniserregend ist.

Am 7. Juni 2015 gab Djeralar Miankeol ein Radio-Interview, in dem er die
Problematik der Landnahme durch die Eliten sowie die Korruption in Justiz
und Verwaltung anprangerte. Am 15. Juni befragte der Staatsanwalt der Region
Logone Occidental Miankeol zu diesem Interview und ordnete sodann seine
Verhaftung an. Er wurde ins Untersuchungsgefängnis von Moundou gebracht.
Erst am nächsten Tag stellte ein Richter am Gerichtshof von Moundou einen
Haftbefehl wegen Beleidigung der Staatsgewalt (outrage à magistrat) aus.
Daraufhin wurde Djeralar Miankeol ins Gefängnis von Moundou überstellt. Dort
verblieb er, ohne dass Anklage erhoben wurde. Zwei Wochen später, am 30.
Juni, fand die Anhörung statt: Die Staatsanwaltschaft forderte 18 Monate
Gefängnis ohne Bewährung und 100.000 FCFA Strafe (ca. 150 Euro), während
seine Anwälte auf Freispruch plädierten. Am 7. Juli wurde Djeralar Miankeol
zu zwei Jahren Haft und einer Geldstrafe verurteilt. Der Richterspruch fiel
somit noch härter aus als von der Staatsanwaltschaft gefordert. Die
Argumente der Anwälte, die auch Verfahrensfehler nachwiesen, wurden nicht
berücksichtigt.

Im Tschad fördert seit 2003 ein internationales Konsortium (ExxonMobil,
Chevron, Petronas), politisch unterstützt durch die Weltbank, Erdöl. Trotz
umfassender Maßnahmen gelang es der Weltbank seither nicht, negative
Auswirkungen des Chad-Cameroon Oil & Pipeline Project in der Förderregion zu
vermeiden. Die Association Ngaoubourandi, für die Miankeol aktiv ist, macht
die fortwährende Landnahme durch Eliten öffentlich und versucht, die in der
Folge der Ölproduktion entstandenen Ungerechtigkeiten und Konflikte
friedlich zu lösen. Der Flächenverbrauch durch die Ölförderung verschärft u.
a. die Konflikte zwischen Ackerbauern und Viehzüchtern.

Das gesamte juristische Vorgehen gegen Miankeol zeugt von dem Willen der
Staatsgewalt, zivilgesellschaftliche Akteure einzuschüchtern und an ihrer
Arbeit zu hindern. Der AK Rohstoffe verurteilt die Verhaftung und
Verurteilung von Djeralar Miankeol und fordert seine sofortige und
bedingungslose Freilassung. "Es muss sichergestellt werden, dass Djeralar
Miankeols psychisches und physisches Wohlergehen geachtet werden. Außerdem
muss dem Klima der Bedrohung von zivilgesellschaftlich Engagierten im Tschad
insgesamt Einhalt geboten werden", verlangt Martin Petry, freiberuflicher
Berater mit engen Kontakten in den Tschad. "Im Sinne einer nachhaltigen
Rohstoffpolitik müssen die deutsche Bundesregierung und die EU auch den
Schutz von Menschenrechten einbeziehen. Dies gilt insbesondere vor dem
Hintergrund von Landkonflikten, die in der Folge von Rohstoffabbau
zunehmen", fordert Lena Guesnet, wissenschaftliche Mitarbeiterin des BICC.

Der AK Rohstoffe ist ein Netzwerk deutscher Nichtregierungsorganisationen,
die sich für Menschenrechte, soziale Standards und Umweltschutz einsetzen.
Seit 2008 trifft sich der AK Rohstoffe regelmäßig und diskutiert angesichts
der negativen Auswirkungen des Rohstoffabbaus über Ansätze einer
zukunftsfähigen Rohstoffpolitik. Seit Mai 2013 gibt es ein Koordinationsbüro
in Berlin.

Für weitere Informationen und Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an:

Martin Petry (Peace Resources Group)
[email protected]
+497032330609 
+491729491610
www.peaceresources.net

Michael Reckordt (AK Rohstoffe)
[email protected]
http://alternative-rohstoffwoche.de

Diese Pressemitteilung wird unterstützt von: bicc - Bonn International
Center for Conversion, Brot für die Welt, Christliche Initiative Romero,
Eirene, Misereor, Gerechtigkeit-Freiden-Bewahrung der Schöpfung, Pecojon,
PowerShift, Stop Mad Mining, Südwind, Urgewald, Weed, Weltfriedensdienst
e.V.




° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° °  

Ende der weitergeleiteten Nachricht ° Alle Rechte bei den Autor*innen  
Unverlangte und doppelte Zusendungen bitten wir zu entschuldigen  
Abbestellen: mailto:[email protected]?subject=unsubscribe  

° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° ° °  

Greenhouse Infopool Berlin  
http://twitter.com/greenhouse_info  

... oder via Facebook (Beta), RSS-Feed, Mailingliste:  
http://www.facebook.com/mika.latuschek  
http://tinyurl.com/greenhouse-feed  
http://listen.jpberlin.de/mailman/listinfo/greenhouse-info  




_______________________________________________
Pressemeldungen mailing list
[email protected]
https://lists.wikimedia.org/mailman/listinfo/pressemeldungen

Antwort per Email an