Rotes Kreuz ehrt Wolfgang Petritsch und Mehmet Kocak Das Rote Kreuz verleiht den 21. Treichl-Preis Wien (Rotes Kreuz) – Am 16. September hat das Österreichische Rote Kreuz den Humanitätspreis der Heinrich-Treichl-Stiftung verliehen. Alljährlich werden damit Personen ausgezeichnet, die herausragendes humanitäres Engagement an den Tag gelegt haben. 2015 wurde die die Ehrung Wolfgang Petritsch, Präsident der Austrian Marshallplan Foundation und Mehmet Kocak, Chef des Restaurants ETAP zuteil. „Österreich hat gerade in den vergangenen Tagen bei der Versorgung von Menschen auf der Flucht unter Beweis gestellt, wie hilfsbereit seine Bevölkerung sein kann“, sagt Gerald Schöpfer, Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes. „Mehmet Kocak hilft Flüchtlingen nicht erst seit einigen Tagen, sondern er verköstigt seit letztem Jahr einmal pro Woche 100 Flüchtlinge. Für dieses herausragende zivilgesellschaftliches Engagement gebührt ihm großer Dank.“ Kocak, der das Wiener Restaurant ETAP seit 1999 führt: „Meine Hilfe für Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, anzuerkennen, bedeutet für mich, die Anerkennung der Geschichte dieser Menschen – und es ist auch ein Teil meiner eigenen Geschichte.“ Auf gänzlich anderem Gebiet hat sich der zweite Preisträger verdient gemacht. Im Jahr 2003 hat Österreich den Vorsitz des Ottawa-Vertrages übernommen. Dieses Abkommen verbietet den Einsatz von Anti-Personen-Minen. 147 Staaten waren damals schon beigetreten. Höhepunkt des österreichischen Vorsitzes war der Gipfel für eine minenfreie Welt in Nairobi. Konkretes Ergebnis war ein fünfjähriger Aktionsplan. „Unter Wolfgang Petritschs Vorsitz ist die Zahl der Länder, die dem Ottawa-Abkommen beigetreten sind, auf 159 gestiegen, jene vernichteter Minen von 35 auf 40 Millionen“, sagt Schöpfer. „Ungezählt sind die Leben, die Wolfgang Petritsch durch seine geschickte Vorsitzführung gerettet hat.“ „Dieser Preis stellt für mich eine besondere Auszeichnung dar, weil er ein wichtiges Kapitel in meiner Berufslaufbahn betrifft“, sagt Wolfgang Petritsch. „Ohne die Überzeugungsarbeit der Rotkreuzbewegung und ähnlicher ‚humanitärer Pressuregroups‘ hätten sich Regierungen wohl nicht überzeugen lassen, auf dieses inhumane Kampfmittel, das noch Jahre nach dem Einsatz Tote und Verletzte fordert, zu verzichten. Dafür danke ich Ihnen, Herr Präsident, Herr Generalsekretär und besonders den vielen freiwilligen Helfern.“
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